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Eine Kita mit ganz besonders aktiven Eltern

Außengelände eingeweiht Eine Kita mit ganz besonders aktiven Eltern

Ein Jahr nach dem Umzug in den neuen Gemeindekindergarten „Löwenzahn“ in Cölbe wurden jetzt auch die Außenanlagen eingeweiht. Dabei haben viele Eltern Eigenleistungen erbracht und es geht noch weiter.

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Mitglieder des Elternbeirats pflanzten den von Sprachtherapeutin Katharina Mannheims gestifteten Apfelbaum.

Quelle: Manfred Schubert

Cölbe. Momentan gibt es jeweils im Jahresrhythmus etwas Großes zu feiern: im November 2012 das Richtfest, ein Jahr später die Einweihung des Gemeindekindergartens „Löwenzahn“ und nun ein Herbstfest zur Fertigstellung der Außenanlagen.

Das Besondere: von Mitte Juli bis Anfang Oktober haben etwa 35 Eltern, aber auch Großeltern und Erzieher sowie Kinder, freitags und samstags bei der Gestaltung der Außenanlagen mitgeholfen und bisher rund 500 Stunden ehrenamtlich gearbeitet.

Es sollen noch drei verschiedene Schaukeln, eine Sonnenuhr sowie ein Bodentrampolin bis November hinzukommen. Letzteres wird vom Förderverein der Kita finanziert, mit Unterstützung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die aus dem Vereins-Förderprogramm „Denken und Handeln für Morgen“ 3000 Euro zu den Projektkosten von 5831 Euro beisteuert.

Die Früchte ihrer Arbeit konnten sie nun, zusammen mit den anderen der mehr als 300 Gäste, während des Herbstfestes genießen. Wobei sie dafür auch schon wieder gearbeitet und Kuchen, Salate, Rohkost, Brote und anderes für das Buffet mitgebracht hatten.

Umso begeisterter feierten die Gäste den Einzug der Kinder von den Natursteinstufen des „Amphitheaters“ aus, eines in Erfüllung gegangenen Wunschtraums von Kita-Leiterin Erika Völker. Die einzelnen Gruppen sowie der Kindergartenchor präsentierten sich mit Liedern, Spielen und kleinen Theaterstücken. Erika Völker und Bürgermeister Volker Carle hielten kurze Begrüßungsansprachen.

Der neue Ortspfarrer Dr. Alexander Warnemann freute sich, zur Haussegnung der Kita als eine seiner ersten Handlungen in Cölbe eingeladen worden zu sein. Er sprach darüber, dass sich heute leider Viele, zum Beispiel im Restaurant oder Zug, von Kindern gestört fühlten, und vergäßen, dass sie selbst auch einst so klein und lebendig waren. Die Kindergartenzeit sei für ihn eine der einprägsamsten seines Lebens gewesen.

Mitglieder des Elternbeirats pflanzten einen von Sprachtherapeutin Katharina Mannheims gestifteten Apfelbaum, und die Kinder einen von Inge Kämpchen, der früheren Leiterin des alten Kindergartens, gestifteten Johannisbeerstrauch. Die neue Tunnelrutsche wurde von Anja Dohmen in Betrieb genommen, und nach dem obligatorischen Banddurchschneiden durch Bürgermeister und Kita-Leiterin durften die Kinder endlich auch das große Spielschiff in Besitz nehmen. Zahlreiche Spielmöglichkeiten wurden geboten, die Erwachsenen konnten eine Fotoausstellung und einen Film zur Entstehung der Kita seit dem ersten Spatenstich sehen.

Im Gespräch mit der OP zogen Völker und Carle Bilanz. „Wir sind mit 52 Kindern umgezogen, jetzt haben wir 98. Die Kita ist für maximal 120 Kinder mit acht Gruppen ausgelegt, nächstes Jahr eröffnen wir die siebte“, sagte Völker. Der Bürgermeister ergänzte, dass in keinem Kindergarten die Zahlen zurückgingen, trotz vieler Unkenrufe seien sie ausgelastet.

Ein wichtiger Baustein sei die Ernährung mit in der Küche frisch zubereiteten Mahlzeiten. Der Koch Thomas Bäuerle war zuvor auf Hof Fleckenbühl tätig und trage die von dort bekannte Qualität bei. Produkte von heimischen Erzeugern werden verarbeitet, wöchentlich gibt es einen Öko-Tag. Ab nächstem Jahr soll die Kita in Bürgeln von Cölbe aus mitversorgt werden. „Viele Eltern sagen uns, dass sie sich so etwas schon vor zehn Jahren gewünscht hätten“, berichtete Völker.

Carle hob hervor, wie begeistert vom Engagement der Mitarbeiter, Eltern und Großeltern sei. Er blicke frohgemut in die Zukunft in der Hoffnung, dass deren Aktivierung von Dauer sei und betonte, dass dies hauptsächlich ein Verdienst von Erika Völker sei. Es sei schön, dass dieses gewaltige Projekt zum 40. Geburtstag der kleinen Gemeinde fertiggestellt werden konnte, ohne dass die Kosten aus dem Ruder gelaufen seien und das Zeitfenster nur wenig überschritten wurde, sagte Carle. Ausdrücklich dankte er auch den Nachbarn, die Lärm und Emissionen ertragen und viel Rücksicht auf den Bau der Senioreneinrichtung und der Kita genommen hätten.

von Manfred Schubert

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