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Gemeinde will Friedhof übernehmen

Aus dem Parlament Gemeinde will Friedhof übernehmen

Schon vor Jahrzehnten hat die Gemeinde Münchhausen die Kassengeschäfte für den Friedhof auf dem Christenberg von der Kirche übernommen - nun will sie den Kirchhof komplett übernehmen.

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Der Friedhof an der Martinskirche auf dem Christenberg: Er gehört weiterhin der Kirche, doch wird er künftig vollständig von der Gemeinde verwaltet.

Quelle: Thorsten Richter

Münchhausen. Auf Gemeindeseite ist die Entscheidung einmütig gefallen - das Parlament stimmte der Übernahme des Friedhofs auf dem Christenberg in seiner jüngsten Sitzung zu. Seitens der Kirche steht die Entscheidung über den gemeinsam erarbeiteten Vertragsentwurf noch aus.

Der Friedhof auf dem Christenberg wird künftig vollständig in kommunaler Hand sein, wie auch alle anderen Friedhöfe in der Gemeinde. Bürgermeister Peter Funk (parteilos) schilderte dies als vorteilhaft, weil nun eine einheitliche Gebührenordnung gelte und die Kommune fortan über ein Urnengrabfeld verfüge. Was die Risiken von Sanierungskosten angeht, die bei Schäden an der Martinskirche auf die Gemeinde zukommen könnten, so beschwichtigte Funk das Parlament - die Zuständigkeit dafür bleibe bei der Kirche.

Ansonsten wird die Gemeinde den Friedhof mit allen Pflichten übernehmen. Begeistert waren die Parlamentarier davon nicht, auch wenn sie letztlich zustimmten.

Rainer Ulbrich (UGL) beklagte, er bekomme Bauchgrimmen von dem Vertrag. Er bezog sich vor allem auf die Formulierungen in Paragraf 4. Dort heißt es: „Die Gemeinde Münchhausen wird mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dafür sorgen, dass in Wort, Schrift und Bild auf den Grabsteinen jede Aussage, die die Evangelische Kirche oder eine andere christliche Gemeinschaft oder ihre Bekenntnisse und Lehren verächtlich macht, unterbleibt.“

Auch Klaus Weisenfeld, Fraktionsvorsitzender der SPD, sah die Sache kritisch: „Die Kirche hat alle Rechte, wir alle Pflichten.“ Damit bezog er sich auf den Übernahmevertrag zwischen Kirche und Gemeinde, der auch festlegt, dass die Kirche Eigentümerin des Friedhofs bleibt. „Ich find‘s merkwürdig, wo wir doch kein Geld haben“, sagte Weisenfeld und warnte davor, dass demnächst eine Mauersanierung an dem Friedhof anstehe.

von Carina Becker

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