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Für die Ruhe nach dem nächsten Sturm

Nasslagerplatz Für die Ruhe nach dem nächsten Sturm

Es ist einer der größten Nasslagerplätze Hessens: Bis zu 75000 Stämme haben zwischen Bottendorf und Ernsthausen Platz, wenn durch Stürme geworfenes Holz im Forstamt Burgwald zwischengelagert werden muss.

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Der Testlauf der überarbeiteten Beregnungsanlage im Burgwald am Herrenweg war erfolgreich. Darüber freuten sich (von links) Arno Süssmann, Frank Kleinwächter und Matthias Hupfeld vom Forstamt Burgwald.

Quelle: Andrea Pauly

Bottendorf. Derzeit ist der Lagerplatz am Herrenweg nur eine große, brach liegende Fläche, hohe Gräser, Brennnesseln und Disteln wachsen. Doch alle paar Jahre – immer nach heftigen Stürmen – verändert sich der Platz dramatisch: Dann türmt sich links und rechts des Waldweges das Holz vier Meter hoch auf, Reihe an Reihe, Stamm an Stamm. Drei bis vier Jahre bleibt das Holz dort liegen.

Ziel der Beregnung ist es, Insekten und Pilze aus den Stämmen zu halten und es so für zwei bis drei Jahre lagerfähig zu machen. Im Winter schützt eine Eisschicht das Holz vor Schädlingen. Die Qualität des Holzes bleibt erhalten – so gleicht das Forstamt nach Windwürfen Preisschwankungen aus.

Derzeit ist der Platz leer und dient lediglich, um Verkaufsholz kurzfristig zwischenzulagern. Um für den nächsten Ernstfall gewappnet zu sein, hat das Forstamt aber eine neue Steuerung installieren lassen und die Leitungen und Regner überarbeitet. Denn Stürme mit Windwurf sind jederzeit möglich, die Beregnungsanlage muss schnell einsatzbereit sein. Damit das der Fall ist, hat das Forstamt in den vergangenen Wochen die Leitungen, Dichtungen und die Regner kontrolliert, zum Teil ausgetauscht und eine neue Steuerung mit Regensensor und Strömungskontrolle installieren lassen. Dafür hat das Forstamt etwa 15000 Euro investiert. Der Testlauf verlief erfolgreich.

Revierleiter Matthias Hupfeld und der stellvertretende Forstamtsleiter Arno Süssmann informierten über die Funktionsweise und die Technik der Beregnungsanlage. Diese wässert die Stämme aus bis zu 300 Regnern. Dabei ist es wichtig, dass das Holz sehr kompakt gelagert wird. Deshalb wird es auf genau 18 Meter Länge gesägt, bevor es nach einem genauen System gestapelt wird. So stellen die Waldarbeiter sicher, dass die Regner jeden Quadratzentimeter erreichen und zudem das übrige Wasser abfließt. Die Beregnungsanlage wird über starke Pumpen aus zwei Teichen gespeist. Wasser, das nicht vom Holz aufgenommen wird, fließt über Gräben zurück in die Reservoirs.

Eingerichtet wurde der Platz 1985 als einer der ersten in Hessen – damals für 25000 Festmeter, was etwa ebenso vielen Stämmen entspricht. 300000 Mark kostete die Anlage damals. Schon ein Jahr später wurde er für 100000 Mark auf eine Fläche von vier Hektar vergrößert. Damit zählt der Beregnungsplatz zu den größten in Hessen; etwa 75000 Festmeter haben dort heute Platz. Im Jahr 1990, nach den Stürmen „Vivian“ und „Wiebke“, brauchte das Forstamt die gesamte Kapazität. Zuletzt war der Platz nach dem Orkan „Kyrill“ von 2007 bis 2009 in Gebrauch: Etwa 40000 Stämme lagerten dort – das entspricht 2000 Lastwagenladungen.

Die laufenden Kosten pro Jahr und Festmeter liegen laut Forstamt bei 2,50 Euro – eine Investition, die durch den höheren Verkaufspreis bisher immer ausgeglichen worden sei.

von Andrea Pauly

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