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Erst turnen, sonst fällt Fußball flach

TSV Amönau Erst turnen, sonst fällt Fußball flach

Der TSV Amönau feiert im Sommer sein 100-jähriges Bestehen. Am 9. Juli steht ein Fußballspiel einer Stadtauswahl gegen den SC Waldgirmes an. Danach folgen zwei Festwochenenden im August.

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Karl Muth (von links), Kurt Muth und Hermann Schmack arbeiten seit Herbst 2010 an der Darstellung der Geschichte des TSV 1911 Amönau.

Quelle: Heinz Aßmann

Amönau. 100 Jahre TSV: Das Festprogramm für den August steht. Der Festkommers steigt am 12. August. Am Samstag, 13. August, folgt ein Fußballtag mit Fußballspiel ehemaliger Fußballer des TSV Amönau. Den Abschluss des Jubiläumswochenendes bildet der Sonntag mit Festgottesdienst und Familiennachmittag mit Spielen für die Kinder, bzw. die ganze Familie und Schnuppertraining für die Kleinsten. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres gibt es am 20. August noch eine Rocknacht mit anschließendem musikalischen Frühschoppen am Sonntag.

Seit Herbst 2010 sind Karl Muth, Hermann Schmack und Kurt Muth dabei, die Geschichte des Vereins aufzuarbeiten und in Druck zu geben. Viel Zeit verbrachten sie mit dem Sichten und Auswerten der vielen Fotos. Die Vereinsgeschichte selbst wurde bereits zum Teil von verschiedenen Chronisten dargestellt und musste nur vervollständigt werden.

So weiß Karl Muth, dass der Verein im Jahre 1911 vom damaligen Lehrer Hoos ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit weiteren 15 Gründungsmitgliedern, wie es das Protokoll ausweist. Zunächst dachten die Vereinsgründer an einen reinen Turnverein, denn Fußball war damals noch nicht so populär. Mangels einer geeigneten Übungsstätte, ertüchtigten sich die Sportler in der Schulscheune.

Als die Brüder Schmack 1919 nach Amönau kamen, um die Orte mit Elektrik zu versorgen, kam mit ihnen auch der Fußball in den Ort. Das Turnen sollte aber Bestand haben, deswegen galt die Devise: „Wer morgens nicht turnt, darf nachmittags nicht Fußball spielen“. An einen Sportplatz war damals noch nicht zu denken. Gespielt wurde da, wo ein Bauer gerade seine Wiese gemäht hatte. Freundschaftsspiele und Geselligkeit wurden damals hochgehalten. 1928 ließ der Wirt des Vereinslokales Althaus einen Saal an seine Gaststätte anbauen. Diesen benutzten die Sportler nun für ihre Aktivitäten. 35 zahlende Mitglieder hatte der Verein bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

1930 erfüllten sich die Amönauer einen lang gehegten Wunsch. Auf Initiative des Lehrers Dietrich wurde unter schwierigsten Bedingungen ein Sportplatz weit ab vom Dorf gebaut. Der Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Ruhen. Erst ab 1946 erlebte der Verein wieder einen bedeutenden Mitgliederzuwachs.

Sieben Jahre dauerte der Bau eines neuen Sportplatzes am Ortsrand Amönaus. 1971 wurde er eingeweiht. Bereits 1967 wurde die Tischtennisabteilung gegründet, die in den Folgejahren beachtliche Erfolge verbuchte. 1977 wurde die Damengymnastikabteilung ins Leben gerufen. Zum Rasenplatz wurde der Sportplatz in den 90er Jahren umgebaut. 1995 war die Einweihung. In 3 500 Arbeitsstunden erfolgte in Eigenleistung der Bau eines Vereinsheimes, das 1979 bezogen wurde. Zu den Mitgliedern, die dem Verein ganz entscheidend prägten, zählten neben den bereits erwähnten Personen vor allem Johannes Hilberger, der den Verein in den schweren Nachkriegsjahren übernahm und bis 1977 führte. In immer kürzeren Zeitabständen wechselten die weiteren Vorsitzenden. Heute führt Volker Wagner den TSV.

von Heinz Aßmann

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