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Fünf Tage lang ein "grandioses" Erlebnis

Grenzgang Goßfelden Fünf Tage lang ein "grandioses" Erlebnis

Das war‘s für die nächsten sieben Jahre. Doch eins ist mal klar, die fünf zurückliegenden Tage liefern genug Stoff, sich sieben Jahre lang gern an sie zu erinnern, bevor 2023 neue Geschichten geschrieben werden.

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Wohlgelaunt durch Feld und Flur ging es am Freitag noch bei großer Hitze. Samstag kam dann der große Regen.

Quelle: Nadine Weigel

Goßfelden. Die Stimmung im Goßfeldener Festzelt war am Montag nach einem langen Festwochenende noch einmal richtig gut. Nicht nur die Boptowncats sorgten zum Frühschoppen für beste Laune, auch die unverwüstlichen Goßfeldener Grenzgangmusikanten spielten wieder auf, als hätte es für sie in den vergangenen Tagen keine besonderen Strapazen gegeben. Sensationell, was die gut 30 Musiker geleistet haben, um den Grenzgang musikalisch zu umrahmen. Unter anderem schickten sie an den beiden Grenzgangtagen immer wieder Abordnungen in Feld und Flur, um an den Grenzsteinen aufzuspielen und das Huppchen über die Steine würdig in Szene zu setzen.

Also, die Gäste waren durchweg gut gelaunt. Unter ihnen waren auch Johannes Katzer und Marlies Kemper, die beide Ehrenmitglieder des Goßfeldener Grenzgangvereins sind. Diese waren sehr zufrieden mit dem Fest und hoben vor allem den Festzug, dessen „sehr gute Organisation“, das natürlich gute Orchester und die damit einhergehende besondere Atmosphäre hervor. Kritisch betrachteten sie allerdings, ähnlich wie auch Monika Sause, die Lage des neuen Festplatzes, der früher noch in der Mitte des Ortes gelegen hatte. Außerdem bemängelten sie die „etwas zu hohe Lautstärke“ der Musik. Insgesamt aber gefiel ihnen die Feier auch aufgrund einer guten Beteiligung der Leute, auch derer, die von außerhalb kamen, sehr gut.

Die Zufriedenheit beschränkte sich keineswegs nur auf die einheimischen Gäste. Auch Vanessa Lagrange, die mit ihrer Familie aus Sussargues, der französischen Partnergemeinde Lahntals nach Goßfelden gekommen war, äußerte sich besonders über die allgemeine Stimmung, den Festzug und die EM-Feier am Sonntag sehr positiv. Einzig die Lautstärke im Festzelt war auch ihr zu hoch, da man sich kaum unterhalten habe können.

Rund zehn Stunden Rohmaterial für einen Film

Jedoch habe ihr die Veranstaltung und vor allem die Musik insgesamt sehr gefallen. Auch Stefan Weiershausen aus Caldern war glücklich, forderte jedoch, dass die Musikgruppe „Boptown Cats“, die den Frühschoppen musikalisch begleitet hatte, nächstes Mal ruhig im Hauptprogramm auftreten soll.  

Und was sagt der Vorsitzende der verschworenen Grenzgänger, Rolf Bickhard? Immerhin stand er das erste Mal ganz vorne in der Verantwortung. Da wiegelt er ab. Zum einen hat er große Erfahrungen als langjähriger Zweiter Vorsitzender und zum anderen sieht er sich als Teil eines funktionierenden Teams. „Ich war innerlich eigentlich immer entspannt. Auch schon in der Vorbereitungszeit, weil ich wusste, dass ich mich auf die Leute, die mitgeholfen haben, verlassen konnte. Sicher gab es aber auch im Vorfeld einige emotionale Diskussionen um den neuen Festplatz“, gibt er zu.

Menschen haben sich lange auf das Fest gefreut

Dabei standen der Ort und die Größe stets im Fokus. Nun, am Ort ist nichts mehr zu drehen, aber die Größe, da ist sich Bickhard ganz sicher, ist mindestens so wie der alte war. Und Bürgermeister Manfred Apell hatte ja während seiner Begrüßungsrede in Aussicht gestellt, dass man da sogar noch etwas nach oben machen könne. „Es hat alles drauf gepasst und es gab ausreichend Platz“, resümiert Bickhard.

