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„Erstmal nur Fassade und Ziergiebel“

Museums-Sanierung „Erstmal nur Fassade und Ziergiebel“

Für 43 000 Euro könnten dringlichste Arbeiten am Dorfmuseum Caldern erledigt werden. Das sagt Volker Heine, Vorsitzender des Heimatvereins. Er legt aktuelle Kostenschätzungen vor und fordert die Gemeinde auf, zu handeln.

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Das frühere „Kouts Haus“, heute Heimatmuseum Caldern, ist für den Heimatvereinsvorsitzenden Volker Heine alles andere als ein hoffnungsloser Fall. Zwar bröckelt die Fassade, doch geht Heine davon aus, dass der Fortbestand des Gebäudes mit Reparaturen in mehreren Schritten gesichert werden könnte.

Quelle: Tobias Hirsch

Caldern. Die Diskussion über die Sanierung war in den vergangenen Jahren in Caldern abgeebbt, nun ist sie wieder da. Im Frühjahr hat der Heimatverein, der das Dorfmuseum im gemeindeeigenen Fachwerkgebäude „Kouts Haus“ betreibt, einen neuen Anlauf beim Gemeindevorstand gewagt - und das Thema wurde mit der jüngsten Parlamentssitzung wieder öffentlich. Am heutigen Abend wird sich in Caldern ab 20 Uhr im Bürgerhaus auch der Ortsbeirat damit beschäftigten. Und im Juli, der genaue Termin steht noch nicht fest, sollen die Calderner in einer Bürgerversammlung über die Zukunft des Fachwerk-Denkmals beraten.

Heimatmuseum Caldern. Foto: Tobias Hirsch

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„Die Gemeinde muss nun etwas tun, sie muss Position beziehen - sie kann dass Gebäude ja nicht einfach verfallen lassen“, sagt Volker Heine, der zwar immer noch über die verpasste Chance einer Sanierung im Zuge der Dorferneuerung trauert, jedoch nach vorn schaut. „Es gibt auch jetzt noch Möglichkeiten, an Fördermittel zu kommen oder Unterstützer zu finden“, ist er überzeugt und denkt beispielsweise an die Gründung eines Trägervereins.

„Das hält noch lange, da bricht nichts ein“

Dem schon vor zehn Jahren und auch jetzt immer wieder vorgetragenen Argument, es sei kein Geld da für die Sanierung, will Heine nicht folgen - viel zu hoch angesetzt sind seiner Meinung nach die Summen von teils weit mehr als 300000 Euro, die seit einer Überprüfung des alten Hauses im Zuge der Dorferneuerung immer wieder angeführt werden. „Das Gebäude muss nicht komplett saniert werden“, widerspricht der selbst aus der Baubranche kommende Heine der Einschätzung von Fachleuten. „Das hält noch lange, da bricht nichts ein“, ist er überzeugt und führt durch das Haus. Heine hat Vertrauen in die rund 200 Jahre alten Fachwerkbalken, auch, wenn das Gebäude an der Fassadenseite etwas verzogen aussieht und sich ein Balken im Gründersaal leicht wölbt. „So war das auch schon am alten Standort“, erklärt er und möchte damit das Argument widerlegen, dass das Haus, als es Anfang der 80er Jahre versetzt wurde, unsachgemäß wiederaufgebaut worden sei. So ist er auch fest überzeugt von der Haltbarkeit der Fachwerkbalken im Obergeschoss, wo ein Raum mit Trassierband abgesperrt ist. Nach einer Begehung und einem anschließenden Schreiben der Gemeinde aus dem Jahr 2011 sollte das Dachgeschoss von ständigen Belastungen ausgeschlossen werden, besteht jedoch, so heißt es in dem Schreiben, „keine offizielle Einschänkung aus statitischen Gründen“.

2017 steht ein großes Fest an

Der Heimatvereinsvorsitzende schlägt für das Dorfmuseum eine Lösung vor. 2017 feiert Caldern seine 1200-Jahr-Feier - und bis dahin solle die Gemeinde als Eigentümer des Hauses die Fassade und den Ziergiebel, die beiden am stärksten schadhaften Seiten, sanieren lassen. Kostenvoranschlägen zufolge, die Heine bei einem Zimmermann und Fachwerk-Experten eingeholt hat, könnten diese Arbeiten zum Preis von 43000 Euro erfolgen, „inklusive Pilz- und Schädlingsbekämpfung und allem, was dazugehört“. Eine Summe, von der der Vorsitzende glaubt, dass die Gemeinde sie trotz mühsam ausgeglichenem Haushalt aufbringen könnte - zumal, wenn Fördermittel eingeworben werden könnten und, das stellt Heine in Aussicht, der Heimatverein mit einigen tausend Euro in die Finanzierung einsteigen würde. „Dann wäre das Museum zum Jubiläumsfest wenigstens wieder in einem ansehnlichen Zustand“, befindet er und verweist darauf, dass die Sanierung der anderen Außenwände auch noch in späteren Jahren erfolgen könnte. „Die sehen noch ganz manierlich aus.“

Von der Front des Gebäudes und vom Ziergiebel kann man das derzeit schwerlich behaupten. Die Farbe platzt ab, die einst prachtvollen Balkenschnitzereien und der Putz bröckeln, „aber all das lässt sich wieder herrichten“, ist Volker Heine optimistisch.

von Carina Becker

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