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Gemeinsam wohnen ohne Verzicht auf Privatsphäre

Cölber Wohnprojekt Gemeinsam wohnen ohne Verzicht auf Privatsphäre

Cölber Bürger bieten an, in einer Gemeinschaft leben zu können, die über eine angenehme Nachbarschaft hinausgeht, in der sich die Menschen füreinander interessieren, sich helfen und Gemeinsamkeiten pflegen.

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Angela Schönemann (links) und Dagmar Lang von der Cölber Wohnprojektinitiative „Off de Hewwert 50+“ informierten über den Planungsstand.

Quelle: Manfred Schubert

Cölbe. Im Durchschnitt, so hieß es während der Informationsveranstaltung die im Raum des Seniorennetzwerks Cölbe in der Gemeindehalle stattfand, brauchten Wohnprojekte etwa drei bis acht Jahre bis zu ihrer Realisierung. Die Wohnprojektinitiative Cölbe „Off de Hewwert 50+“ hat sich 2012 gegründet, um gemeinschaftliches Wohnen im Alter zu verwirklichen.

Neben fünf Frauen, die bereits dem Verein angehören, waren drei weitere gekommen, um Näheres über das Projekt zu erfahren. „Ich war bei der Gründung 50, jetzt bin ich 55 Jahre alt. Ich möchte in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt leben, weil viele, auch wenn sie in einer Partnerschaft leben, irgendwann allein bleiben. Meistens sind das die Frauen“, erklärte Angela Schönemann, die die Moderation des Abends übernahm, bei der Vorstellungsrunde. Mitglied Petra Engel berichtete, schon verschiedene Wohnformen von allein bis zu neunt ausprobiert zu haben, die mehr oder weniger gut funktioniert hätten. Wichtig für sie sei, in einer Gemeinschaft lebend an einem Ort älter zu werden, wo man sich fußläufig selbst versorgen könne, wobei sie heute etwas mehr Privatsphäre als mit 20 Jahren möchte. Schönemann fand, Cölbe sei von der Infrastruktur her ideal, man könne Einkaufen, es gebe Ärzte, einen Bahnhof, der nur noch nicht barrierefrei sei, viel Gelegenheit zum Spazierengehen, die Luft sei besser als in Marburg.

Zwölf Wohneinheiten sieht die Planung vor

Dagmar Lang sagte, mit „50+“ sei gemeint, dass man Zeit haben solle, sich einzuleben, anders als in einem Alten- oder Pflegeheim, wo man erst hingehe, wenn man nicht mehr anders könne. Sechs auf jeden Fall, eventuell acht Mitglieder, habe der Verein zurzeit, die entschlossen seien, bei der Umsetzung des Wohnprojekts mitzumachen. Maximal zwölf Wohneinheiten wolle man schaffen. Die in sich abgeschlossenen, barrierefreien Wohnungen sollen in Größe und Zuschnitt den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Dazu soll es einen Raum für gemeinsame Aktivitäten geben, den die Mitwohnenden auch für private Anlässe nutzen können. Eine der Hauptfragen, mit deren Klärung sich die Initiative derzeit befasst, ist die, welche Rechtsform das künftige Wohnprojekt haben soll.

Eine eigene Genossenschaft zu gründen, sei zu teuer. Möglich sei es, sich einer bestehenden Wohnbaugenossenschaft anzuschließen und so auch in den Genuss von Fördergeldern für sozialen Wohnungsbau zu kommen. Seit wenigen Jahren gebe es auch noch die Form der GmbH & Co. KG für Wohnprojekte, die Vorteile aus verschiedenen Rechtsformen verbinde, aber kompliziert zu verwalten sei. Denkbar sei auch ein Wohngebäude mit genossenschaftlichem Anteil und WEG-Anteil. Und schließlich sei es auch denkbar, Teil eines Fremdprojektes wie des vom Elisabethverein geplanten WABL (Wohnen, Arbeiten, Beschäftigen, Leben) zu werden. Es wurden bereits verschiedene Wohnprojekte besucht, um sich über Vor- und Nachteile zu informieren, beispielsweise das Kugelberg-Projekt in Gießen als Beispiel für die GmbH & Co. KG.

Am 24. September wollen sie die Wohnprojekt-Börse in Frankfurt besuchen, und ab dem 11. Oktober beginnt bei der Volkshochschule Marburg eine Reihe zum Thema Wohnprojekte, bei der man noch mehr erfahren wolle.
Der Name des Cölber Vereins leitet sich von einem Grundstück „Auf der Hebert“ ab, das bei Gründung für den Bau des Wohngebäudes ins Auge gefasst worden war, inzwischen aber nicht mehr zur Verfügung steht. Unter anderem abhängig von der Entscheidung über die künftige Rechtsform ist also auch noch die Frage nach einem geeigneten Grundstück zu klären.

Die Mitglieder des Wohnprojekts treffen sich monatlich. Beim Seniorennetzwerk Cölbe liegen Informationsbroschüren aus. Auskunft erteilt auch Dagmar Lang, Telefon 0 64 21 / 83 16 2.

von Manfred Schubert

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