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Goßfeldener wünschen sich frische Farbe für ihre Kirche

Kirchensanierung Goßfeldener wünschen sich frische Farbe für ihre Kirche

Mit umfassenden Wand- und Deckenarbeiten für rund 155.000 Euro soll das Innere der Kirche in Goßfelden bis Ende nächsten Jahres in einem neuen und helleren Licht erstrahlen.

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Hell, einheitlich und mit farblichem Gesamtkonzept soll die Goßfeldener Kirche im nächsten Jahr gestaltet werden.

Quelle: Ina Tannert

Goßfelden. Das Innere der 1749 erbauten Kirche hat schon bessere Tage gesehen, regelmäßige Nutzung und Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahrhunderte haben Spuren hinterlassen. Mit einer umfangreichen Renovierung samt harmonischem Farbkonzept soll eine neue, klare Linie geschaffen werden.

Dafür ist mehr als nur etwas frische Farbe nötig, zuletzt wurde die Kirche Anfang der 1990er-Jahre gestrichen. Bei früheren Renovierungen wurden jedoch verschiedene Putzarten mit unterschiedlicher Haltbarkeit benutzt, deren Verfall nun deutlich sichtbar zutage tritt. Verschmutzungen in den Ecken und die teils nicht zusammen passende Einrichtung lassen das Innere  ebenfalls düster und verstaubt erscheinen. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. „Wir wollen weg von diesem schmuddeligen, dunklen Grau, hin zu einem aufeinander abgestimmtem Farbkonzept“, stellte Pfarrer Wilhelm Hammann am vergangenen Sonntag die farbenfrohe Planung der evangelischen Kirchengemeinde vor.  

Farblich zusammenpassendes Gesamtkonzept

Die Voruntersuchungen sind bereits abgeschlossen, Teile der Wände wurden in den vergangenen Wochen freigelegt, Architekten und Restauratoren erstellten ein farblich zusammenpassendes Gesamtkonzept. Demnach sollen die Wände des Innenraums mit einem Sandton aufgehellt werden. Dabei wurde die Farbgestaltung auf den besonderen Lichteinfall durch die bunten Fenster abgestimmt, erklärte der beauftragte Architekt Adam Willi Finger das Konzept. Die Decke soll in einem helleren, fast weißen Ton gestrichen werden. Auch die bislang dunkelbraunen Kirchenbänke sollen künftig in einem hellen Grau erstrahlen. Die Orgel oberhalb des Eingangs wollen die Planer mit Blattgold verschönern. In der Renovierung inbegriffen ist gleichfalls die Instandsetzung von Nebenpforte und Außentreppe.

„Es wird eine relativ aufwendige, aber auch notwendige Maßnahme“, betonte Hammann. Laut Plan soll die Innenrenovierung im April kommenden Jahres beginnen. Die Verantwortlichen schätzen die Bauzeit auf etwa ein halbes Jahr, so dass im September 2016 alles fertig werden könnte. Gottesdienste werden während der Bauphase im Bang-Haus stattfinden.

Sanierung kostet insgesamt rund 155.000 Euro

Die Gesamtkosten für das Projekt liegen geschätzt bei rund 155.000 Euro. Zuschüsse von der Landeskirche gibt es nicht, die Gemeinde sei in der Lage, die Finanzierung selber zu tragen – „wir können das schultern“, betonte der Pfarrer. Für das Projekt sollen 25 000 Euro aus den Rücklagen der Kirche verwendet werden. Weitere 75 000 Euro sind im Haushalt der Gemeinde Lahntal beantragt. Für die restlichen 55 000 Euro ist die Kirche auf Spenden angewiesen.
Die Spendensammlung ist bereits in vollem Gange, derzeit sei man bereits im unteren fünfstelligen Bereich angekommen. Die anfallenden Kosten ließen sich auch noch durch Einzelleistungen der Gemeindemitglieder reduzieren. So sucht die Kirche derzeit eine vorübergehende Unterstellmöglichkeit für die Kirchenbänke im kommenden Jahr, etwa in einer Scheune, um Mietkosten zu sparen.

Demonstriert wird die künftige Farbgestaltung durch eine Musterachse, um das geplante Konzept zu veranschaulichen. Ein kleiner Teil der Decke samt darunterliegender Empore und Pfeiler erstrahlt bereits in helleren Tönen. Das angrenzende Fenster kommt schon jetzt deutlich besser zur Geltung. Die vordere Kirchenbank wurde teilweise in einem helleren Grauton gestrichen und grenzt sich deutlich von dem vorherigen Braun ab. Man kann erahnen, wie das Innere einmal aussehen wird. Und das gefiel den anwesenden Gemeindemitgliedern, die das vorgestellte Konzept ausgiebig lobten und eigene Vorstellungen mit einbrachten.

Kirche soll nicht umgestaltet, sondern verbessert werden

Trotz aller farblichen Korrekturen, als Faustregel für das Projekt gilt generell: „Die Kirche soll nicht umgestaltet, aber verbessert werden“, so Hamann. Der eigentliche aufklärerische, schlichte Stil des Gebäudes, das auf übermäßigen Schmuck verzichtet, soll erhalten bleiben – „Klarheit und Aufklärung lautet das Programm“.

Während eines Ortstermins am gestrigen Donnerstag gaben Vertreter der landeskirchlichen Bauberatung sowie der Denkmalschutz dem Projekt bereits ihren Segen. Als nächster Schritt kann nun die Ausschreibungsphase beginnen.

von Ina Tannert

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