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Frühlingserwachen in Sterzhausen

Oster- und Frühlingsmarkt Frühlingserwachen in Sterzhausen

Der 19. Frühlings- und Ostermarkt des Volkstanz- und Trachtenkreises Sterzhausen im Haus am Wollenberg hat in der Region den Frühling eingeläutet. Schon die Dekoration der Halle lohnte den Besuch.

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Die Erste Beigeordnete Claudia Meyer-Bairam eröffnet den Markt, rechts der Vereinsvorsitzende Rolf Klinge.

Quelle: Martina Koelschtzky

Sterzhausen. 43 Aussteller und kulinarische Leckereien warteten auf die Gäste. Die Dekoration, die jeder Ausstellungsausschuss des Vereins jedes Jahr neu entwirft, feierte das 40-jährige Bestehen des Volkstanz- und Trachtenkreises in diesem Jahr mit Kränzen mit der 40, Reisigbesen und Paletten voller Eier, die kopfüber von der Decke hingen. Schon zwischen den Jahren hätten die Vereinsmitglieder mit den Arbeiten an der Dekoration begonnen, berichtete Martina Klinge vom Vorstand, in den letzten vier Wochen sei dann mit Hochdruck gearbeitet worden. Zum Markt seien rund 100 Helfer dabei, nicht nur aus dem 120 Mitglieder, „von ganz klein bis Ende 70“ zählenden Verein, sondern auch viele andere aus dem Ort.

Bereits zur Eröffnung war die Halle voll, der Besucherstrom riss an beiden Tagen nicht ab.

In einer gelungenen Mischung aus Frühlingsfest und Markt boten die Aussteller alles von Dekorationen über Kleidung, Papier- und Holzwaren, handgeflochtenen Körben oder Schmuck. Nach den Regeln des Marktes ist alles selbst und von Hand gefertigt, sodass die Besucher sich auf Hochwertiges einstellen können.

Das gilt auch für das umfangreiche Kuchen- und Tortenbüfett, für Grüne Soße oder Spießbraten, hessischen Kartoffelsalat oder Wurst- und Schmalzbrot. Dieses Jahr gab es erstmals auch Backhausbrot aus dem neuen Dorfbackhaus.

Aussteller sind zufrieden

Die Aussteller kommen meist aus der näheren Umgebung, und auch für sie ist der Markt etwas Besonderes. Doris Brand-Füssel aus Biedenkopf, die kunstvolle Dekorationen und Blumenge­stecke anbietet, freut sich immer schon auf Sterzhausen, berichtet sie. „Die Veranstalter kümmern sich unglaublich um uns Aussteller. Wir bekommen immer ein kleines Geschenk, in diesem Jahr selbstgemachte Marmelade, und über den Tag bringen uns die Jugendlichen des Vereins Kaffee. Das Tollste ist aber das Ausstellerfrühstück am Sonntagmorgen vor der Eröffnung. Wir können uns ja während des Tages kaum sehen, aber da können wir reden und Erfahrungen austauschen.“

„Der Markt hat den Ruf, dass es hier nur Besonderes gibt“, sagt Patricia Brodt aus Bracht, die kreative Bekleidung aus Filz und Strick anbietet. „Deshalb war ich richtig stolz, als Martina Klinge vom Volkstanz- und Trachtenkreis bei mir angefragt hat, ob ich dieses Jahr dabei sein wollte.“ Und so sorgt ihr Stand für eine leuchtend bunte Ecke in der Halle, bei der man sich auf den ersten Blick kaum entscheiden kann, ob hier Kunst oder Bekleidung angeboten wird.

Die handgenähten Bären von Esther Kühn und Heike Walter aus Burg entführen dieses Jahr nach Afrika. Aber auch in Zipfelmütze oder als kuschelndes Bärenpaar „Olli und Molli“ besticht jedes ihrer Tiere durch eine sehr individuelle Mimik.

Bei Betty Bösser aus Dautphe sehen die handgemachten Seifen wie Tortenstücke oder Rosenblüten aus. Porzellanmasse aus dem französischen Limoges verwendet Töpferin Ute Schwarz aus Spangenberg für ihr auf der Scheibe individuell gefertigtes Geschirr.

Segenssprüche in Sütterlin

Natürlich gab es auch die traditionellen Ostereier der Region. Seit über 30 Jahren fertigt Ingeborg Schick aus Ginseldorf die Wachsbatik-Eier in den Farben der katholischen Tracht, für die die katholischen Orte rund um Marburg berühmt sind. Gerne schreibt sie für die Käufer eine Übersetzung der traditionellen Segenssprüche in Sütterlin in heutiger Schrift auf ein Kärtchen und gibt Tipps, wie die Eier aufzubewahren sind. Auch Margot Friebertshäuser aus Friedensdorf fertigt mit 79 noch die unglaublich filigranen Verzierungen der traditionellen Ostereier an und verwendet auch Motive aus der Hessenstickerei, die sie ebenfalls beherrscht. In ihrer Jugend habe sie die Techniken im Dorf gelernt und es habe sie nicht mehr losgelassen, sagt sie.

Aus dem Schwarzwald holt Elfi Graf aus Stadtallendorf die Wollstoffe, aus denen sie ihre Jacken und Westen näht. „Das geht nicht übers Internet, Stoff muss man anfassen können“, findet sie. Eine Bastelecke und Kinderschminken sorgten dafür, dass sich auch kleine Besucher nicht langweilten, während die Eltern den Markt erkundeten. So war dieser wieder rundum ein Erfolg und wird im nächsten Jahr sicher seine 20. Auflage begehen können.

von Martina Koelschtzky

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