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Wollmar bildet für einen Tag eigenen Landkreis

Grenzgang: zweiter Tag Wollmar bildet für einen Tag eigenen Landkreis

Landrat Robert Fischbach ist ja in den letzten Tagen seiner Amtszeit einiges gewohnt, doch am Samstag musste er tatenlos mitanhören, wie Wollmar zum eigenen Landkreis ausgerufen wurde.

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Burschen führen die rund 1000 Grenzgänger an

Wollmar. War es Zufall oder war es geplant? Unterhalb des Grenzsteins zum Nachbarort Frohnhausen grasten am Samstagvormittag auf einer kleinen Weide rund zwei Dutzend Lämmer. Und schon kamen die Wollmarsche und die Delegation aus Frohnhausen nicht umhin, klarzustellen, wem die Lämmer eigentlich gehören müssten – rein historisch betrachtet natürlich. Da gab es ja jene Begebenheit aus der Zeit am Ende des 30-jährigen Krieges, aber lassen wir das.

Ein Hoch auf das Verkehrsschild

Die Frohnhäuser dachten sich jedenfalls eine besondere List aus, spielten Gute-Laune-Blasmusik und bedachten die zahlenmäßig überlegenen Wollmaraner mit schmeichelnden Nettigkeiten, riefen Wollmar gar zum Landkreis aus, krönten den Grenzgangvereinsvorsitzenden Klaus-Peter Fett mal eben zum Landrat und stellten für die Autos auch ein WO-Kennzeichen in Aussicht.

 

Allein der Plan schlug fehl, Fett behielt bis zum Weiterzug seines aus gut 2 000 Personen bestehenden Heeres die Lämmlein gut im Auge. Die Frohnhäuser nahmen natürlich die Einladung zum Weiterzug an und feierten friedlich mit den Grenzgängern, die dann doch noch eine kritische Situation zu überstehen hatten, denn die Fronhäuser rückten mit mehreren hundert Personen an und hatten ein ganz bestimmtes Verkehrsschild mit dabei: Das Verbotsschild für Fahrzeuge aller Art, was warum auch immer am asphaltierten Verbindungsweg zwischen den beiden Dörfern steht, äh, gestanden hatte.

Die Demontage dieses Schildes wurde kräftig mit Laisaer Wasser begossen, ehe es dann nach längerer wolkenbedeckter Phase tatsächlich anfing zu regnen.
Und es regnete ergiebig und sehr lange – so dass selbst das Pferderennen um das begehrte Grenzgangtuch im strömenden Regen stattfinden musste. Dabei gewann Laura Vogt vom Reitverein Wollmartal auf Jannosch das spannende Rennen. Reiterin und Pferd gehörten übrigens schon zum dritten Mal in Folge zusammen dem Tross der Grenzgangreiter an.

von Götz Schaub

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