Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Forderung: Bahn soll wieder in Todenhausen halten

Bürgerversammlung Forderung: Bahn soll wieder in Todenhausen halten

Wünsche, Fragen und Beschwerden zu Verkehr, Friedhof, Kanälen und Dämmen kamen bei der Bürgerversammlung in Todenhausen zur Sprache.

Voriger Artikel
Jede Idee ist ein Plus für die Kernstadt
Nächster Artikel
Lokale Allianz für würdevollen Umgang

Ganz oben auf der Wunschliste der Todenhäuser, sagte Ortsvorsteher Ralf Funk (rechts), steht die Einrichtung einer Bedarfshaltestelle der Bahn.

Quelle: Manfred Schubert

Todenhausen. Eine „ordentliche Beteiligung“ konstatierte Stadtverordnetenvorsteher Nils Jansen (SPD) zum Abschluss der Bürgerversammlung. Unter den 31 Teilnehmern seien neben den Vertretern der politischen Gremien 18 Einwohner des Dorfes gewesen.

Die Hälfte der zweistündigen Veranstaltung war der Ortsbegehung gewidmet, bei der die wichtigsten Themen aus Sicht des Ortsbeirates erläutert wurden. Erste Station war der Friedhof. Da ging es zum einen darum, dass Terrassen für neue Grabfelder angelegt werden müssen, zum anderen wurden Beschwerden über die Qualität der vom Bauhof geleisteten Pflegearbeiten geäußert. „Hecken wurden nicht geschnitten, Mäharbeiten schlecht ausgeführt“, trug Ortsvorsteher Ralf Funk vor. Zum Teil habe man selbst Hand angelegt.

Beim Bahnübergang wurde der, neben der seit Jahrzehnten geforderten Ortsumgehung, größte Wunsch der Todenhäuser angesprochen: die Einrichtung einer Bedarfshaltestelle der Bahn in Todenhausen. Funk sagte: „Seit 2011 diskutieren wir darüber, sie ist immer noch zu 85 Prozent förderfähig. Die Bedarfsermittlung zeigte, dass 34 Personen diese beruflich sowie 38 Schüler diese täglich nutzen würden, 30 am Wochenende. Von geschätzten 250000 Euro Gesamtkosten müsste Wetter nur etwa 38000 Euro übernehmen. Die Zahlen liegen dem Magistrat vor, aber es tut sich nichts.“

SPD-Vorsitzender Jansen sowie Harald Althaus, Fraktionsvorsitzender der SPD, wunderten sich, dass der Ortsbeirat bisher das Angebot nicht genutzt habe, das Anliegen als politischen Antrag einzubringen. Er liege „fix und fertig in der Schublade“, der Ortsbeirat müsse nur unterschreiben. Funk erklärte, dass man nun diesen Weg gehen werde.

Kritisch sprach Funk an diesem Ort auch das geplante Hochwasserrückhaltebecken an. Es soll bis zu 460000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, entsprechend soll der Damm direkt hinter den Bahngleisen zwei Meter hoch werden. Jansen meinte, dies werde man nicht mehr umplanen, es gehe um den Schutz der Unteranlieger an Lahn und Rhein, deswegen sei es so groß dimensioniert.

Idee: Jugendclub zum Backhaus umbauen

Auf dem Rückweg zum Bürgerhaus legte man noch einen Halt am ehemaligen Jugendclub ein. Da er seit sechs Jahren nicht mehr genutzt wurde, entstand die Idee, ihn zum Backhaus umzubauen und so vor Leerstand und Verfall zu bewahren. In 100 Stunden Eigenleistung wurde er bereits entkernt, ohne Geld für Material geht es derzeit aber kaum weiter. Der Bedarf ist für den Haushalt 2015 angemeldet worden. Vielleicht gebe es auch die Möglichkeit, Gelder über die Region zu erhalten, hofft der Ortsbeirat.

Im Bürgerhaus schloss sich Bürgermeister Kai-Uwe Spanka der Versammlung an. Funk trug den Wunsch vor, dass die als Sackleitung ausgeführte Wasserleitung Kirchweg / Zur Winterseite zur Ringleitung umgebaut werde. Zudem laufe der gemeinsame Kanal für Oberflächen- und Schmutzwasser bei Starkregen über. Spanka sagte, er gebe das Thema an die Zweckverbände weiter, glaube aber nicht, dass bald etwas geschehen werde.

Zur Frage nach dem Sachstand bezüglich Windkraft in der Gemarkung Todenhausen erklärte Spanka, dass die Messung eine Prognose von 5,2 Meter pro Sekunde für die kommenden zehn Jahre ergeben habe, also weniger als die für Windvorrangflächen erforderlichen 5,5 Meter pro Sekunde.

Das müsse bedeuten, dass sie keinesfalls Vorrangfläche bleiben könne, sie sei seiner Einschätzung nach „für Windkraft tot“. Für die geplanten Windkraftanlagen habe es auch vorher schon eine Ablehnung des Denkmalschutzes wegen des Blicks auf die Burgruine Mellnau gegeben.

B 252 bleibt Thema

Das Thema B252 steht in Todenhausen immer auf der Tagesordnung. Spanka erklärte, man werde nochmals im Ministerium in Wiesbaden und Berlin auf die „fatale Lage“ aufmerksam machen, falls nur der erste Bauabschnitt der Umgehung vollendet würde. Es müsse nicht erst 2022 werden, bevor der nächste Abschnitt angegangen werde. Die Variante, den Verkehr über die neue K123 hinter Wetter vorbeizuleiten, gebe Chaos, das dürfe man sich nicht gefallen lassen. „Wir sind jederzeit bereit, etwas zu machen. Man muss uns nur Bescheid sagen“, spielte Funk auf öffentlichkeitswirksame Aktionen wie den „Herbstputz“ an.

Mehrere Einwohner berichteten von Lkw, die, sobald sie an den Radarsäulen vorbei sind, sich gegenseitig oder auch Pkw in den Ortslagen von Todenhausen und Wetter überholen.

Spanka merkte hierzu an, dass zweieinhalb Mitarbeiter die Verkehrsüberwachung der vier Nordkreiskommunen vornehmen. In jeder Bürgerversammlung in jedem Dorf gebe es solche Klagen. „Wir könnten uns nur noch um Verkehrsüberwachung kümmern. Wir brauchen die Ortsumgehung, und 2022 muss nicht der zweite Bauabschnitt beginnen, sondern fertig sein“, bekräftigte er.

von Manfred Schubert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr