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Ein Zehntagesritt für Herz und Seele

Wanderreiter-Tour Ein Zehntagesritt für Herz und Seele

Der Michelbacher Eckhard Geisel und zehn weitere Pferdefreunde setzen auch im Zeitalter der Motoren bisweilen auf einzelne Pferdestärken. Seit Donnerstag befinden sie sich auf einer erlebnisreichen Reise zu Pferd ins Sauerland.

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Im Wald zwischen Wollmar und Berghofen startete die Tour mit (von links) Manfred Kahler, Eckhard Geisel, Karl-Heinz Schweinsberger, Heinrich Dersch, Herbert Feußner, Dieter Gigla, Josef Preis, Harald Ludwig und Heinrich Engelbach. Es fehlen: Helmut Ochs und Werner Reinl. Links: Die Teilnehmer des ersten Wanderritts 1991: Heinrich Dersch (von links), Heinrich Engelbach, Eckhard Geisel und Dieter Gigla.

Quelle: Privat

Wollmar. „Wir erleben auf unseren Reisen Natur pur“, berichtet Eckhard Geisel, der bereits seit Beginn bei den Touren der Gruppe dabei ist - in diesem Jahr zum 25. Mal. Die einen reiten den Weg auf dem Rücken der Pferde, die anderen fahren mit ihrem Zweier-Gespann. Zehn Tage lang werden täglich rund 25 Kilometer zurückgelegt, bis man schließlich das jeweilige Tagesziel - darunter Orte wie Rengershausen oder Hallenberg - erreicht hat.

„Die meisten von uns waren früher Turnierreiter. Wir kamen irgendwann auf die Idee, der Reiterei einen ganz anderen Sinn zu geben“, so Geisel. Begonnen hat alles 1991 - damals in einer Gruppe von vier Personen. Bis heute hat sich die Gruppe auf elf Personen - größtenteils aus dem Landkreis - ausgeweitet. Touren durch Lüneburger Heide, Rhön, Eifel, Thüringen, Hunsrück, Vogelsberg, Wasserkuppe, Rothaarsteig und sogar bis nach Frankreich ins Elsass liegen bereits hinter den Pferdeliebhabern.

Ältester Teilnehmer ist 80 Jahre alt

„Man wird ja nicht jünger und dementsprechend werden die Entfernungen auch etwas geringer“, berichtet der 73-jährige Geisel. Der älteste Teilnehmer der Reise, Josef Preis aus Mardorf, ist heute 80 Jahre alt.

Abenteuerlich sind die Touren, bei denen es „querfeldein“ geht, jedes Mal aufs Neue. So trifft man unterwegs auf Förster, Landwirte oder Wanderer, mit denen das ein oder andere Mal sogar Freundschaften geschlossen wurden. Auch die Entspannung, fernab vom Straßenverkehr und Lärm, kommt nicht zu kurz. „Es ist toll, durch die schöne Natur zu reiten, frei von allen Sorgen“, sagt Heinrich Engelbach aus Sterzhausen. „Man kommt an Ecken, die sonst so ohne Weiteres gar nicht zu erreichen wären.“

Dabei gibt es stets Neues zu entdecken. Markante Punkte, wie beispielsweise Burgen oder Festungen, lassen sich die Wanderreiter von Personen vor Ort erklären. Große Turbulenzen gab es auf den Reisen bisher nicht. „Einmal ist ein Pferd durchgegangen und bis in den nächsten Ort gelaufen. Und im letzten Jahr wurden die Pferde von Hirschlauskäfern befallen, weshalb sie ein wenig Panik bekamen“, erinnert sich Eckhard Geisel. „Ansonsten ist immer alles gut gegangen.“

Nichts für Pollen-Allergiker

Wer Heuschnupfen hat, ist bei der Tour wohl eher fehl am Platz. „Wir schlafen im Bett, auf dem Feldbett oder aber auch mal im Heu“, berichtet Heinrich Dersch aus Wollmar, Organisator des Wanderritts. Die Pferdekoppeln werden abends neu gesteckt und am nächsten Morgen wieder abgebaut. Die Verpflegung übernimmt die Gruppe größtenteils selbst. „Bei schönem Wetter machen wir auch schon mal ein Mittagsschläfchen“, so Geisel. Und das Bierchen am Abend darf natürlich in einer geselligen Runde nicht fehlen.

In diesem Jahr ist auf der Reise zudem ein festlicher Akt geplant. So wird auf der Tour eine Fahne - die Standarte der Wanderreiter und -fahrer des Marburger Landes - zum 25-jährigen Jubiläum der Gruppe festlich durch den katholischen Pfarrer in Hallenberg geweiht.

von Sarah Stolle

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