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Waldtag

Entdecker zwischen Handy und Elchbein

Waldtiere bestimmen, Bäume fällen, Figuren schnitzen und Äste schneiden - einen spannenden, abwechslungsreichen Tag im Wald erlebte die Jahrgangsstufe sechs der Wollenbergschule Wetter.
Schülerin Lena staunte über das riesige Elch-Bein-Präparat und dokumentierte den Waldtag mit dem Handy.

Schülerin Lena staunte über das riesige Elch-Bein-Präparat und dokumentierte den Waldtag mit dem Handy.

© Ina Tannert

Wetter. Wie wird eigentlich ein Baum gefällt? Wie riechen verschiedene Baumarten und was wird alles aus Holz hergestellt? Was macht eigentlich ein Förster den ganzen Tag und warum zieht das kräftige Pferd einen meterlangen Stamm aus dem Gebüsch?

Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Elf- und Zwölfjährigen der Wollenbergschule Wetter auf den Grund. An insgesamt sechs verschiedenen Stationen verstreut im Forst bei Wetter konnten die Kinder sich über den Wald als Arbeitsplatz genauer informieren und selbst mit Hand anlegen.

Mit von der Partie war unter anderem das aufgeweckte Rückepferd „Earl“. Der rheinisch-deutsche Kaltblüter in Ausbildung bewies den Schülern sein Talent als Forstpferd. Das stämmige Tier zieht als vierbeiniger Waldarbeiter meterlange Baumstämme aus schwer zugänglichen, sensiblen Teilen des Waldes.

Das aufwändige, im Vergleich zur Technik teure Rücken mit Pferden, ist ein Stück Kulturgeschichte, wird heutzutage kaum noch angewandt und verschwindet immer mehr aus den Wäldern. Dabei sind die tierischen Transporteure deutlich boden- und baumschonender als schwere Maschinen. Das fand auch Schüler Jannes: „Eine tolle Arbeit zwischen Mensch und Pferd, gefällt mir gut“, sagte der 12-Jährige.

Mit seiner Pferdestärke schafft Earl rund 20 Festmeter Holz am Tag. „Wir schlagen allerdings etwa 90000 Festmeter Holz im Jahr, das ist zu viel für die verbleibenden Forstpferde“, erklärt Arno Süssmann vom Forstamt Burgwald. Anhand einer mobilen Waldschule mit zahlreichen Präparaten ausgestopfter Tiere präsentierte Daniel Panzer, Naturpädagoge der Jagdvereinigung Frankenberg, die Vielfalt der heimischen Tierwelt.

„Der Naturschutz steht im Vordergrund“

Die Anzahl der im Wald lebenden Tiere zu kontrollieren, deren Auswirkungen auf Land- und Forstwirtschaft einzudämmen, sei ein notwendiges Übel, so Panzer. „Naturschutz steht bei der Jagd im Vordergrund, alles gehört zu einem großen Kreislauf“, erklärte der Jäger.

Besonders gut kam bei den Kindern die Vorführung der beiden Stöberhunde „Motte“ und „Urmel“ an. Die deutschen Wachtelhunde apportierten auf Kommando und unter dem Jubel der staunenden Kinder einen versteckten Enten-Dummy. „Die Hunde nehmen total schnell die Fährte auf“, wusste etwa Lena-Marie sofort. Die eigenen Hunde sollte man jedoch gerade zu dieser Jahreszeit nicht so schnell von der Leine lassen. Der Grund: im Gras versteckte Rehkitze. „Auch wenn der Hund nur mal kurz an dem Reh-Nachwuchs schnüffelt, nimmt es die Ricke durch den fremden Geruch nicht mehr an“, erklärte der Jäger. Generell gilt, Wildtiere sollte man sicherheitshalber niemals anfassen. „Und wenn man ein verletztes Wildtier findet, sagt man dem Förster Bescheid“, lernte unter anderem Kim an diesem Tag. Dass Holz ein wertvoller Rohstoff ist, aus dem eine Vielzahl an praktischen wie schmucken Gegenständen gefertigt wird, erfuhren die Kinder unter anderem von Frank Kleinwächter. Per Motorsäge schnitzte der Förster kunstvolle Holzfiguren, erschuf aus einem einfachen Stamm einen lebensechten, heulenden Wolf. Als Werkstoff bevorzugt er Eiche - das härteste Holz in den heimischen Wäldern und besonders gut zu bearbeiten. Sofort stellten auch die interessierten Kinder Vergleiche zu anderen Baumarten wie Linde, Fichte oder Buche an. Warum die langsam wachsende, seltenere Eiche besonders beliebt ist, fanden die Schüler schnell heraus.

Das Holz eignet sich besonders gut zum Schnitzen, weil es nicht so faserig, besonders haltbar und wetterfest ist, lernten die Schüler. Der abwechslungsreiche Tag im Wetterschen Forst machte den Sechstklässlern sichtlich Spaß. Neugierig und aufgeschlossen nahmen alle gerne an den praxisnahen Unterrichtseinheiten teil, halfen mit Baumschere und der Säge selbst mit bei der Waldarbeit.

„Es ist schön in der Natur und man sieht, was es alles für Tiere hier gibt“, freute sich etwa Ben über den Ausflug. „Das war ein toller Tag, vor allem wusste ich noch nicht, dass Pferde wie Earl so schwere Stämme ziehen können“, zeigte sich Vivi begeistert.

Die gesamte vorherige Unterrichtswoche hatten sich die Kinder in der Schule mit den Themen Wald und Umwelt beschäftigt. Nach der Theorie folgten mit dem Förstertag als Höhepunkt der Woche zahlreiche praxisnahe Vorführungen. „Wir wollen den Kindern den Naturraum Wald einfach näherbringen, Verständnis wecken und auch unsere Arbeit vorstellen“, erklärte Süssmann zufrieden.

Bereits zum zehnten Mal in Folge fand der Waldtag der Schule in Kooperation mit dem Forstamt statt. „Die Kinder sind total begeistert und haben toll mitgearbeitet“, lobte unter anderem Lehrerin Ira Wiskemann.

Mehrere Schüler haben sich bereits in den Ferien verabredet und wollen sich gleich wieder auf Entdeckungstour im Wald begeben.

von Ina Tannert


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