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Ein Leben für die Kommunalpolitik

Ludwig Schmidt wird am Samstag 80 Ein Leben für die Kommunalpolitik

Sich aktiv in die Politik vor Ort einzubringen, gehörte seit den 60er Jahren zu seinem Leben wie der Sauerstoff zum Atmen. Deshalb fiel es ihm sehr schwer, vor fünf Jahren damit Schluss zu machen.

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Ludwig Schmidt blickt ab heute auf acht Jahrzehnte Lebenszeit zurück. Für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt er viele Auszeichnungen.Foto: Götz Schaub

Sterzhausen. „Ja, ich vermisse die Kommunalpolitik“, sagt Ludwig Schmidt. Und doch bereut er es nicht, anlässlich seines 75. Geburtstag vor fünf Jahren als stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister um seine „Entlassung“ gebeten zu haben. Auslöser war und wäre auch jetzt nicht fehlende geistige Frische für diesen doch sehr fordernden Job - doch der Körper fordert mehr Ruhe.

Nein, der Körper begann zu streiken. Das Laufen fällt schwerer und die Augen sind nicht mehr für auswärtige Abendsitzungen fit genug. Vor zwei Jahren hat er das Autofahren aufgegeben. Schmidt trifft zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen, auch wenn sie ihn persönlich schmerzen. Er ist ein Mann, der weiß, dass er nicht nur sich selbst, sondern auch anderen gegenüber eine Verantwortung hat. Und er ist und bleibt ein dankbarer Mensch, auch wenn er seine Ehefrau viel zu früh verlor. Sein jetziges Lebensmotto hat er treffend auf die Einladungskarten zu seinem heutigen Geburtstag geschrieben: „Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ein Geheimnis, doch jeder Augenblick ist ein Geschenk.“

Zugegeben, mit der Vergangenheit, mit der Geschichte hat er noch nicht wirklich abgeschlossen. Gerne blättert er in alten Unterlagen und erinnert sich an zahlreiche Begebenheiten und außergewöhnliche Treffen. Sein SPD-Mitgliedsausweis von 1963 ist ein Hort gesammelter Unterschriften großer Sozialdemokraten. Und auch beim letzten Bundestagswahlkampf ließ er es sich nicht nehmen, den jetzigen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei dessen Wahlkampf-Besuch in Marburg persönlich zu treffen. „Ich bleibe Sozial­demokrat bis zum Schluss“, sagt Schmidt und blickt auf die vielen vielen Auszeichnungen in roten Kladden.

Der SPD treu seit 1963

Ja, der SPD war er treu und hat die sozialdemokratische Politik nach außen immer entschieden vertreten. „In Wahlzeiten war unser Haus immer leicht zu erkennen“, sagt er lachend, denn dann war es ordentlich ausstaffiert mit Wahlwerbung für die SPD. Dazwischen liegen noch andere Auszeichnungen. Der Landesehrenbrief und die Urkunde zum Bundesverdienstkreuz, die Ernennungsurkunde zum Ehrenbeigeordneten der Gemeinde Lahntal. Ja, die Entwicklung der Großgemeinde Lahntal hat ihm sehr viel Spaß gemacht. Und er ist auch stolz darauf, wie sich Lahntal entwickelt hat. „Mit einem Bürgermeister wie Manfred Apell hat es richtig Spaß gemacht“, sagt Schmidt. Und im Stillen hofft er, dass dieser sich bei der nächsten Wahl noch einmal für diesen Posten aufstellen lässt. Auch wenn er die 60 überschritten hat, stehe er doch noch voll im Saft.

Schmidt ist übrigens nicht nur Ehrenbeigeordneter der politischen Gemeinde Lahntal, er ist zugleich Kirchenältester der Kirchengemeinde Sterzhausen.

18 Jahre war er zuvor aktiv im Kirchenvorstand. Nun hat er kein Stimmrecht mehr, aber darf an allen Beratungen teilnehmen und seine Sicht zur Entscheidungsfindung äußern. Mit seiner Arbeit für verschiedene Vereine und seine weitere politische Tätigkeit als Kreistagsabgeordneter über vier Legislaturperioden darf Schmidt wirklich von sich behaupten, die Zeit, die er in sein Beruf gesteckt hat, gerade nochmal in ehrenamtliche Arbeit gesteckt zu haben.

Und deshalb hat er in den vergangenen fünf Jahren seine Familie - er hat drei erwachsene Kinder - und eine Lebensgefährtin sehr genossen. Die OP-Redaktion wünscht ihm zum Geburtstag viel Gesundheit und das Erleben vieler weiterer schöner Augenblicke.

von Götz Schaub

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