Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Ein friedlicher Kampf gegen humanitäre Katastrophe

Hilfe für Menschen im Nordirak Ein friedlicher Kampf gegen humanitäre Katastrophe

Während Europa um die Aufteilung von Flüchtlingen streitet, gibt es fern ab des öffentlichen Fokus in fernen Ländern unvorstellbares Leid. Bianca Archinal und Sabine Önogul wollen genau dort helfend eingreifen

Voriger Artikel
Tempo-30-Vorgabe wird oft ignoriert
Nächster Artikel
Neubau für Kurz- und Tagespflege

Oben und rechts oben: Kinder, die im Shingal-Gebirge leben, bei der Verteilung von Spielzeug und Lebensmittel. Rechts: Verwundete Kinder werden nur notdürftig versorgt.Privatfotos

Wetter. Kasim Schesho hat in Bad Oeynhausen ein sicheres Asyl gefunden. Doch er ist nicht dort. Er ist Kämpfer im Nordirak, hat dort als Stammesführer Jesiden aus der Region Shingal und der Nähe der Pilgerstätte Scherfedin ins Gebirge geführt und sie so vor der Terror-Miliz „Islamischer Staat“ gerettet.

Die Menschen sind schon sehr lange im Gebirge eingeschlossen, wer der Miliz in die Hände fällt, wird getötet, Frauen hingegen versklavt und vergewaltigt.

Bianca Archinal und Sabine Önogul aus Wetter wissen aus privaten Quellen viel darüber. Sie wollen nicht nur zuschauen, sie wollen helfen. Und das haben sie auch schon: Es ist ihnen bereits gelungen, einen Hilfstransport auszustatten und in die Krisenregion zu schicken. Handyfotos und kurze Filme, die über facebook in die Welt geschickt werden, beweisen, dass die Hilfsgüter aus dem heimischen Landkreis tatsächlich die notleidende Bevölkerung im Shingal-Gebirge erreicht hat. Dieser Erfolg spornt die beiden Frauen an, noch mehr zu unternehmen. „Wir unterstützen nicht die Kämpfer mit Waffen, unsere Hilfe konzentriert sich rein auf die Zivilbevölkerung“, stellt Sabine Önogul klar. Auch die verbliebene Bevölkerung von Kobane benötigt humanitäre Hilfe. Es geht um eine medizinische Grundversorgung, aber auch um Trinkwasser und Kleidung.

Deshalb planen die Frauen für den 14. November im Bürgerhaus Elnhausen eine große Charity-Veranstaltung zugunsten der Bevölkerung von Kubane und aus dem Shingal-Gebirge. „Viele stellen uns die Frage, was wir als zwei Frauen schon ausrichten können“, sagt Sabine Önogul. Nun, ihr Erfolg mit dem Hilfsgütertransport ist wohl Antwort genug. Nun also suchen sie aber Menschen, die gewillt sind, ihnen bei der Organisation, Finanzierung und Ausgestaltung der Charityveranstaltung zu helfen. „Wir haben schon ein schönes Programm zusammen“, sagt Bianca Archinal. Die Gäste sollen sich zudem an einem kurdischen Büfett erfreuen. „Für eine Tombola suchen wir noch Sachspenden“, so Archinal. Sie möchten gerne 1000 Preise auf 5000 Lose verteilen. Zur Charity-Veranstaltung erwarten die Frauen auch den Berliner Journalisten Enzo Lenze, der die Region im Nordirak bereist hat, und einiges zu erzählen hat. Zudem sind die bekannten kurdischen Hip-Hoper Xalaz­ und S. Castro mit von der Partie.

„Wir möchten schon eine Multi-Kulti-Veranstaltung anbieten und damit viele interessierte Mitbürger ansprechen“, so Önogul.

Wer helfen möchte, meldet sich bitte per E-Mail unterbenefiz@fn.de oder per Telefon unter 01575/9408385. Informationen zu Benefizveranstaltungen für Shingal und Kobane gibt es auch bei Facebook.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr