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Ein Markt wird zum „Selbstläufer“

Rapunzelmarkt in Amönau Ein Markt wird zum „Selbstläufer“

Längst ist der Rapunzelmarkt von Amönau zum beliebten Publikumsmagneten avanciert, der sich kaum mehr selber bewerben muss. Gestern genossen rund 7 000 Besucher ein sonniges, buntes Markttreiben.

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Der Rapunzelmarkt in Amönau zog am Wochenende tausende Besucher an.

Quelle: Ina Tannert

Amönau. Stetes Treiben herrschte den ganzen Sonntag entlang der Treisbach – auf beiden Uferseiten lockte ein üppiges Marktangebot wahre Besucherströme an. Bei meist bestem Sommerwetter präsentierte das Dorf der sieben Brücken einen bestens ausgestatteten Traditionsmarkt.

Bei den Besuchern punktete vor allem die besondere Atmosphäre des fröhlichen Markttreibens entlang des Baches und zwischen zahlreichen, schmucken Fachwerkbauten, was so wohl einzigartig in der Region ist. Trotz des teils sehr warmen Wetters genossen die Gäste den langen Fußmarsch von einem Marktende zum anderen und bummelten gemächlich am Wasser entlang.

Längst ist der Rapunzelmarkt von Amönau zum beliebten Publikumsmagneten avanciert, der sich kaum mehr selber bewerben muss. Am Sonntag genossen rund 7.000 Besucher ein sonniges, buntes Markttreiben. Fotos: Ina Tannert

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Auf beiden Seiten sorgten über 120 Stände für Bewirtung, Erfrischung und Unterhaltung der Gäste, mehrere sind bereits seit Jahren dabei und so viele wie noch nie zuvor. Das üppige Angebot lud zum ausgiebigen Stöbern ein, trotzdemkonnte sich der Markt die althergebrachte Tradition der kleinen Stände beibehalten, ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“.

„Hier ist noch viel mit Liebe gemacht“

Anstelle von meterlangen, überladenen Verkaufsbuden, bildet die traditionelle Handarbeit weiterhin einen Schwerpunkt im Konzept. Viele Privatleute, Vereine und Kleinstunternehmen präsentierten ihr Angebot und selbst hergestellten Produkte im kleinen Stil und standen zum Fachsimpeln mit den Kunden bereit. Und das kam gut an bei den Besuchern: „Hier ist noch viel mit Liebe gemacht, die Leute sind nett und die Fachwerkhäuser geben dem Ganzen eine tolle Atmosphäre – der Markt ist einfach authentisch“, lobte etwa Anita von Thaden.

Das Handwerk und die Kunst waren ebenfalls gut vertreten auf dem lang gezogenen Marktgelände, einen Schwerpunkt bildete Dekoratives aus Holz. Die Aussteller vom Fach boten nicht nur ihre Waren an, sondern hier und da auch einen Einblick in die traditionelle Herstellung. Noch vor Ort führten etwa Korbflechter, Glasbläser, Tischler oder Seilmacher ihre Kunst vor, neugierig beäugt von den Besuchern. „Das Interesse der Leute ist wieder groß, viele Händler und Handwerker kommen jedes Jahr gerne wieder“, freute sich unter anderem Korbflechter Peter Schneider.

Aussteller und Gastronomen zeigen sich zufrieden

Auch für den kulinarischen Genuss war bestens gesorgt. Der Rotary Club Wetter versorgte die Besucher mit Gulaschsuppe und sammelte Spenden für das Schulernährungsprojekt „gesundekids“. Vor Ort im mobilen Räucherofen garte der Angelsportverein Münchhausen frische Forellen: die leichte Kost war der Renner zur Mittagszeit, „es läuft sehr gut, wir sind am Nachmittag schon ausverkauft“, berichtete Angler Helmut Roth. Generell zeigten sich die Aussteller und Gastronomen sehr zufrieden mit dem bunten Markttreiben. „Ein gutes Publikum und großes Einzugsgebiet – der Markt läuft einfach und hat sich voll etabliert“, zog etwa Verkäufer Erhard Pauly Bilanz.

Begeisterung herrschte erst recht auf Seiten der Veranstalter: „Der Markt läuft wieder super, das unglaubliche Flair mit Bach und Ortsbild ist einfach nicht zu toppen“, fasste Günther Diehl vom Festausschuss zufrieden zusammen. Auch in seinem achten Jahr habe der Rapunzelmarkt nichts von seiner Anziehungskraft verloren und sich längst „zum Selbstläufer“ gemausert – „wir brauchen kaum mehr Werbung“. Das Konzept der „kleinen Stände mit wertigen, nicht billigen Waren“ ging auf, ebenso dass die Aussteller keine Standgebühr zahlen müssen; die Händler geben am Ende eine Spende nach eigenem Ermessen. Entsprechend hoch sei die Auswahl auf dem Markt. Mit den zwei Euro fünfzig Eintritt kamen auch die geschätzt rund 7 000 Besucher eines bunten, abwechslungsreichen Marktes im idyllisch-ländlichen Ambiente voll auf ihre Kosten.

von Ina Tannert

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