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Ein Wärme-Geschäft zu beiderseitigem Nutzen

Nahwärme für Schoeller Electronics Ein Wärme-Geschäft zu beiderseitigem Nutzen

Das Nahwärmenetz der Stadt Wetter nimmt Formen an. Gestern wurden die Verträge zur Wärmelieferung an den größten Kunden unterschrieben: Die Firma Schoeller Electronics soll im Herbst angeschlossen werden.

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Schoeller-Electronics-Geschäftsführer Wolfgang Winkelmann (links) und Bürgermeister Kai-Uwe Spanka bei der Vertragsunterzeichnung. Stehend verfolgen dies Reinhold Seipp, der kaufmännische Leiter von Schoeller, Stefan Bordt, Betriebsleiter der Stadtwerke Wetter und Erster Stadtrat Peter Naumann.

Quelle: Michael Agricola

Wetter. In den kommenden Monaten werden für das Nahwärmenetz der Stadtwerke Wetter mehrere Millionen Euro verbaut, unter anderem für neue Leitungen, eine Übergabestation an den neuen Großabnehmer und nicht zuletzt für eine neue Biomasseanlage auf einem städtischen Grundstück gegenüber der Firma Schoeller am Ortseingang. Dafür soll in der kommenden Woche der erste Spatenstich gesetzt werden.

Ein wichtiges Standbein im Nahwärmekonzept ist aber auch der gestern abgeschlossene Vertrag zwischen den Stadtwerken Wetter und Schoeller Electronics. Die Firma, Hersteller von Leiterplatten zum Beispiel für die Fahrzeugindustrie, nimmt mit prognostizierten 1,5 bis 2 Megawatt pro Jahr künftig etwa ein Drittel der Wärmeerzeugung der Stadtwerke ab, so Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos).

Das zweite Drittel wird über die bisherigen Abnehmer, unter anderem die Wollenbergschule und die Stadthalle im alten Netz verbraucht, der Rest soll künftig weitere Gewerbebetriebe und Privatleute in der Stadt mit Wärme versorgen, so Spanka weiter.

Umstieg von Heizöl auf Energie aus Biomasse

Für die mittelständische Firma, die bislang noch mit Heizöl versorgt wird, bietet das mehrere Vorteile. „Wir haben mehr Planungssicherheit“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Winkelmann mit Blick auf die schwankenden Ölpreise. Auch die Vorratshaltung in großen Öltanks, die nicht zuletzt wichtiges Kapital der Firma bindet, die Wartung und die mittelfristig anstehenden Erneuerungen von Heizungsanlagen fielen dadurch künftig weg.

Die Stadtwerke Wetter haben im Gegenzug einen kontinuierlichen Wärmeabnehmer, der nicht, wie Privatleute, vorwiegend in der Heizperiode Wärmebedarf hat. Schoeller nutzt die Wärme über das ganze Jahr in relativ konstanter Menge in der Klimatechnik, damit in den Produktionsstätten die richtigen Bedingungen herrschen.

Der Anschluss an das Netz und die Übergabestation an die Firma wird in den kommenden Wochen gebaut, sodass Schoeller im Oktober/November erstmals Nahwärme „aus der regionalen Wertschöpfungskette“ beziehen kann, berichtete Spanka. Neben der noch zu bauenden Holzhackschnitzelanlage sorgt ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk an der Wollenbergschule für die Energie.

Geht es nach Wolfgang Winkelmann, soll die Nahwärmeversorgung aber erst der erste Schritt der Zusammenarbeit sein. Großes Interesse hat das Unternehmen daran, auch Strom von den Stadtwerken Wetter zu erhalten, wie Winkelmann gestern betonte. Denn hier sieht man bei Schoeller noch ein weit höheres Einsparpotenzial.

von Michael Agricola

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