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Ermutigen statt schimpfen

Halbjahreszeugnisse Ermutigen statt schimpfen

Die meisten der mehr als 30.000 Schüler im Landkreis erhielten am Freitag ihre Halbjahreszeugnisse. Einige waren mit ihren Noten zufrieden, für andere war es kein Freudentag.

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Ann-Christin Lölkes (Klasse 9b, Wollenbergschule Wetter) freut sich über ihr gutes Halbjahreszeugnis.

Quelle: Nadine Weigel

Wetter. Das Gemurmel wird immer lauter. Die Schüler der Klasse 9b der integrierten Wollenberg-Gesamtschule in Wetter sind nervös, dabei müssten sie es gar nicht sein. Denn eigentlich kennen die Neuntklässler ihre Noten bereits.

„Wir erfahren die meisten Noten schon vor der Zeugnisausgabe, aber manchmal können sich die Noten ja noch kurzfristig ändern“, weiß Schülerin Ann-Christin Lölkes. Die 15-Jährige ist zufrieden mit ihrem Halbjahreszeugnis. Einige ihrer Klassenkameraden allerdings nicht. Ein Schüler ist schwer enttäuscht über seine Note fürs „Sozialverhalten“.

„Oh Mann, im nächsten Jahr streng‘ ich mich voll an, damit das besser wird“, verspricht der Schüler betroffen. Walter Jung, der sowohl Klassenlehrer der 9b als auch Pädagogischer Leiter der Wollenbergschule ist, weiß, dass Noten auch immer Druck erzeugen, aber der könne ja manchmal auch ganz positiv sein, findet er.

Wie in Wetter erhielten die Schüler am Freitag überall ihre Zeugnisse und bekamen – mit Ausnahme der Erst- und Zweitklässler, Vorschüler und einiger Privatschüler – schwarz auf weiß präsentiert, welche Leistungen sie nach Ansicht ihrer Lehrer in der ersten Hälfte des Schuljahres erbracht haben. Die Noten, weiß Schulpsychologe Harald Diegelmann vom Schulpsychologischen Dienst des Staatlichen Schulamts in Marburg, fallen nicht immer so aus, wie es sich die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Erwachsenen vorgestellt haben.

Diegelmann rät Eltern von schwächeren Schülern, ihnen keine Vorwürfe zu machen oder sie gar zu schimpfen. Das Zeugnis sollte zunächst zur Kenntnis genommen werden und erst später „in einer ruhigen Minute und einem sachlichen Gespräch“ analysiert werden, meint der Schulpsychologe. Wichtig sei es für Eltern, ihr Kind nicht alleine zu lassen, sondern gemeinsam einen Weg zu suchen, um etwas zum Positiven zu verändern. „Das Zwischenzeugnis muss als Chance gesehen werden“, sagt er, schließlich biete sich die Gelegenheit, Schwächen bis zu den versetzungsrelevanten Zeugnissen im Juni abzustellen und zu besseren Zensuren zu gelangen.

von Nadine Weigel
und Stefan Weisbrod

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