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Energiewende in Cölbe und Japan

Erneuerbar und lokal Energiewende in Cölbe und Japan

Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit holte sich eine Delegation aus Japan Anregungen für die lokale Energieerzeugung. Schließlich punktet Cölbe mit Solarfeld, Abfallholznutzung in der Nahwärme und Wasserkraftanlagen.

Cölbe. Zwischen dem Besuch von „Synanon“ auf dem Hof Fleckenbühl und einem Empfang in Marburg wurde das Treffen in der Gemeinde Cölbe kurzfristig ins Besuchsprogramm der japanischen Delegation eingeschoben. Die Gäste waren bereits seit einigen Tagen in Deutschland unterwegs. Mit Yoshimi Furesawa, dem stellvertretenden Bürgermeister der 7000-Einwohner-Gemeinde im Norden der Hauptinsel Honshu an der Spitze, traf die vierköpfige Delegation auf Cölbes Bürgermeister Volker Carle zum Informationsaustausch im Rathaussitzungssaal.

In Sachen Energiegewinnung und Energieeinsparung war Bürgermeister Carle (parteilos) voll in seinem Element, hat die Gemeinde Cölbe laut Parlamentsbeschluss doch vor, bis zum Jahre 2040 energetisch ­autark zu sein.

Energiewende schaffe Arbeitsplätze

Cölbe weist mit dem Solarfeld bei Bernsdorf und der Abfallholznutzung in der Nahwärmegenossenschaft Schönstadt konkrete und erfolgreiche Beispiele für CO2-Einsparung und Projekte zur Energiewende auf. Zudem tragen drei Wasserkraftanlagen in der Gemarkung der Großgemeinde mit rund 45 Megawattstunden Leistung im Jahr zur Energiegewinnung bei.

Darüber hinaus versicherte Carle seinen japanischen Gästen, dass die Energiewende keine Arbeitsplätze koste, sondern im Gegenteil Arbeitsplätze in der Region schaffe. Daneben habe man den Vorteil, dass bei entsprechenden Investitionen zusätzlich Kapital in der Kommune verbleibe.

Japaner als leuchtendes Beispiel

Die Japaner, deren Kommune als ein leuchtendes Beispiel im eigenen Lande gilt, haben so ­einiges an Beispielen zur regenerativen Energiegewinnung aufzuweisen. Neben Solarfeld, Holz-Pellet-Nutzung und Methangasgewinnung durch Kuhdung tragen 15 Windkraftanlagen dazu bei, eine Energie­gewinnung von 160 Prozent auf den Einwohner umgerechnet zu erzeugen.

„Unsere Energiewende wird von den Bürgern getragen“, ließ Carle von der in Marburg lebenden Japanerin Yasuko Tsuruki in die Landessprache übersetzen. In Japan werden die Projekte in erster Linie von der Kommune initiiert. Dass sich die Bürger Kuzumakis in vorbildlicher Weise an der Umsetzung beteiligen, war im Gegenzug zu erfahren. Am Ende des rund zweieinhalbstündigen Austauschs in angenehmer Atmosphäre wurden kleine Geschenke ausgetauscht. Beinahe hätte die Delegation ihren Cölber Wappenteller liegengelassen, denn höflich wie Japaner sind, musste man sich schnell verabschieden. Die Gastgeber des folgenden Termins sollten nicht auf sie warten müssen.

von Heinz-Dieter Henkel

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