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Goßfeldens "Doppel-T-Kopfschredder"

Dienstaufsichtsbeschwerde Goßfeldens "Doppel-T-Kopfschredder"

Seit einigen Wochen liegt der Kommunalaufsicht beim Kreis eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Sarnauer Bürgers Helmut Rakow gegen dieGemeinde Lahntal vor, die sich derzeit mit den Kritikpunkten beschäftigt.

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Die Spundwand mit herausragenden Doppe-T-Trägern in Goßfelden an der Kaffeestraße, dort, wo die Straße Scheidt einmündet, stellt aus Sicht eines Sarnauer Bürgers eine Verletzungs- und sogar Lebensgefahr dar – beispielsweise wenn Radfahrer darüber stürzen würden.

Quelle: Michael Agricola

Sarnau. Die Kommunalaufsicht hat die Beschwerde inzwischen geprüft und die obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium Gießen sowie die Gemeinde Lahntal zu Stellungnahmen aufgefordert. Dies teilte die Pressestelle des Landkreises auf OP-Anfrage mit. Wenn die Stellungnahmen vorlägen, erfolge eine weitergehende aufsichtsbehördliche Prüfung. Mit einem Ergebnis rechnet die Kommunalaufsicht ab Ende September oder Anfang Oktober, hieß es aus der Pressestelle.

Gemeinde gibt Stellungnahme ab

Jetzt ist die Gemeinde Lahntal gefragt, bis Ende dieser Woche wolle sie mit ihrer Stellungnahme weitgehend fertig sein, sofern bis dahin die Rückmeldung eines beteiligten Ingenieurbüros vorliege. Das berichtete Bürgermeister Manfred Apell gegenüber der OP. Die Dienstaufsichtsbeschwerde in Form eines Schriftsatzes inklusive einer CD mit Fotos darauf hatte der Sarnauer Bürger Helmut Rakow bei der festlichen Einweihung der Lahndeiche am 24. Juli sowohl an die Landrätin Kirsten Fründt als auch an den Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck persönlich überreicht (die OP berichtete).

Bürgermeister Apell erhielt die Beschwerde nach eigenem Bekunden erst in der vergangenen Woche, „ich habe sie vom Landkreis per E-Mail bekommen“. Inzwischen sei er mit einer Mitarbeiterin unterwegs gewesen, um sich an den betreffenden Punkten in der Gemeinde mit der Kritik Rakows auseinanderzusetzen. „Wir nehmen den Hinweis ernst und kümmern uns auch darum“, sagte er und verwies darauf, dass der wesentliche Punkt der Beschwerde mit ihren insgesamt sechs Kritikpunkten aus seiner Sicht eine unverkleidete Spundwand sei, von Rakow als „Doppel-T-Kopfschredder“ beschrieben.

Zweiradfahrer durch T-Träger gefährdet

„Ein großer Teil der Beschwerde betrifft uns allerdings auch gar nicht“, sagte Apell, der über die Stellungnahme der Gemeinde informieren will, sobald sie fertig ist. Als Abgabefrist hat die Kommunalaufsicht die Zeit bis zum 2. September festgelegt.Zur Vorgeschichte: In seiner Beschwerde wirft Helmut Rakow der Gemeinde Lahntal auf sieben Seiten ausgeführt verschiedene Versäumnisse und Mängel bei der Ausführung der Bauarbeiten an den Deichen vor (die OP berichtete).

Intensiv befasst der Sarnauer sich in dem Schriftsatz mit dem „Goßfeldener Doppel-T-Kopfschredder für Zweiradfahrer - Lebensgefahr in Verzug“ - so der Titel seiner Ausführungen zu einer Spundwandkonstruktion mit herausragenden Doppel-T-Trägern, auf die er in Goßfelden in der Kaffeestraße westlich der Fußgänger-Lahnbrücke am rechten Lahnufer stieß. „Bei einem Zweiradunfall sind Zweiradfahrer, die über die Leitplanke fliegen, ohne und mit Helm, in extremster Verletzungs- und Lebensgefahr“, führt Rakow aus und berichtet, dass er den Bauleiter der bauausführenden Firma bereits während der Arbeiten auf diese Gefahr hingewiesen und sich erkundigt habe, ob die freistehenden Träger noch verkleidet würden - auf einem Teilstück sei dies dann auch geschehen, auf etwa 75 Metern Länge jedoch nicht.

Korrekturhinweise:

Unser zurückliegender Bericht vom 3. August zur Dienstaufsichtsbeschwerde enthielt zwei Fehler, auf die Helmut Rakow uns hingewiesen hat. Dort hieß es bezüglich der unverkleideten Spundwand irrtümlich, Rakow habe „Gemeindemitarbeiter bereits während der Arbeiten auf diese Gefahr hingewiesen“, er habe jedoch den Bauleiter auf diese Gefahr hingewiesen, betont Rakow. Sich selbst korrigiert er in einem anderen Punkt. In seiner Dienstaufsichtsbeschwerde beklagt er, dass 250 Meter Spundwand unverkleidet seien und verweist nachträglich darauf, dass es sich um nur 75 Meter handele.

von Carina Becker

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