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Eine bewusste Entscheidung

Konfirmation Eine bewusste Entscheidung

Wie stehen Jugendliche  eigentlich zur Konfirmandenzeit? Gehen sie gerne zu den wöchentlichen Konfirmandenstunden oder nicht? Wieso gehen sie überhaupt zum diesem Extra-Unterricht? Und was sagen Pfarrer dazu?

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Ein Blick über den Altar der Stiftskirche Wetter. Im Frühjahr stehen in den evangelischen Kirchen wieder Konfirmationen an.

Quelle: Thorsten Richter

Ernsthausen. Diese Fragen hat die Oberhessische Presse einigen Konfirmanden aus dem Kirchspiel Wiesenfeld (Kreis Waldeck-Frankenberg), Pfarrer Friedhelm Wagner vom Kirchspiel Münchhausen sowie Pfarrer Dr. Matthias Franz vom Kirchspiel Wetter gestellt.

Lassen wir erst einmal die Konfirmanden reden. Lennart antwortet so: ,,Ich gehe zum Konfirmandenunterricht, weil ich in den christlichen Glauben aufgenommen werden möchte.“ Aliya, Marie und Mathilda möchten gerne konfirmiert werden und gehen deshalb auch zum Konfirmandenunterricht. Marie mag die Unterrichtsstunden mit den Betreuern gerne, während Aliya es gut findet, dass man viele verschiedene Themen behandelt und nicht immer das gleiche Thema hat. Lennart gefällt es, dass er mehr über seinen eigenen Glauben erfährt. Mathilda antwortet: ,,Ich finde es gut, dass meine Freunde auch zum Konfirmandenunterricht gehen.“

Der Unterricht macht in der Regel Spaß

Den beiden Pfarrern Friedhelm Wagner und Dr. Matthias Franz  macht der Unterricht mit den Konfirmanden in der Regel Spaß. Doch für sie ist es auch mit viel Arbeit verbunden. ,,Manchmal brauche ich nur eine Stunde, um mich auf eine Unterrichtseinheit vorzubereiten“, meint Friedhelm Wagner ,,aber manchmal brauche ich auch drei oder vier Stunden. Es kommt immer darauf an, wie ich den Unterricht planen muss.“ Bei Dr. Matthias Franz ist es ähnlich.

Jedoch haben die Konfirmanden auch kritische Dinge anzumerken. Lennart zum Beispiel findet, dass man zu viel auswendig lernen muss, er findet es ebenfalls nicht so toll, dass man immer in die Kirche muss und fügt noch hinzu: ,,Ich fände es besser, wenn man nur jede zweite oder jede dritte  Woche in die Kirche müsste.“

Kaugummi kauen ist für die Pfarrer tabu

Marie stört es ebenfalls, dass man so viel auswendig lernen muss und sie findet, dass man weniger Hausaufgaben aufbekommen sollte. Dem pflichtet auch Mathilda  bei. Aliya empfindet den Konfirmandenunterricht manchmal als etwas langweilig und fände es besser, wenn man im Unterricht auch mal einen Film gucken würde oder etwas spielen könnte.  Aber auch Pfarrer haben Kritikpunkte. ,,Ich finde es zum Beispiel furchtbar, wenn jemand im Gottesdienst oder im Unterricht Kaugummi kaut“, meint Dr. Matthias Franz.

Die Konfirmanden sind sich einig, dass ein Jahr Konfirmandenunterricht ausreichend ist, da man in einem Jahr genug Zeit hat, alles zu lernen, was man lernen muss. Mathilda geht gerne zum Konfirmandenunterricht und in die Kirche, Lennart und Marie gehen manchmal gerne in die Kirche und zum Konfirmandenunterricht, aber manchmal auch nicht so gerne. Aliya meint: ,,Ich finde den Unterricht interessant, aber der Gottesdienst ist auch schon mal etwas langweilig.“
Die Konfirmanden kommen größtenteils gut mit dem Pfarrer und den Betreuern zurecht. Jedoch kann sich derzeit niemand vorstellen, später einmal selbst Pfarrer zu werden. 

Unterstützung von der Familie ist wichtig

Das war bei Friedhelm Wagner anders. Er wollte schon seid seinen Schultagen Pfarrer werden, Dr. Matthias Franz meint: ,,Kurz vor dem Abitur wurde mir klar, dass das Pfarramt der richtige Beruf für mich ist.“ Außerhalb des Konfirmandenunterrichts ist das Leben von den Konfirmanden ebenfalls christlich geprägt, jedoch nicht so extrem. Marie sagt noch: ,,Ich würde den Konfirmandenunterricht und die Konfirmation weiterempfehlen“, die anderen stimmten ihr zu. Friedhelm Wagner hat noch anzumerken: ,,Es ist wichtig, dass die Konfirmanden Unterstützung in ihrer Familie finden. Die Eltern müssen die Konfirmanden in die Kirche und zum Unterricht schicken.“

 
Hintergrund
Die Konfirmation ist die Bestätigung der evangelischen Taufe. Die Konfirmanden sind meist dreizehn oder vierzehn Jahre alt und besuchen die achte Klasse. Sie müssen jede Woche für anderthalb Stunden zum Konfirmationsunterricht und  sonntags in die Kirche. Die Konfirmanden müssen den Konfirmationsunterricht meist für ein Jahr oder für anderthalb Jahre besuchen. Im Konfirmationsunterricht lernt man viel über Jesus, das Neue Testament und das Kirchenjahr. Die Konfirmanden müssen das Glaubensbekenntnis, das „Vaterunser“, die Zehn Gebote, den Psalm 23 sowie einige Lieder im Gesangbuch auswendig lernen. Während der Zeit des Konfirmand seins wird meist eine Freizeit veranstaltet. Zum Abschluss der Konfirmandenzeit legen alle Konfirmanden eine mündliche Prüfung ab und müssen zusammen einen Gottesdienst vor der gesamten Gemeinde halten.
Zwei Drittel der Jugendlichen, die sich für eine Konfirmation entscheiden, sind mit ihrer Konfirmandenzeit auch zufrieden. Die Konfirmation ist nach den Worten von Martin Hein, Bischof der Landeskirche Kurhessen-Waldeck die „stabilste Amtshandlung der evangelischen Kirche“. 94 Prozent der getauften Jugendlichen lassen sich seinen Worten zufolge auch konfirmieren.

                      
Der Autor dieses Artikels, Simon Kuckuck ist Schüler-Praktikant bei der Oberhessischen Presse und derzeit selbst Konfirmand.

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