Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Für die Ortsmitte gibt es neue Impulse

Münchhäuser Infrastruktur Für die Ortsmitte gibt es neue Impulse

Der Unterfranke Daniel Warney investiert in die Münchhäuser Nahversorgung. Er hat in der Dorfmitte einen Frischemarkt eröffnet. Bürgermeister Peter Funk sieht dadurch Entwicklungsmöglichkeiten für eine lebendige Ortsmitte.

Voriger Artikel
Förderverein kümmert sich um den Erhalt der Kirche
Nächster Artikel
Chaos im Bücherwürfel beseitigt

Daniel Warney (links) ist optimistisch, den Markt in Münchhausen zum Laufen zu bringen. Bürgermeister Peter Funk versteht die Investition auch als Chance für die Dorfentwicklung.

Quelle: Götz Schaub

Münchhausen. Der Gutkauf hat schon geöffnet, ist aber noch längst nicht fertig eingerichtet. Der neue Investor, der nach dem Auszug des Edeka-Marktes die 700 Quadratmeter große Verkaufsfläche übernommen hat, ist gerade dabei, alles herzurichten, zu renovieren und Teile der Fläche neu zu nutzen. Der neue Investor Daniel Warney kommt nicht aus der Großgemeinde, er kommt nicht aus dem Landkreis, er kommt auch nicht aus dem Bundesland Hessen. Er kommt aus Unterfranken, lebt also 170 Kilometer entfernt von Münchhausen. Dennoch ist er motiviert, die Nahversorgungs-Infrastruktur in Münchhausen zu entwickeln.

So will er in seinem Frischemarkt zusammen mit der Bäckerei Eckhardt ein kleines Café einrichten, das Menschen animieren soll, dort auch zu verweilen, andere Menschen zu treffen und sich zu unterhalten. Direkt links vom Eingangsbereich sollen ab Ende Februar oder Anfang März Floristik-Artikel angeboten werden, im Laden soll zudem ab 15. Februar ein Postschalter in Betrieb genommen werden, der wie der Laden selbst montags bis freitags durchgängig von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet hat.

Warney entschuldigt sich, dass es derzeit noch ein bisschen holpert. Er sagt, dass der anvisierte Wechsel im Dezember zeitlich nicht so vonstatten gegangen sei, wie von ihm gewünscht. Deshalb müsse er jetzt noch einiges renovieren und umstellen. Der Laden wirkt deshalb an manchen Stellen noch unfertig.

Zu den ersten Kunden zählt Peter Funk. Der Bürgermeister der Gemeinde Münchhausen arbeitet nicht nur Luftlinie 200 Meter vom Markt entfernt, er wohnt auch nicht viel weiter entfernt. Er begreift das Angebot des neuen Betreibers und Pächters als eine große Chance für die Entwicklung einer lebendigen Mitte in Münchhausen. „Früher standen die Menschen an den Milchbänken zusammen, aber die Veränderungen haben auch die sozialen Treffpunkte weniger werden lassen.“

Postschaltzer ist auch für Verwaltun ein Gewinn

Ein Einkaufsmarkt im Ort sei hingegen ein echtes Angebot, sich schnell zu versorgen und dabei unter die Leute zu kommen. Nicht anonym, sondern mit denen, die man aus dem Dorf kennt, mit denen man gerne mal wieder ein Wort wechseln würde.

Auf den Postschalter freut sich Funk auch beruflich. „Bei den Öffnungszeiten ist es für unsere Verwaltung wesentlich leichter, die anfallende Post aufzugeben.“

Derzeit, da ist Warney ganz ehrlich, fährt der Markt ein Minus ein. „Wenn sich der Markt rechnen soll, muss der Umsatz steigen.“ Damit dies geschieht, will Warney den Menschen in Münchhausen näherkommen. Er will zum einen mit seinem Angebot überzeugen, zum anderen auch auf Kundenwünsche eingehen. Gerne ist er auch bereit, mit Direktvermarktern aus der Region in Kontakt zu treten, um darüber zu sprechen, welche Waren sie zuliefern könnten.

Auf der anderen Seite bringt er auch Waren aus Franken mit nach Münchhausen. „Ich habe unter anderem qualitativ hochwertige Wurstwaren, doch merke ich, dass die Kunden zögerlich sind, weil sie die Marke nicht kennen. Da müssen sie einfach mal austesten und probieren.“ Beim Alpenkäse habe es bereits schon funktioniert. „Wer den mal hatte, fragt jetzt auch gleich wieder nach“, freut er sich. - Vielleicht bietet Warney ja mal einen Stand mit fränkischen Erzeugnissen an? Wer weiß?

Jedenfalls sucht er noch nach Ideen, wie er sonst das Vertrauen der Münchhäuser gewinnen kann. Auch wenn Warney weit weg wohnt, hat er sich entschieden, hier in Münchhausen etwas aufzubauen. Und er will es mit Herzblut tun. Und so treibt er die Planungen voran, den Kunden mehr zu bieten als nur Lebensmittel. Insbesondere das Café-Projekt in Zusammenarbeit mit der angrenzenden Bäckerei soll den Kunden und damit natürlich den Bürgern des Ortes und der umliegenden Dörfer ein attraktives Zusatzangebot geben. Auch Durchreisende können sich dann dort gerne für eine Pause niederlassen.

Bis zu dreimal in der Woche möchte Warney eine warme Theke anbieten. Die Aktion mit Wellfleisch kam jedenfalls schon mal gut an. „Wenn die Leute wissen, dass sie sich hier schnell für ein Mittagessen eindecken können, wird das mit dazu beitragen, dass sie auch kommen“, ist sich Funk sicher. Insbesondere ältere Menschen müssten dann nicht mehr jeden Tag für sich kochen und kämen so automatisch auch unter Leute. Ein Laden kann aber letztendlich auch nur so gut sein, wie sein Personal. Und da ist Warney aufgrund der Kürze der Zeit auch noch auf der Suche nach Fachkräften. Ein weiteres Projekt ist der Versuch, den Getränkemarkt so abzugrenzen, dass Warney dafür die Genehmigung erhält, diesen auch sonntags zu öffnen.

Wer Warney regional produzierte Waren zum Mitverkauf anbieten möchte, kann sich bei ihm unter Telefon 0157/73285759 melden.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr