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Einmal so richtig auf „Tuch“-Fühlung gehen

Im Alten Forsthof Einmal so richtig auf „Tuch“-Fühlung gehen

„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ lässt Friedrich Schiller seinen Wilhelm Tell sagen, doch ohne Tücher ging im früheren Leben auf dem Land rein gar nichts - in keiner Lebenssituation.

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Tücher in allen Lebenslagen: Im Museum in Oberrosphe gibt es unter anderem Tauftücher (oben) und viele Arten von Gebrauchstüchern zu entdecken.

Quelle: Götz Schaub

Oberrosphe. Wenn sie denn mal wahrgenommen werden, dann als zierendes Beiwerk, dabei spielten Tücher im Alltagsleben auf dem Dorf eine ganz zentrale Rolle. Eine Themenausstellung zur Eröffnung der Museumssaison im Alten Forthof in Oberrosphe widmet sich sehr anschaulich und kurzweilig diesem Thema. Ja, dabei geht es natürlich auch um Geschirr- und Handtücher in der Küche der 50er Jahre, aber auch um kunstfertige Bettüberschlagstücher, Halstücher, Kopftücher gegen Staub, Dreck und Gestank, Schultertücher, Tücher aus der guten Stube, Totentücher, Tauftücher und Sonntagstücher. Praktisch überall in den Ausstellungsräumen im Haus wie auch in der Scheune lassen sich Tücher finden. Tücher für das Leben, für die Einführung in das Leben und Tücher, die am Ende eines Menschenlebens benutzt wurden und sei es nur, um Spiegel zu verhängen.

„Das war ein festes Ritual wie etwa auch die Uhr anzuhalten, wenn jemand im Hause verstorben war“, sagt Brigitte Stuhl, die die Tücher aus dem Fundus des Museumshofes in den Blickpunkt gerückt hat. Es gibt allerlei Tücher zu entdecken, nicht wenige, die in kunstfertiger Handarbeit hergestellt wurden und schon 60, 80, 100 und weit mehr Jahre alt sind, es gibt sogar welche aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Traditionell beginnt die Museumssaison mit den Öffnungen am Karsamstag und Ostersonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr mit Kaffee und Kuchenangebot. Neben Wohnhaus, Stall, Maschinenhalle und Scheune steht auch das nebenstehende Haus 13 offen.

Gruppen können nach vorheriger Anmeldung das Museum auch unter der Woche besichtigen. Ansprechpartner sind Hans Bertram (06423/51320), Elfriede Hahn (06423/2345) und Brigitte Stuhl (06423/6168).

von Götz Schaub

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