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Ganz Göttingen wird evakuiert

500-Kilo-Bombe Ganz Göttingen wird evakuiert

Schon wieder wurde im Landkreis eine Fliegerbombe gefunden. - Im Gegensatz zu jener, die am Ortenberg in Marburg kontrolliert gesprengt wurde, weist die zwischen Göttingen und Cölbe die zehnfache Sprengkraft auf.

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Der gesamte Lahntaler Ortsteil Göttingen sowie auch Sarnau-Bahnhof werden am Dienstag ab 8 Uhr für einige Stunden evakuiert. Für den überregionalen Verkehr auf der B 62 und B 252 werden Umleitungen eingerichtet.

Quelle: Thorsten Richter

Göttingen. Bei den schon seit einiger Zeit laufenden Untersuchungen des Landes Hessen eines privaten Waldgebietes (die OP berichtete) haben Experten des Kampfmittelräumdienstes am Steilhang an der Gemarkungsgrenze zwischen der Gemeinde Cölbe und dem Lahntaler Ortsteil Göttingen eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geortet. Dabei handelt es sich nicht wie bei den letzten beiden Fällen in Marburg um eine 50-Kilo-Bombe, sondern um einen 500 Kilo schweren Blindgänger.

Am Dienstag soll die Bombe, die offensichtlich über zwei Zünder verfügt, von Experten entschärft werden. Dabei soll auch ein ferngesteuerter Roboter zum Einsatz kommen. Für den Fall, dass das mit der Entschärfung nicht funktioniert, ist eine kontrollierte Sprengung geplant. Dazu wird die freiwillige Feuerwehr parallel zu den Vorbereitungsarbeiten von der Lahn aus eine Schlauchleitung trocken verlegen.

Wozu das? „Wenn es zu einer Sprengung kommt, werden auf die Bombe zwei Wassersäcke mit jeweils 25000 Liter Wasser gesetzt“, informiert Cölbes Gemeindebrandinspektor Volker Vincon. Da die Befüllung der Säcke gut eineinhalb Stunden in Anspruch nehmen wird, sei es besser, dann gleich auf eine fertige Leitung zurückgreifen zu können, so Vincon weiter.

Aus Sicherheitsgründen werden vor den Arbeiten an der Bombe im Radius von 1000 Metern alle Häuser evakuiert. Die Lage der Bombe sorgt dafür, dass davon der komplette Lahntaler Ortsteil Göttingen inklusive Sarnau-Bahnhof betroffen sein wird. Ab 8 Uhr muss das Gebiet voraussichtlich für den ganzen Vormittag verlassen werden, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Natürlich ist dann auch das Betreten des Waldgebietes im Bereich der Radwegbrücke über die Lahn (Hippersberg) verboten.

Und wo sollen die Bewohner so lange hin? - Das ist ihnen zunächst einmal freigestellt. Sie können Einkaufen gehen, Freunde besuchen oder, und das ist ganz wichtig, die Zeit im „Haus am Wollenberg“ in Sterzhausen verbringen. Die Gemeinde Lahntal unterbreitet dieses Angebot an alle, die ihre Häuser verlassen müssen, insbesondere für jene, die sonst keine Anlaufstation haben. Die Menschen werden dort versorgt, unter anderem stellt die OBERHESSISCHE PRESSE kostenfrei tagesaktuelle Ausgaben zur Verfügung. Göttingens Ortsvorsteher Otto Selbmann war bereits am Freitag im Ort unterwegs, um alle Bewohner, sofern sie es noch nicht über die Medien erfahren hatten, über die Evakuierung zu unterrichten und auch aufzunehmen, wer an diesem Tag Hilfe benötigt. „Nicht alle Menschen können sich mal schnell in ihr Auto setzen und wegfahren“, sagt Selbmann. So erstellt er eine Liste, wo jene Mitbürger draufstehen, die Hilfe benötigen und/oder abgeholt werden müssen. „Die Menschen nehmen die Nachricht besonnen und vernünftig auf“, sagt Selbmann gegenüber der OP. Der Kommunale Bauhof der beiden Gemeinden sowie auch die Feuerwehr Lahntal werden ebenfalls am Dienstag im Einsatz sein.

„Wir werden unter anderem Fahrdienste übernehmen und uns um die Verpflegung kümmern“, sagt Lahntals Gemeindebrandinspektor Thomas Rösser. Die Einsatzleitung wird im Feuerwehrhaus in Goßfelden sein, Rösser rechnet damit, dass ihm 30 Feuerwehrleute zur Verfügung stehen werden. Generell wird von den Experten empfohlen, alle Fahrzeuge, die frei in den Straßen stehen, zu entfernen oder in Garagen oder Carports zu fahren, um eventuelle Beschädigungen zu verhindern. Die Bewohner sollten zusätzlich daran denken, ihre Haustiere nicht draußen zu lassen. Die Gemeinde Lahntal bittet alle betroffenen Bürger darum, sich auf die Evakuierung vorzubereiten und am Dienstag das Gebiet zügig zu verlassen. Die Evakuierung wird von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes koordiniert und ausgeführt.

Wer weitergehende Fragen hat, kann sich am Montag gerne an die Gemeindeverwaltung Lahntal unter Telefon 06420/82300 und an die Gemeindeverwaltung Cölbe unter Telefon 06421/98500 wenden.

von Götz Schaub

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