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Ein Tag des Kennenlernens

Flüchtlingstreffen Ein Tag des Kennenlernens

Den Integrationsgedanken leben, die Kluft zwischen Einheimischen und Fremden schließen. Um dies zu erreichen, eröffneten Sabine Barth und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter das Begegnungs-café Goßfelden, wo sich jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr interessierte Bürger und Flüchtlinge kennenlernen können.

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Reger Austausch in der Lahnfelshalle: Bürgermeister Manfred Apell und seine Übersetzerinnen, Praktikantin Annika Rink und Selma Khaled gaben die wichtigsten Infos weiter.

Quelle: Marcus Hergenhan

Goßfelden. Den Integrationsgedanken leben, die Kluft zwischen Einheimischen und Fremden schließen. Um dies zu erreichen, eröffneten Sabine Barth und ihre ehrenamtlichen Mitstreiter das Begegnungs-café Goßfelden, wo sich jeden Donnerstag von 15 bis 18 Uhr interessierte Bürger und Flüchtlinge kennenlernen können.

In der Lahnfelshalle fand zusätzlich zu diesem Angebot ein Tag der Begegnung statt. Bürgermeister Manfred Apell begrüßte die rund vierzig Gäste aus Lahntal und der Fremde: „Ich möchte Sie herzlich einladen, Ihre neue Heimat und Ihre neuen Nachbarn heute kennenzulernen“, so Apell. Da viele der Flüchtlinge aus Somalia, Pakistan, Äthiopien oder Afghanistan kommen, hatte Apell mit Annika Rink und Selma Khaled jeweils eine Dolmetscherin für Englisch und Arabisch an seiner Seite.

Sabine Barth ist mit der Arbeit zufrieden: „Wir haben bei uns in der Gemeinde etwa 30 Flüchtlinge, von denen etwa 20 regelmäßig ins Café kommen und auch heute viele da sind. Wir helfen den Gästen bei Behördengängen und bieten Deutschkurse an, eben Dinge, wo wir merken, dass es den Menschen wirklich nützt.“

Daud Chand Chaudhary ist einer der Flüchtlinge, die an diesem Tag gekommen waren. Er gehört zu der christlichen Minderheit in Pakistan. „Ich habe dort als Lehrer gearbeitet, eines Tages meinte ein Kollege zu mir, das ich zum Islam konvertieren solle, als ich ablehnte, drohte er mir das Leben zu nehmen und klagte mich wegen Blasphemie an. Ich ging zur Polizei und wollte ihn anzeigen, aber das ist in Pakistan nicht wie hier, die Polizei ist dort korrupt und ignoriert die Probleme von Minderheiten.“ Den Tränen nahe erzählt Chaudhary, wie eines Tages Schlägertrupps zu dem Haus seines Bruders kamen, der kurz zuvor nach Frankreich geflohen war. Als sie dort nur den 83-jährigen Vater vorfanden, schlugen sie ihn tot. Noch heute sind Chaudharys Frau und fünf Kinder in Pakistan. 8000 Euro musste er an Schleuser zahlen, um allein nach Deutschland zu kommen. „Es hängt nun von den Behörden ab, wie schnell ich meine Familie herholen kann, solange muss ich jeden Tag für ihre Sicherheit beten.“

von Marcus Hergenhan

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