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Ein Schritt zur neuen Kita in Unterrosphe

Wetter Ein Schritt zur neuen Kita in Unterrosphe

Wetters Parlamentsausschüsse geben grünes Licht, dass der Magistrat den Neubau einer Kindertagesstätte in Unterrosphe planen kann. Eltern aus Oberrosphe legen ungeachtet dessen einenAlternativvorschlag vor.

Wetter. In den Sitzungen von Bau-, Jugend- sowie Haupt- und Finanzausschuss wurde diese Woche kontrovers über die Neubaupläne in Unterrosphe diskutiert. Die Kita soll statt der bisherigen Einrichtungen in Mellnau und Oberrosphe die Kinder aus allen drei Stadtteilen aufnehmen.

Unter den Gästen der Sitzungen waren jeweils auch Eltern und Vertreter aus den betroffenen Dörfern, denen auch Rederecht eingeräumt wurde. Einige Eltern wollen nochmals einen Alternativvorschlag zum Erhalt der jetzigen Kindergärten einbringen. Dieser war zu kurzfristig gekommen, um noch auf die Tagesordnungen dieser Ausschusssitzungen genommen zu werden.

Astrid Wagner (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Sport, Kultur, Soziales und Fremdenverkehr (JSK), verständigte sich aber mit den Betroffenen, dass diese in der nächsten Sitzung dieses Ausschusses am 5. November ihr Ansinnen in einer ausgearbeiteten Präsentation vorstellen können.

Beim Thema Kita-Neubau ging es erneut in allen Ausschüssen hin und her, teils in scharfer Form und bis ins Persönliche hinein. Im JSK führte das sogar dazu, dass Astrid Wagner die Sitzung vorzeitig verließ. Sie fühlte sich zu Unrecht angegriffen, weil sie den Eltern mit dem Alternativvorschlag nochmals ein Forum geben will. Dabei hätte sie das zuvor mit den Ausschussmitgliedern auch so vereinbart gehabt, sagte Wagner gestern.

Die Parlamentarier sprachen sich in allen drei Ausschüssen nach größerer Diskussion dafür aus, die Planungen in Unterrosphe voranzutreiben. Den Grundsatzbeschluss für den Neubau in Unterrosphe hatte die Stadtverordnetenversammlung bereits vor einem Jahr gefasst.

Einige Ausschussmitglieder äußerten daher auch Unmut darüber, dass man diesen erneut in Frage stelle. „Wir diskutieren schon wieder, lasst uns dass endlich auf den Weg bringen“, forderte beispielsweise Arnold Radtke (Die Linke).

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka verwies mehrmals darauf, dass es eine Kommission gegeben habe, die alles durchgerechnet und verschiedene Alternativvorschläge erörtert habe. Andreas Ditze vom Ortsbeirat Mellnau behauptete hingegen, diese Kommission sei die „Ursünde“ gewesen, von Anfang an hätten Kritiker aus dieser herausgehalten werden sollen. Spanka erklärte, er lasse sich nicht vorwerfen, dass die Kommission „irgendwie gesteuert“ gewesen sei und konterte, er habe Anrufe von Mellnauer Eltern bekommen, die nicht in der Kommission hätten mitarbeiten wollen. Sie hätten sich von Ortsbeiratsmitgliedern unter Druck gesetzt gefühlt, weil sie für den Standort Unterrosphe gewesen wären.

Irritationen hatte es darüber gegeben, dass in der Beschlussvorlage des Magistrats stand, zustimmenden Stellungnahmen der betroffenen Ortsbeiräte zum Neubau in Unterrosphe lägen vor. Volker Drothler (CDU) wies darauf hin, dass im Protokoll der Sitzung des Ortsbeirats Mellnau vom März stehe, dass er den Neubau in Unterrosphe ablehne. Klaus Gerber (Grüne) fand, dass ein solcher ablehnender Beschluss in die Unterlagen gehört hätte.

Spanka räumte auf OP-Nachfrage ein, dass die Kritik an der Formulierung nicht unberechtigt war. Der Mellnauer Ortsbeirat habe im September 2013 einen Beschluss verweigert, im März dann dagegen gestimmt. Die beiden anderen Ortsbeiräte hatten zugestimmt.

Zu Beginn hatte Spanka hervorgehoben, dass für einen Neubau ein Zuschuss in Höhe von 300000 Euro über Dorferneuerungsmittel zugesagt sei: „Das ist in Hessen einmalig“, so Spanka. Die Gesamtkosten für die Kita werden mit 1,2 Millionen Euro angesetzt. Entscheidend für das Ministerium sei gewesen, dass der Landkreis die Konzeption für eine dreigruppige Kita befürwortet habe.

Bereits im Bauausschuss war der Umsetzungsbeschluss des Magistrats abgeändert worden und soll nun zunächst nur die „Planungsstufen 1 bis 4“ umfassen, das heißt die Planung bis zum Bauantrag. Stufe 5 wäre die Ausschreibung. In dieser Form erhielt der Beschlussvorschlag auch von Haupt- und Finanzausschuss bei einer Neinstimme und vom JSK bei zwei Enthaltungen.

von Manfred Schubert

und Michael Agricola

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