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"Es fühlt sich an wie Nachhausekommen"

Kirche in Sarnau "Es fühlt sich an wie Nachhausekommen"

Die Kirchengemeinde in Sarnau und Goßfelden hat mit Sandra Niemann eine neue Pfarrerin. Zugleich bekamen die Menschen mit Matthias Westerweg noch einen Predigtbeauftragten dazu.

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Pfarrerin Sandra Niemann und der Predigtbeauftragte Pfarrer Matthias Westerweg sprachen nach dem Vorstellungsgottesdienst in Sarnau mit vielen Besuchern.

Quelle: Manfred Schubert

Sarnau. „Da kommt man nach Sarnau und freut sich auf eine neue Kollegin und dann kriegt man gleich zwei“, sagte der Sterzhäuser Pfarrer, Ralf Ruckert, bei seinem Grußwort am Ende des Vorstellungsgottesdienstes für Sandra Niemann. „Da gibt es einen Kirchenvorstand, der ganz entgegen den Gepflogenheiten auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet, weil er sagt, es kann nur eine geben. Und eine Landeskirche, die die Gemeinde nicht erst einmal für ein halbes Jahr in die Vakanz schickt.“ Die Pfarrerin sei herzlich, unkompliziert und habe Humor. „Da fragt man sich, wo ist der Haken?“ Sie sei nur ein Mensch, gab er die Antwort, und bat die Gemeinde, pfleglich mit ihrer neuen Pfarrerin umzugehen.

Ewald Halbrucker übernahm als Vorsitzender des Kirchenvorstands die Begrüßung der Pfarrerin: „Wir nehmen sie gerne als Pfarrerin und Mensch auf, hoffen, dass Sie sich bald heimisch fühlen, auch wenn ihre ganze­ Familie erst Mitte nächsten Jahres umziehen wird.“ Er versprach: „Wir sehen die Gestaltung der Gemeinde als gemeinsame Aufgabe und lassen sie nicht allein im Regen stehen.“ Auch den neuen Predigtbeauftragten, Pfarrer Matthias Westerweg, hieß er willkommen.

Pfarrerin war zunächst Radiologieassistentin

Pfarrerin Niemann dankte für den warmherzigen und freundlichen Empfang, der sie sichtlich bewegte. „Es fühlt sich an wie Nachhausekommen“, sagte­ sie nach dem Gottesdienst. Nach Hause in die Gemeinde, die ihr von ihrem Vikariat her vertraut sei. Besonders freue sie sich, dass alle musikalischen Gruppen, der Kirchenchor Lahnfels, der Posaunenchor Lahnfels und der Gitarrenclub Saitenwind, den von etwa 280 Menschen besuchten Gottesdienst mitgestalteten.

Dekan Hermann Köhler erklärte, dass Niemann an diesem Tag ihren Probedienst beginne und in der Gemeinde für zweieinhalb Jahre Dienst tun werde, bevor sie sich zur Wahl stellen könne, um in das Amt einer Pfarrerin auf Lebenszeit eingeführt zu werden. Deshalb sei es an diesem Tag ein Vorstellungsgottesdienst, man könne auch Willkommensgottesdienst sagen, bevor in zweieinhalb Jahren die eigentliche Einführung folge.

Die Marburgerin Niemann, die zunächst als Radiologieassistentin in der Strahlenklinik arbeitete, habe einen besonderen und beeindruckenden Werdegang zur Pfarrerin zurückgelegt über ihre Mitarbeit im Kirchenvorstand, als Küsterin und Gemeindesekretärin, Lektorin und Prädikantin sowie schließlich ein Vollstudium der evangelischen Theologie. Von diesem Erfahrungsschatz werde die Gemeinde reichlich profitieren, zeigte sich der Dekan überzeugt.

Matthias Westerweg wird neuer Predigtbeauftragter

Zugleich stellte er den ebenfalls wie Niemann am vorangegangenen Sonntag durch Bischof Martin Hein in Gelnhausen ordinierten Pfarrer Matthias Westerweg als neuen Predigtbeauftragten der Gemeinde vor. Dieser komme aus Borken und war Vikar in Wetter gewesen. Auch Westerweg habe nach der Schule nicht sofort Theologie studiert, sondern zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann durchlaufen. Somit bringe er ebenfalls andere Perspektiven in seine pfarramtliche Tätigkeit ein. Die nächsten zwei Jahre werde er nicht als Gemeindepfarrer arbeiten, sondern am Hans-von-Soden-Institut über die evangelische Bewegung in der Landgrafschaft Hessen vor der Einführung der Reformation promovieren. In dieser Zeit werde Westerweg als Predigtbeauftragter in Goßfelden und Sarnau Dienst tun und etwa alle sechs Wochen einen Gottesdienst halten.

Ihre erste Predigt hielt Sandra Niemann über den Römerbrief Kapitel 14, Verse 7 bis 9. „Diese wenigen wohlgesetzten Worte umfassen unser ganzes Leben“, sagte sie. Kein Menschenleben zerfalle ins Nichts. Alles Leben komme von Gott und kehre auch zu Gott zurück.

von Manfred Schubert

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