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Gemeinde bereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor

Haushalt Gemeinde bereitet sich auf weitere Flüchtlinge vor

Die Gemeinde Lahntal hat bislang rund 85 Flüchtlinge aufgenommen. Mehr Wohnraum soll entstehen, deshalb sind im Haushalt 150.000 Euro für den Ausbau der Wohnung im Dachgeschoss der alten Schule eingeplant.

Goßfelden. Während der Sitzung am vergangenen Donnerstag in Goßfelden informierte Bürgermeister Manfred Apell die Gemeindevertreter über den aktuellen Stand bei der Schaffung von Flüchtlingswohnungen. Die 2015 durch das Parlament bewilligten knapp 62.000 Euro für Flüchtlingsprojekte stellte die Gemeinde bereit: für die Wohnungen im Gemeinschaftszentrum Goßfelden (5000 Euro) und im Dorfgemeinschaftshaus Caldern (50 000 Euro), für das Projekt „Voice“ zur Orientierung auf dem Arbeitsmarkt (4000 Euro) und für die Betreuung von Flüchtlingen in Lahntal (2500 Euro).

Zwölf Unterkünfte in sieben Ortsteilen der Gemeinde

Mitte Januar war der Sachstand bei der Unterbringung und beim Wohnraum für Flüchtlinge in der Gemeinde folgender: 114 Plätze waren vorhanden, 85 davon belegt, 29 frei. Die Zahlen änderten sich täglich, sagte Apell. In sieben Ortsteilen stehen nunmehr einschließlich der neu geschaffenen Wohnung in Caldern zwölf Unterkünfte bereit.

Die kleine Wohnung im Kulturzentrum Goßfelden wurde fertiggestellt, die Gemeinde beschaffte Möbel und Ausstattungsgegenstände, teils auch aus Sachspenden. Ein Flüchtling ist dort untergebracht. Gleichermaßen verlief es beim Wohnhaus auf dem Bauhofsgelände in Goßfelden, in das inzwischen sieben Personen eingezogen sind.

Zusätzliche Kosten beim Umbau in Caldern

Laut Apell ist der Umbau der bislang durch die Jugendpflege genutzten Wohnung in Caldern demnächst abgeschlossen. „Die Kosten werden höher ausfallen als zunächst erkennbar“, teilte Apell mit und erläuterte, dass die Warmwasserleitung vom Keller bis ins Obergeschoss erneuert werden musste – Kostenpunkt: 6000 Euro. Neue Fenster für 3000 Euro erwiesen sich ebenfalls aus notwendig. Apell sprach über Erfahrungen mit der Zuteilungsbehörde beim Landkreis, mehrfach stellten sich „zusätzliche Maßnahmen“ ein.

So habe in Caldern noch der Anstrich erneuert werden müssen – „und die Fußböden wurden ebenfalls als nicht ausreichend schön benannt“.  Teppiche als Sachspende werden gesucht oder müssen ansonsten gekauft werden. Geht es um Mobiliar oder Handwerksleistungen, so zähle nicht nur der günstigste Preis, sondern auch, wann geliefert werden könne oder wann die Arbeiten ausgeführt werden könnten. Die Arbeiten an der Wohnung waren vergangene Woche so weit abgeschlossen, dass die Aufnahme weiterer Flüchtlinge dort vorgesehen war.

Projekt „Voice“ vorerst nicht in Lahntal

Wie vom Parlament beschlossen, bekundete die Gemeinde Lahntal beim Landkreis ihr Interesse, am Projekt „Voice“ teilzunehmen – dabei geht es um gezielte Orientierung von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt. Die dafür 2015 bereitgestellten 2500 Euro werden vorerst nicht benötigt, denn der Landkreis sehe derzeit nicht vor, das Projekt in Lahntal zu starten. „Erst sind Amöneburg und Ebsdorfergrund dran“, berichtete Apell.

Für die hauptamtliche Betreuung von Flüchtlingen in Lahntal schaffte die Gemeinde eine Stelle und engagierte Sigrid Wojke, die bessere Möglichkeiten für die Integration von Flüchtlingen erkunden und den Gesamtprozess der Integration in der Gemeinde begleiten soll.

von Carina Becker

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