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Fließender Übergang im Schiedsgericht

Neue Schiedsfrau Fließender Übergang im Schiedsgericht

Die Cölberin tritt in die Fußstapfen von Karl Friedrich Hölting, der gestern am Marburger Amtsgericht sein Amt niederlegte und vom Land Hessen für zehn Jahre geehrt wurde.

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Bürgermeister Volker Carle (links) und Wolfgang Petri, stellvertretender Direktor des Amtsgerichts (rechts) gratulierten dem scheidenden Schiedsmann Karl Friedrich Hölting und Nachfolgerin Doris Woldag.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ein Jahrzehnt war Hölting stellvertretender Schiedsmann der Gemeinde Cölbe und Ansprechpartner bei der ein oder anderen Streitigkeit der Bewohner – „eine Arbeit, die nicht jeder machen möchte“, sagte Hölting. Mit juristischen Themen hat der 64-Jährige auch beruflich zu tun, er arbeitet als Lehrer in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt. Als zweiter Mann am Cölber Schiedsgericht hielt sich sein Einsatz jedoch „noch in Grenzen – mal war ein Jahr nichts los, mal häuften sich Beschwerden“, ein Großteil seiner Amtszeit bestand aus der Schlichtung von Streitigkeiten am Gartenzaun.

Er ist froh, dass nach einer längeren Suche eine Nachfolgerin für ihn gefunden werden konnte. „Es gibt einen fließenden Übergang im Schiedsbezirk“, lobte auch Wolfgang Petri, stellvertretender Direktor des Marburger Amtsgerichts, der die neue Schiedsfrau vereidigte. Auch für die Justiz sei es eine große Hilfe, dass immer noch Menschen gefunden werden können, „die sich ehrenamtlich einbringen“.

Im Gemeinsamen Gepräch die Wogen glätten

Ein großer Aspekt der Schiedsgerichtsbarkeit sei die Mediation, das gemeinsame Gespräch in dem die Berater bei kleineren Konflikten den streitenden Parteien zur Seite stehen, im Vorfeld die Wogen glätten und auf eine einvernehmliche Schiedsvereinbarung hinwirken.

Diese Aufgabe übernimmt jetzt für vorerst fünf Jahre Doris Woldag. Sie wird als dessen Stellvertreterin Schiedsmann Peter Ziegenspeck unterstützen und für die rund 7500 Einwohner der Gemeinde zuständig sein. Der Schiedsamtsbezirk umfasst die Ortsteile Cölbe, Bürgeln, Bernsdorf, Reddehausen, Schönstadt und Schwarzenborn.

Woldag: „Es ist interessant, etwas Neues zu machen.“

Mit gewissen Konfliktpotenzialen hat die 51-Jährige bereits Erfahrung, jedoch aus einem ganz anderen Metier: Sie ist ambitionierte Jägerin, damit im Jagdrecht bewandert und kennt sich auch mit Streitereien um Wildschäden aus, die sie selber bereits unter anderem mit Landwirten auszutragen hatte. Auf ihr neues Aufgabengebiet als stellvertretende Schiedsfrau ist sie gespannt, „es ist interessant, etwas Neues zu machen“. Zum Amtsantritt möchte Woldag erst einmal Angebote zur Weiterbildung nutzen, sich über Mediation, Rechtswesen und den Umgang mit Menschen informieren.

Auch Bürgermeister Volker Carle gratulierte zum neuen Amt und dem erfahrenen Schiedsmann zum Jubiläum: „Ich freue mich, dass die Schiedsgerichtsbarkeit auch bis in die kleine Gemeinde Cölbe dringt.“ Streitigkeiten unter den Bewohnern zu schlichten, bevor der Konflikt an höhere Stellen getragen werde, sei eine wichtige Sache und nicht zuletzt eine Entlastung für die Kommune. So mancher versuche, gewisse Querelen über die Gemeinde zu schlichten – besser sei da der Gang zu den Schiedspersonen, die auf einer Ebene wirken können „wo das Zwischenmenschliche mehr im Vordergrund steht“.

  • Einen ersten Termin hat die neue Schiedsfrau auch schon im Programm – einen Streit unter Nachbarn über einen störenden Baum im Garten.

von Ina Tannert

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