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Ein starker Rückhalt in der Gemeinde

Feuerwehr-Jubiläum Ein starker Rückhalt in der Gemeinde

Die 80-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Caldern erfreute sich guten Zuspruchs. Das lag nicht zuletzt daran, dass sie genau mit der Schönwetterphase des Pfingstwochenendes zusammenfiel.

Caldern. Etwa zweieinhalb Stunden vor Beginn des Festes war es am Samstag aufgeklart, und es blieb schön bis zum Ende des Familiennachmittages, mit dem es am Sonntag ausklang. Zwar wurde es in der Nacht ziemlich kühl, aber ein Teil der etwa 300 Gäste blieb bis zum frühen Morgen. Das Trio „Gipfelstürmer“ hielt auch lange durch und spielte bis tief in die Nacht auf der zur Bühne und Tanzfläche umfunktionierten Veranda des Bürgerhaus-Lokals.

Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal folgte am Sonntagmorgen ein Festgottesdienst im Zelt mit etwa 160 Teilnehmern, den Pfarrer Norwin Magdanz leitete und den der Posaunenchor mitgestaltete. Zum anschließenden Frühschoppen spielte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Marburg auf. Beim Familiennachmittag informierte eine Fotoausstellung über Geschichte und Einsätze der Feuerwehr, es gab ein reichhaltiges Buffet mit selbstgebackenen Kuchen und die Jugendfeuerwehr hatte für die jungen Besucher Zielübungen mit der historischen Handpumpe, eine Mohrenkopfwurfmaschine und eine Hüpfburg vorbereitet. Beim Kommers, mit dem das Fest am Samstag begann, war Marcus Ochs, Wehrführer und Vorsitzender des Fördervereins, in seiner Rede auf die Geschichte und die Gegenwart mit den stetig gewachsenen Aufgaben der Feuerwehr eingegangen.

Die Rahmenbedingungen hätten sich nicht immer zum Vorteil entwickelt, sagte er unter Verweis auf die Finanzknappheit der Kommunen und auf den mit der Feuerwehrarbeit verbundenen Verwaltungsaufwand, der für die Ehrenamtlichen bis an die Grenze des Zumutbaren gestiegen sei. Falls es nicht mehr genügend freiwillige Helfer gebe, verdeutlichte er den Zuhörern, könnte auch eine Pflichtfeuerwehr eingeführt werden, zu der jeder herangezogen werden könnte, der gesundheitlich in der Lage dazu ist. Eine Berufsfeuerwehr wäre dagegen für eine Kommune wie Lahntal ein „finanzieller Albtraum“. Nur für eine neunköpfige Löschgruppe brauche man etwa 30 Personen - das mal 50000 Euro Lohnkosten ergebe schon 1,5 Millionen Euro im Jahr.

Marcus Ochs beruhigte Bürgermeister und die Steuer zahlenden Zuhörer. In Caldern stiegen die Personalzahlen entgegen dem Trend seit dem letzten Fest vor zehn Jahren von 28 auf 37 Aktive in der Einsatzabteilung. Die Jugendabteilung hat neun Mitglieder, die Ehren- und Altersabteilung 16 Mitgliede, die stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Regelmäßig schaffe man dank des Fördervereins zusätzliche Ausrüstung an. Bautätigkeiten und Renovierungen am Gerätehaus werden weitgehend in Eigenleistung erbracht, jüngst wurden in 500 Arbeitsstunden Wasserschäden beseitigt.

Bürgermeister und Schirmherr Manfred Apell unterstrich, dass die Feuerwehr Caldern seit Bestehen der Gemeinde Lahntal ein starker Rückhalt ihrer Feuerwehren sei. Unter anderem habe Caldern zwei der bisher drei Gemeindebrandinspektoren gestellt. Der stellvertretende Ortsvorsteher Hans Jung hob die Beteiligung der Feuerwehr am kulturellen Dorfleben hervor, insbesondere mit ihrer Theatergruppe, die alle zwei Jahre selbst geschriebene Stücke aufführt.

Eine weitere Form dieser Beteiligung konnten die Gäste beim Auftritt des Männergesangvereins sehen. Gut ein Drittel des Chores besteht aus Feuerwehrkameraden.

Marcus Ochs und sein Stellvertreter Reiner Felgenhauer nahmen eine Ehrung vor. Oberbrandmeister Walter Becker, der von 1997 bis 1995 Wehrführer und Vereinsvorsitzender war, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt eine weitere Urkunde für 40 aktive Dienstjahre. Walter Becker war außerdem von 1995 bis 2010 Gemeindebrandinspektor gewesen, er hatte dieses Amt von seinem Vater Hans Becker „geerbt“, der es von 1972 bis 1995, anfangs unter der Bezeichnung Ortsbrandmeister, ausübte.

von Manfred Schubert

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