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Es blitzt deutlich weniger auf der B 252

Säule in Todenhausen abgebaut Es blitzt deutlich weniger auf der B 252

Den Abbau der beiden stationären Blitzer an der B 252 in Todenhausen hat die Stadt Wetter keineswegs bereut. Wer glaubt, dort wieder ungehemmt auf die Tube drücken zu können, muss aber mit mobilen Blitzern rechnen.

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Einer von vier stationären Blitzern, die an der B 252 in der Ortslage von Wetter stehen. Sie sollen bis auf Weiteres auch stehen bleiben.

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Stationäre Blitzer haben natürlich einen enormen Wert. In ihrem Einflussbereich wird meist anständig und ordentlich gefahren, wenn es sich erst einmal rumgesprochen hat, dass sie auch permanent im Einsatz sind. Sie haben aber auch einen Nachteil. Eben dass sie stationär sind.

Uneinsichtige Autofahrer passen sich der neuen Situation dann so an, dass sie nur in diesem Einflussbereich regelkonform fahren, vorher und hinterher aber gerne selbst bestimmen, wie schnell sie jenseits der erlaubten Höchstgeschwindigkeit durch einen Ort fahren wollen. Wer meint, in Todenhausen  nun nach dem im vergangenen Jahr erfolgten Abbau der stationären Blitzer nach Herzenslust durchbrettern zu können oder wenigstens etwas zügiger als mit 50 Stundenkilometern die Strecke zu befahren, läuft Gefahr, von einem mobilen Blitz „getroffen“ zu werden.

Die sind zwar nicht immer da, aber immer mal wieder und gar nicht zu selten, sagt Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka. Er weist aber auch gleich darauf hin, dass der Einsatz der mobilen Geräte praktisch auch nur die absolut Uneinsichtigen herausfiltert. „Generell lässt sich sagen, dass das Ziel, das wir mit diesen Anlagen in Todenhausen erreichen wollten, auch erreicht wurde“, so der Bürgermeister.

Geschwindigkeitsanzeige wirkt auf Autofahrer

„Die Leute hier sind allerdings schon der Meinung, dass es nach dem Abbau der Blitzer wieder schlimmer geworden ist“, sagt Todenhausens Ortsvorsteher Ralf Funk. Um dieses Gefühl der Anwohner auch mit Fakten untermauern zu können, begrüßt er das Vorgehen der Stadt Wetter, zum einen mit mobilen Blitzern, insbesondere zu den Nachtzeiten, zu arbeiten. Zum anderen, dass sie über elektronische Geschwindigkeitsanzeigen Erkenntnisse darüber sammelt, wie schnell dort jetzt gefahren wird. „Diese Geschwindigkeitsanzeigen erfüllen aber auch den Zweck, dass wieder langsamer gefahren wird“, sagt Funk. Aus zahlreichen Beobachtungen weiß er, dass die Autofahrer, die visuell angezeigt bekommen, dass sie zu schnell unterwegs sind, dann doch flott runterbremsen. Auch Spanka weiß um diesen positiven Effekt. Die Stadt Wetter hat deshalb noch mal zwei Geschwindigkeitsanzeigen angeschafft.

„Die Fallzahlen sind insgesamt stark zurückgegangen. Und das ist schließlich auch das, was wir zum Schutze der Bevölkerung bezwecken wollten“, sagt Spanka. Er spricht jetzt nur noch von 1000 bis 1200 Fällen im Monat. Und da seien auch nur selten welche dabei, die wirklich richtig bedenklich viel „drauf hatten“. Die Blitzer in der Kernstadt Wetter sowie die Säule in Niederwetter bleiben aber bis auf Weiteres bestehen. Gerade die Engstelle für Fußgänger in Niederwetter müsse durchgängig geschützt bleiben, sagt der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang erinnert er aber auch daran, dass in der gesamten Ortslage rund um die Uhr Tempo 30 auf der Bundesstraße gilt. Um die notorischen Blitzer-Bremser zu zügeln, wird auch in Niederwetter immer wieder an verschiedenen Standorten mit mobilen Geräten gearbeitet. In Münchhausen sieht man aktuell keinen Handlungsbedarf, die stationären Blitzer zu überdenken. Das Thema wird wohl erst angegangen, wenn die fertiggestellte B-252-Ortsumgehung den überregionalen Verkehr aus Münchhausen und Simtshausen herausgenommen hat.  

  • Auch in Lahntal lösen die Anlagen weniger aus. 2015 waren es 9530 Fälle. Das Jahr 2016 wird wohl mit 7700 Fällen abschließen, so Lahntals Bürgermeister Manfred Apell. Seine Gemeinde hat an der B 252 in Göttingen nur eine Säule installiert. Der Schwerpunkt liegt eher auf den Blitzern an der B 62, insbesondere am Sarnauer Bahnhof. „In Sterzhausen haben die stationären Anlagen eine deutliche Verkehrsberuhigung bewirkt“, sagt Apell.
 
Hintergrund
Die Gemeinde Münchhausen verzeichnete von Juni bis Dezember 2011, also in den ersten Monaten nach dem Aufbau der Blitzer, exakt 28.498 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Im darauffolgenden ersten Halbjahr 2012 waren es 11.882. Auffällig war dabei, dass der größte Teil der Verstöße tagsüber registriert wurde, wenn normal Tempo 50 erlaubt ist. 2011 waren es 20.866 Fälle und im ersten Halbjahr 2012 genau 8166.  Im ganzen Jahr 2015 waren es in Münchhausen nur noch 8500 Fälle. Die Stadt Wetter zählte 2012 insgesamt 65.650 Fälle, 2015 lösten die Blitzer nur noch 16.400-mal aus.

von Götz Schaub

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