Festzug, Grenzgang Goßfelden. TV 06 Goßfelden. Foto. Tobias Hirsch

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Dann kommt er auf die einzelnen Tage zu sprechen und weiß gar nicht, welcher der schönste war. „Es war einfach nur grandios“, sagt er. Und weiter: „Schon am Donnerstag hat man deutlich gespürt, dass die Leute einfach bereit waren und sich alle auf das Fest gefreut haben. Die Totenehrung mit dem Taubenaufstieg am Ende war sehr gelungen. Die Idee mit den Tauben hatte übrigens der Taubenverein selbst.“ Der heißt auch noch „Heimatliebe“ „Passt eigentlich genau zu dem, für das das Grenzgangfest steht – Traditionen der Heimat zu bewahren.“ Zum guten Schluss sagt Bickhard: „Am meisten wird mir in Erinnerung bleiben, dass das Fest nicht nur in Goßfelden, sondern auch in den umliegenden Dörfern eine hohe Akzeptanz erfahren hat und dass die Menschen gerne hierher gekommen sind, um beispielsweise am Festzug teilzunehmen.“

Edward Wypchlo war immer mit der Kamera dabei

Tja, und dann war da noch so ein Mensch, der ständig und überall dabei war, den viele aber gar nicht so einordnen konnten. Er hatte jedenfalls immer eine große Filmkamera dabei. Sein Name ist Edward Wypchlo – und richtig, er kommt nicht aus Goßfelden, hat dort auch keine Wurzeln und kannte es bis dato gar nicht so richtig. Aber er ist begeistert von dem, was er die letzten Tage erleben durfte. Und er hat es konserviert „Rund zehn Stunden Rohmaterial für einen 90-Minuten-Film“, sagt er. Man darf jetzt schon gespannt sein.

Grenzgangfest in Goßfelden, Grenzbegang zweiterTeil in der Gemarkung Wetteramt.

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Wie ist er nun nach Goßfelden gekommen? Nun, Birgit Thom, die Vorsitzende des Festzugausschusses, war privat bei einem Schützenfest in Mönchengladbach, sah Wypchlo dort eifrig filmen und engagierte ihn vom Fleck weg. „Das war für mich ein schönes Erlebnis. Ich finde die Leute hier alle sehr nett und das Fest hat mir sehr gut gefallen. Schön zu sehen, wie hier Tradition gepflegt wird und alle zusammen, egal welchen Alters, Hand in Hand arbeiten für dieses Fest.“

Bildergalerie vom Grenzgangverein steht online

Und Heiko Friedrich, der Pressewart des Vereins, hat ganz viele Fotos geschossen und gesammelt, die der Festausschuss des Grenzgangfestes als Fotodokumentation im Laufe des heutigen Tages ins Netz stellt, die unter diesem Link erreichbar ist: www.flickr.com/photos/144267590@N03/albums.

Was war eigentlich sein absolutes Highlight? Heiko Friedrich weiß das sofort: „Persönlich finde ich den Fackelzug am Donnerstagabend am schönsten. Dann weiß ich, es ist Grenzgang.“

Hilfskräfte standen alle fünf Tage immer bereit

Ein großer Dank richtet sich nicht nur an die vielen freiwilligen Helfer, sondern auch an diejenigen, die freiwillige Dienste für die Sicherheit der Feiernden und Gäste schoben: Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz. Horst Galonska von der DRK-Bereitschaft  Wetter freute sich, obgleich so viele Menschen an den Tagen zusammenkamen, dass alles im Rahmen blieb. Keine schlimmen Unfälle, hier und da mal eine Schürf- oder Schnittwunde und ein paar „junge Damen“, die Kreislaufprobleme bekamen, weil sie offensichtlich zu wenig gegessen und getrunken hatten, um die Grenzgänge gut zu überstehen.

 
Der Grenzgang in Goßfelden wurde generationsübergreifend gefeiert und steht damit auf soliden Füßen, was die Zukunft angeht. Foto: Nadine Weigel

von Götz Schaub und Paul Schunk

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