Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Ein klarer Sieg für Funk – Mengel zufrieden

Bürgermeisterwahl in Münchhausen Ein klarer Sieg für Funk – Mengel zufrieden

So kennt man Münchhausens Bürgermeister Peter Funk sonst nicht: Der 55-Jährige reagierte hochemotional auf seinen Sieg. Ehefrau Kristina erntete ein öffentliches Liebesbekenntnis, SPD und UGL als seine Kritiker einige harsche Kommentare.

Voriger Artikel
Fest entschlossen, sich noch mal sechs Jahre einzubringen
Nächster Artikel
Seit 90 Jahren rund um die Uhr bereit

Die Gratulanten drängten sich im Bürgerhaus von Münchhausen um den wiedergewählten Bürgermeister Peter Funk und seine Frau Kristina. Zu den ersten gehörte der ebenfalls frisch wieder­gewählte Biedenkopfer Bürgermeister Joachim Thiemig.

Quelle: Nadine Weigel

Münchhausen. Eine tonnenschwere Last schien von dem langjährigen Bürgermeister der Gemeinde hoch im Norden des Landkreises abzufallen. Schon als um 18.11 Uhr das erste Ergebnis des Abend aus Oberasphe kam, wo ihm 71 Prozent der Wähler ihre Stimme gegeben hatten, atmete Peter Funk sichtlich auf. Und als um 18.43 Uhr auch das letzte Ergebnis, das aus Münchhausen, feststand, war für den 55-Jährigen klar, dass er an seine drei bereits erfolgten Amtszeiten als parteiloser Bürgermeister noch eine vierte wird dranhängen können.

Um diesen Ausgang hatte Funk sehr gebangt, dies wurde deutlich, als er dankende Worte an viele Unterstützer im Bürgerhaus von Münchhausen richtete, wo die Gemeinde die Ergebnisse präsentierte. „Wir haben manchmal gemeinsam Tränen vergossen, du hast mich immer wieder aufgebaut, ich liebe dich einfach“, wandte er sich an seine Frau Kristina Funk.

Der Bürgermeister, sonst ein Mann der Zurückhaltung und des Ausgleichs, wählte harsche Worte gegenüber der SPD und der UGL Münchhausen. Ein Sozialdemokrat habe ihn unter Druck gesetzt und gesagt, man werde einen Gegenkandidaten aufstellen, falls Funk eine Erhöhung der Kindergartengebühren anstoßen werde. Und die UGL habe den Anschein erweckt, als sei er die Pest, „wenn es darum geht, zwischen Pest und Cholera zu wählen“. Die SPD sei im Wahlkampf „auf ein fragwürdiges Niveau“ gesunken.

Seipp kritisiert Funks Pläne

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Martin Seipp reagierte sauer – erst auf das Wahlergebnis. In den nächsten Tagen werde er überlegen, wie stark er sich noch politisch engagieren wolle in der Gemeinde, sagte er der OP. Später schimpfte er über Funks Ausführungen zur Kindergartengebühren-Erhöhung und sagte, als SPD-Vertreter in Münchhausen wisse er, welche Verantwortung er habe.

Funk wünschte sich, dass man in der Gemeinde schnellst­möglich wieder zu einem fairen Umgang miteinander zurückfinden möge. Ähnlich formulierte es Michael Haubrok-Terörde, Sprecher der UGL: „Wir hoffen, dass Peter Funk seine Unabhängigkeit beibehält und wollen fair, aber kritisch mit ihm zusammenarbeiten.“

Spannung bei der Bürgermeisterwahl in Münchhausen. Foto: Nadine Weigel

Zur Bildergalerie

Bei den hochkochenden Reaktionen geriet Funks Herausforderer Ulrich Mengel etwas in den Hintergrund. Gefasst nahm er sein Ergebnis von beachtlichen 36,2 Prozent zur Kenntnis. „Auch wenn ich auf 40 Prozent gehofft habe, bin ich damit zufrieden“, erklärte er und war davon überzeugt, dass schon der Wahlkampf für ihn ein Gewinn gewesen sei: „Ich konnte Themen anstoßen und hoffe, dass sie weiterverfolgt werden, beispielsweise, dass wirklich ein Gewerbering gegründet wird.“

Enttäuscht sei er darüber, dass es „öfter ums Geld ging als um echte Themen“, sagte Mengel und spielte damit auch auf die fragwürdige Argumentation an, dass die Gemeinde Münchhausen noch einen Bürgermeister bezahlen müsse, wenn es einen Amtswechsel gegeben hätte. Mengel befürchtete, dass viele Wähler sich davon beeinflussen ließen. Diesen Verdacht hatte auch der UGL-Vertreter Haubrok-Terörde.

Indes war CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Wagner sehr zufrieden. Seine Partei hatte Funks Wiederwahl unterstützt. „Ich denke, dass wir die Aufgaben der kommenden sechs Jahre gut miteinander erledigen können“, sagte er und bekannte, dass er sich unsicher gewesen sei, was den Wahlausgang angeht. Bis zum Bau der Ortsumgehung für Münchhausen gebe es viel zu tun. „Und wir haben Dorferneuerung in drei Ortsteilen, wollen dort gemeinsam viele Projekte umsetzen“, betonte Wagner.

Kommentar

Wähler bauen auf Beständigkeit

Auf eine vierte Amtszeit!
Bei Peter Funk wissen die Münchhäuser, woran sie sind. Eine schöne Bestätigung für den Amtsinhaber, auf dessen langjährige Erfahrung die große Mehrheit der Wähler baut. Nah dran an der Erfahrung liegt mitunter die Routine, die auch schon mal etwas lähmend sein kann. Münchhausen aber braucht in den nächsten Jahren den Aufbruch. Der Ortsumgehungsbau ist die große Chance für Zuzug und Wachstum, für ein Dorfleben, das sich neu ordnen und definieren darf. Als oberster Bürger wird Peter Funk engagiert vorangehen müssen. Er darf dabei ein ruhig ein wenig mehr Schwung, Offensive und persönliche Meinung wagen.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr