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Energie kommt aus eigenem Kraftwerk

Krafts Hof Energie kommt aus eigenem Kraftwerk

Der St.-Elisabeth-Verein investierte 39 000 Euro in ein Blockheizkraftwerk, das die Hausgemeinschaften in Krafts Hof in Sterzhausen mit Strom und Wärme versorgt.

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Kraftpaket im Keller von Krafts Hof in Sterzhausen: Peter Klinkert von der Hersteller-Firma Viallant (hinten) und Matthias Schnabel, Abteilungsleiter bei „Haus und Handwerk“ und zuständig für den Einbau, stellten das neue Blockheizkraftwerk vor.

Quelle: Carina Becker

Sterzhausen. Ein stolzer Betrag, findet Vereins-Vorstand Hans-Werner Künkel und steht gleichzeitig voll hinter der Investition. Künkel war stolz auf das „vorzeigbare Blockheizkraftwerk“, dass der St.-Elisabeht-Verein mit weiteren Beteiligten in der vergangene Woche in Krafts Hof in Sterzhausen präsentierte. Und er war stolz auf die Tochtergesellschaft des Vereins, auf „Haus und Handwerk“, die das Kraftwerk installiert und ans Laufen gebracht hat. „Wir wollen unsere Kosten für Strom und Wärme auf diese Weise stabil halten“, erläuterte er.

Von Michael Meinel, dem kommunaler Klimaschutzmanager, stammte die Anregung. „Es wird sich auf Dauer rechnen“, sagte er und verwies auf den erhöhten Energiebedarf der Einrichtung. Mit dezentralen Versorgungseinrichtungen komme man in der Kommune und im Landkreis den regionalen Klimaschutzzielen näher, erklärte er und kündigte an, dass in Sterzhausen drei weitere Blockheizkraftwerke geplant seien.

Die Erste Beigeordnete der Gemeinde Lahntal, Claudia Meyer-Bairam, fand es „phänomenal, was man hier vorfindet - damit meinte sie die Hausgemeinschaften des Elisabeth-Vereins, angesiedelt mitten im Dorf und verbunden mit dem Generationentreff Krafts Hof, der sich ins gemeindliche Leben einfügt und aus dem Lahntaler Ortsteil gar nicht mehr wegzudenken ist. „Und das Blockheizkraftwerk kommt nun noch hinzu“, freute sie sich und war sich sicher, dass Sterzhausen mit der Erdwärme fürs Feuerwehrhaus, dem neuen Blockheizkraftwerk und weiteren Initiativen zur dezentralen Versorgung auf einem guten Weg sei in Richtung Klimawende.

Ernst Boltner, Geschäftsführer der Altenhilfe beim St.-Elisabeth-Verein, sprach darüber, wie in Sterzhausen alles „feste miteinander“ funktioniert habe in den vergangenen Jahren beim Aufbau der Hausgemeinschaften und Krafts Hof - „das Blockheizkraftwerkt ist das I-Tüpfelchen“, fand er. Matthias Schnabel, Abteilungsleiter Sanitär und Heizung bei „Haus und Handwerk“, leitete den Einbau der neuen Anlage im Keller von Krafts Hof. „Das hat einwandfrei geklappt“, berichtete er und erzählte, wie viel Spaß die Arbeit auf dem Hof der Altenhilfe-Einrichtung gemacht habe. „Wenn ich alt bin, will ich auch hier sein“, sagte er.

Schnabel erläuterte auch die Funktionsweise des Blockheizkraftwerks vom Typ Ecopower 4.7, die seit mehr als zehn Jahren erfolgreich eingesetzt würden, vor allem in Mehrfamilienhäusern, Gewerbebetrieben und öffentlichen Gebäuden. Das Mikro-KWK-System erzeuge mit einem Gas-Verbrennungsmotor Strom und Wärme, dabei werde bis zu 50 Prozent weniger CO2 produziert, ein Drittel weniger Energie werde verbraucht, ergänzte Peter Klinkert von der Firma Vaillant, die die Anlage herstellte. Durch das Heizkraftwerk wird ein großer Teil der Hofreite mit Strom versorgt. Die Abwärme wird für die Erwärmung des Brauchwassers genutzt. Und zur meisten Zeit die Jahres soll sie auch für die Wohnwärme ausreichen. Der fehlende Strom kommt aus dem Netz, Überschüsse werden gegen eine Vergütung von unter sechs Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist.

von Carina Becker

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