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Eine Schottland-Tour mit allen Sinnen

Senioren-Aktiv-Woche Eine Schottland-Tour mit allen Sinnen

Egal, wen man fragte: Wenn die Sprache auf den schottischen Abend im Rahmen der Senioren-Aktiv-Woche kam, gerieten die Teilnehmer ins Schwärmen.

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Oben: Holger Fuchs (mit Tablett) stellte im Laufe des Abends drei Single Malt Whiskys vor. Links: Stefan Wagner aus Gießen spielte auf dem Hochland-Dudelsack.Fotos: Manfred Schubert

Quelle: Manfred Schubert

Sterzhausen. Wildromantische Landschaften mit steilen Felsküsten, Seen, Burgen, grünen Hügeln, Hochlandrindern und Schafen zogen über die Leinwand. Dann Ortschaften, schließlich das Innere einer Whisky-Destillerie. Der dazu passende Duft schwebte im Raum, denn ein Tablett voll gefüllter Whisky-Schwenker wartete bereits darauf, zur Verkostung verteilt zu werden.

Ein Abend zum sehen, riechen, hören und schmecken - nahezu alle Sinne wurden angesprochen bei dieser stimmungsvollen Veranstaltung unter dem Titel „Ein schönes Land und das Wasser des Lebens“.

Um Schottland ging es am Mittwochabend im Rahmen der Lahntaler „Senioren Aktiv Woche“ in der Gemeindeverwaltung. Eine Whiskyverkostung war Teil davon.

Los ging es mit einem Überraschungsgast. Nachdem Bürgermeister Manfred Apell die Teilnehmer, die Zahl war auf 25 beschränkt, begrüßt hatte, erklang plötzlich das Instrument im Flur, das wohl jeder mit Schottland verbindet. Herein marschierte ein in Nationaltracht, dem Kilt, gekleideter Dudelsackspieler. „Amazing Grace“ und „Highland Cathedral“ erklangen als erste Stücke.

Bei weiteren Auftritten im Verlauf der zweieinhalb Stunden ließ Stefan Wagner aus Gießen typisch schottische Stücke, wie verschiedene Märsche, folgen und gab den Zuhörern interessante Erläuterungen zu Instrument, schottischer Musik und deren Entwicklung.

Auch die Kleidung, jeder Kilt trägt die Farben eines Klans, bezog er ein, und beantwortete die meistgestellte Frage, was der Schotte unter dem Rock trage: „Schuhe und Strümpfe“.

In Schottland gebe es drei verschiedene Dudelsäcke, seiner sei ein großer Hochland-Dudelsack und bereits knapp 100 Jahre alt. Den beherrschte Wagner ziemlich gut. Wie er im Nachhinein verriet, hat er vor einigen Jahren mit einer Gruppe bei den Dudelsack-Weltmeisterschaften in Schottland den fünften Platz belegt.

Äußerst kenntnisreich bis ins Detail und unterhaltsam beschrieb der „Malt Ambassador“ Holger Fuchs aus Cölbe die Herstellungsgrundlagen und -vorgänge sowie Regionen des uisge beatha, also Wasser des Lebens, wie es ursprünglich Gälisch hieß. Das konnten die Engländer nicht aussprechen und machten daraus Whisky.

Experte: Eis im Whisky betäubt den Geschmack

Und gab Tipps zum richtigen Genuss der Single Malt Whiskys, von denen er im Laufe des Abends drei vorstellte: Aberlour, Glen Garioch und Bowmore. Die Aromen müssen sich entfalten und über die Nase aufgenommen werden können. Daher sei es falsch, Eis in den Whisky zu tun, das betäube die Geschmacksnerven und verhindere die Aromaentfaltung.

Auch sei die Regel, je älter desto besser, beim Whisky nicht richtig. Manche Whiskys seien mit sieben Jahren sehr gut, andere mit 17 überlagert. Übrigens reife der Whisky nur im Fass. Wenn man sich eine Flasche zehn Jahre ins Regal stellt, ist dieser nicht „älter“ als zur Zeit der Abfüllung, nicht besser und nicht schlechter, sofern er vor Sonneneinstrahlung geschützt war. Wenn einmal geöffnet, sollte man die Flasche in eineinhalb bis zwei Jahren leertrinken.

„Single Malt Whiskys“ stammen immer aus einer Brennerei, aber werden von den Brennmeistern aus verschiedenen Jahrgängen so gemischt, dass möglichst immer der gleiche Geschmack entsteht. „Blended“, also verschnittene Whiskys, mischen die Brennmeister mit dem gleichen Ziel aus Whiskys verschiedener Destillerien zusammen. Beides sei eine hohe Kunst, sagte Fuchs.

Verschnitten sei auch sein Schottland-Film, erklärte Bürgermeister Apell. Er hatte ihn aus Material von zwei Reisen, 1996 mit einer Gruppe von Lahntalern und 1998 mit Freunden, zusammengestellt.

von Manfred Schubert

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