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Feuerwehr sieht keine Annäherung

Streit mit Hessen Mobil Feuerwehr sieht keine Annäherung

Ausgelöst durch einen Streit über die Zuständigkeiten bei einem Unfall- und Bergungseinsatz auf der B62 trafen sich die hessischen Spitzenvertreter der Feuerwehren und Hessen Mobil. Näher kam man sich aber offenbar nicht.

Marburg. Das Gespräch am Donnerstag in Marburg fand unter der Leitung von Hessen-Mobil-Präsident Burkhard Vieth und den Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Christoph Weltecke und Wolfgang Reinhardt, statt. Auch Lars Schäfer, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Marburg-Biedenkopf, war bei dem Gespräch dabei. Er hatte das Streitthema mit einer Pressemitteilung angestoßen und äußerte sich gegenüber der OP enttäuscht über den Verlauf. „Es erfolgte keine Annäherung in der Sache“, so Schäfers nüchternes Fazit.

Hessen Mobil könne nach eigenen Angaben mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Personal und der finanziellen Ausstattung nicht mehr leisten, gibt Schäfer die Position der Gegenüber wieder.

Diese sahen sich bestätigt: „Im Gespräch mit dem Kreisfeuerwehrverband konnten die Zuständigkeiten von Feuerwehr und Hessen Mobil im Fall von Verkehrsunfällen klar definiert werden. So ist weder die Feuerwehr noch Hessen Mobil für das Bergen von Ladung rechtlich verpflichtet, sondern alleine der Unfallverursacher beziehungsweise ersatzweise die beauftragte Fremdfirma. Darüber besteht Konsens“, so die Stellungnahme aus Wiesbaden.

Bezogen auf den Unfall auf der B62 bei Göttingen hätten die Mitarbeiter der zuständigen Straßenmeisterei im Rahmen der geltenden Vorschriften gehandelt. „Das bestätigte auch die Feuerwehr.“

Die „Ein-Personen-Rufbereitschaft“, die Hessen Mobil vorgegeben wurde, werde auch künftig nicht in der Lage sein, größere Absicherungen und Gefahrenwarnungen vorzunehmen, so hat Schäfer die Botschaft von Hessen Mobil verstanden. „Insofern ist auch keine Unterstützung bei Einsätzen wie kürzlich bei dem Verkehrsunfall auf der B62 vor Göttingen zu erwarten.“

Bei dem Unfall am 1. Juli hatte ein verunglückter Lkw die Straße lange blockiert, die Feuerwehr hatte über Stunden beim Umladen der Ladung geholfen, Hessen Mobil nicht. Schäfer betonte jedoch auch, dass sich seine Kritik „nicht gegen die einzelnen Mitarbeiter der Straßenmeistereien, sondern gegen das festgelegte System“ richte. Die Konsequenz sei aber, dass „aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen die Feuerwehren nur noch im Rahmen der akuten Gefahrenabwehr tätig werden, wobei über das Maß der Einsatzleiter der Feuerwehr entscheidet“. Im Klartext: „Wenn es keine akute Gefahr gibt, sollten die Feuerwehren künftig die Einsatzstelle wieder verlassen“, empfiehlt Schäfer.

Das entspreche zwar nicht unbedingt dem Selbstverständnis der Einsatzkräfte, aber es dürfe aus der Freiwilligen Feuerwehr auch nicht eine „Freiwillige Fegewehr“ gemacht werden, so Schäfer zur OP. Zur künftigen Vorgehensweise will der Kreisfeuerwehrverband das Gespräch mit der Polizei und „interessierten Verantwortlichen der Gefahrenabwehr“ suchen.

von Michael Agricola

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