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Geteiltes Dorf wird wieder eins

Brückensanierung Geteiltes Dorf wird wieder eins

Die harten Zeiten sind seit Mai vorüber - seither ist die Brücke in Niederwetter wieder befahrbar, die Trennung zwischen Ost und West vorüber. Ganz fertig geworden nach rund einem Jahr Bauzeit ist die Brücke erst jetzt.

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Gemeinsam mit Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (Mitte, im grauen Anzug) schnitten Vertreter von beteiligten Baufirmen, von städtischen Gremien und Bürger Niederwetters das Sperrband durch. Die Sanierung der Wetschaftsbrücke ist offiziell abgeschlossen und der Verkehr kann wieder ungehindert fließen.

Quelle: Carina Becker

Niederwetter. Wie wichtig so ein kleines Stück Infrastruktur doch sein kann, „das merkt man erst, wenn es mal nicht zur Verfügung steht“. So formulierte es der Ingenieur Dr. Marc Böttcher, der bei der Sanierung der Wetschaftsbrücke in Niederwetter als Statiker im Einsatz war.

In der Tat mussten die Niederwetteraner für die kritische Bauzeit von rund sechs Monaten einige Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Die Brücke war gesperrt - für den Autoverkehr und phasenweise zusätzlich für den Fußgängerverkehr. „Das war schon kompliziert, nicht einmal auf die andere Seite laufen zu können“, erzählt Lothar Seip, der im westlichen Teil von Niederwetter zu Hause ist. Die Dorfbewohner mussten kilometerlange Umwege in Kauf nehmen - über Wetter, Sarnau oder Göttingen ging’s zum Einkauf oder zum Besuch von Freunden auf der anderen Seite; „selbst wenn wir nur mal zum Friedhof wollten, war der Weg so weit“, erzählt Adelheid Ochs und Erna Linne ergänzt: „Das war schon schwierig, die Kontakte zu pflegen.“

Letztlich haben’s alle gut überstanden - und hatten am frühen Abend des vergangenen Freitag einen Grund zu feiern. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka durchschnitt bei einer offiziellen Verkehrsfreigabe mit den beteiligten Baufirmen und im Beisein von rund 50 Bürgern das obligatorische rot-weiße Absperrband.

Und dann gab’s zur Feier des Tages Erbensuppe im Bürgerhaus. Die Frauen von der DRK-Bereitschaft Wetter hatten das Essen vorbereitet, 44 Liter Suppe hatten sie gekocht. Die Feuerwehr gab kühle Getränke aus.

Kai-Uwe Spanka berichtete, dass die Brücke in Eigenleistung der Niederwetteraner Bürger gebaut worden sei. Die Einweihung feierte das Dorf vor 68 Jahren, am 5. Oktober, wovon eine schmucke alte Urkunde zeugte. „Sie haben gute Arbeit geleistet damals, die Brücke kaputtzukriegen war nicht so einfach“, sagte Spanka, sonst hätte es wohl eines Neubaus bedurft statt nur einer grundhaften Sanierung mit neuer Fahrbahn. 200000 Euro investierte die Stadt in die Erneuerung.

„Mit unseren Brücken kommt noch einiges auf uns zu“, kündigte der Bürgermeister an. Die Stadt habe sie alle aufgelistet und nach Schadensklassen katalogisiert, um sie nach und nach zu sanieren. Der Bau in Niederwetter hatte Priorität, die Brücke entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

von Carina Becker

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