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Eine Wärmequelle für das ganze Dorf

Schönstadt Eine Wärmequelle für das ganze Dorf

Durch das anhaltende Interesse an ihrem Dorfprojekt ermutigt, lud der Vorstand der Schönstadter Nahwärmegenossenschaft zum Tag der offenen Tür ein. Und zahlreiche Besucher bewiesen, dass dies eine gute Idee war.

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Walter Fürstenberg von der Genossenschaft (im roten Hemd) erklärt den Besuchern die Technik in der Nahwärmezentrale Schönstadt.Heinz-Dieter Henkel

Schönstadt. Viele Besucher kamen am Sonntag zur Energiezentrale und informierten sich über Nahwärmeproduktion und deren Verteilung in Schönstadt. Mit großem Engagement hatten die Beteiligten die nötige Infrastruktur für Verpflegung und noch wichtiger, für die Präsentation in Form von Infotafeln und -plänen, sowie einer Bilder-Schau aus der Bauphase zusammengestellt.

Stolz führten die Vorstandsmitglieder der Genossenschaft die eintreffenden Besucher durch das einstmals unansehnliche, als Hühner- und Schweinestall genutzte Gebäude in Nähe der Umgehungsstraße, die nach Bracht führt. Heute kommt hier die Abwärme aus dem Biomasse-Heizkraftwerk der Firma Holz Schmidt an. Von hier aus wird die Wärme über mehrere Stränge im Ort verteilt. Auffällig im Mittelpunkt stehen zwei riesige Überlastkessel, deren Temperaturschichtung via Handy auch aus der Ferne abgefragt werden kann.

Im Frühjahr 2011 gegründet, wurde die Genossenschaft bereits in der Planungsphase mit den „Geno-Futura-Award“, einem Preis für gemeinschaftsorientierte Leistungen in der regionalen Energieproduktion, ausgezeichnet.

Der Sommer 2012, in dem gebaut wurde, verging wie im Fluge, berichtete Vorstandsmitglied Rolf Beuermann. „Jede Woche mussten andere Straßen gesperrt werden, und dennoch kamen keine Klagen.“ Er sprach gar von einem „Sommerfest“. Deren drei veranstalteten die Schönstädter für die Bauarbeiter aus Bayern, die teilweise in Zwölfstundenschichten arbeiteten und dafür von der Bevölkerung verwöhnt wurden und ihre Arbeiten vor dem Termin abschließen konnten.

Rund 14 Kilometer Leitungen wurden in den sechs Monaten Bauzeit für rund sechs Millionen Euro verlegt. Inzwischen sind 291 Liegenschaften angeschlossen, was einem Anteil von knapp 80 Prozent der Haushalte in Schönstadt entspricht.

Die Genossenschaftler sind zuversichtlich, in diesem Jahr das erste Mal schwarze Zahlen schreiben zu können. Dazu trägt auch bei, dass kein Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglied finanziell entschädigt wird. „Wir erstatten höchstens einmal Fahrtkosten“, erzählt Beuermann. Und so ganz nebenbei haben die Schönstädter mit dem „Georg-Salven­moser-Preis“ noch eine weitere Auszeichnung eingeheimst, die zudem mit 40000 Euro dotiert war. Auch dies Geld kam der Genossenschaft zugute.

von Heinz-Dieter Henkel

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