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Gemeinsam alt werden in Caldern

Wohnprojekt Gemeinsam alt werden in Caldern

Weil das eigene Haus und Grundstück im Alter oftmals zum Problem wird, drehte sich das „Dorfgespräch“ im Bürgerhaus Caldern um andere und neue Lebensformen in dem Dorf.

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Caldern ist ein lebenswerter Ort. Damit das für die Einwohner auch im Alter so bleibt, diskutieren einige Bürger nun neue Formen
des altersgerechten Wohnens.Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Caldern. Die von Bürgermeister Manfred Apell und dem Calderner Ortsvorsteher Kurt Vogt initiierte Veranstaltungsreihe „Dorfgespräch“ bietet den Rahmen, um über all das, was innerhalb einer Dorfgemeinschaft wichtig ist, miteinander locker ins Gespräch zu kommen.

Nachdem der St.-Elisabeth-Verein die ursprüngliche Idee, ein Seniorenheim in Caldern bauen zu wollen, aufgegeben hat, wie Peter Fuhge berichtete, sind für ein altersgerechtes Wohnen in Caldern nun neue Ideen gefragt.

Ob sich im Ort mit Hilfe eines Investors oder in Eigeninitiative von gleichgesinnten Bürgern ein gemeinsames altersgerechtes Wohn- und Lebensprojekt ermöglichen lässt, sollte an diesen Abend gemeinsam diskutiert werden. Und um den rund 50 Bürgern, die zum „Dorfgespräch“ gekommen waren, eine erste Vorstellung davon zu geben, wie ein gemeinsames Wohnprojekt aussehen könnte, hatten die Veranstalter das Ehepaar Vohwinkel eingeladen.

Vor rund zwei Jahren haben Dr. Bernhard und Ute Vohwinkel in Goßfelden den Verein Wohnhof Lahntal gegründet. Aufgrund ihres ganz persönlichen Engagements fanden sich Gleichgesinnte zusammen, die dort ein gemeinsames Wohnprojekt umsetzen wollen. Zurzeit stehen die Planungen des Vereins für das Mehrgenerationenwohn- und Lebensprojekt auf dem ehemaligen Festplatz in Goßfeldens „Neuer Mitte“ kurz vor dem Abschluss. In einem Ensemble von vier dreistöckigen Häusern in energieeffizienter Bauweise sollen auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück elf Wohneinheiten zwischen 55 und 120 Quadratmetern entstehen, die bis auf eine Ausnahme schon alle ihre Besitzer gefunden haben.

Die Wohnungen sind barrierefrei und über einen Aufzug komfortabel erreichbar. Ein großer Gemeinschaftsraum und Laubengänge sollen die Häuser miteinander verbinden, um somit den Bewohnern viele Möglichkeiten der Kommunikation bieten zu können. In unmittelbarer Nachbarschaft plant der Elisabeth-Verein eine ambulante Tagespflegeeinrichtung.

So wie in Goßfelden geschehen, werde die Gemeinde Lahntal auch in Caldern für die ersten Schritte entsprechende Starthilfe leisten, bevor mögliche Interessenten eigenes Geld in die Hand nehmen müssen, sagte Bürgermeister Manfred Apell.

Diese Hilfe bestehe im nächsten Schritt beispielsweise darin, die Bürger, die an diesem Abend ihr Interesse an einem gemeinsamen, altersgerechten Wohnprojekt anhand eines abgegebenen Fragebogens bekundeten, wieder einzuladen, so Apell.

Bei der nächsten Zusammenkunft sollen dann schon mehr Details, wie beispielsweise Standortfrage oder Finanzierungsmöglichkeiten, erörtert und diskutiert werden. Entsprechende Berater werden im Auftrag der Gemeinde alle notwendigen Informationen liefern, die ein Interessent für die Entscheidung braucht, einzusteigen oder mitarbeiten zu können.

Schon an diesem Abend kamen dazu viele Fragen aus dem Publikum. Ob sich in Caldern ähnlich wie in Goßfelden Menschen zu einer Gruppe zusammenfinden, die mit ihrem Engagement eine entsprechende Einrichtung schaffen werden, in der sie gemeinsam wohnen und zusammen leben wollen, diese Frage wird erst die Zukunft beantworten. Die Weichen dazu wurden möglicherweise aber schon gestellt.

von Elvira Rübeling

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