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Ein Garten wächst seinem Original entgegen

Ubbelohdes Erbe Ein Garten wächst seinem Original entgegen

Viele Jahre lang lag einer der schönsten Gärten im Nordkreis ein wenig im Dornröschenschlaf. Aus diesem wird der Garten des Künstlers Otto Ubbelohde in Goßfelden seit zwei Jahren Stück für Stück erweckt.

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Bunt, vielfältig, aber dabei auch klar strukturiert: Der Ubbelohde-Garten hat ein greifbares Profil bekommen.

Quelle: Michael Agricola

Goßfelden. 2011 begann ein kleines Team von Ehrenamtlichen damit, die Blumenrabatten des ehemaligen Gemüsegartens der Familie Ubbelohde wieder dem ursprünglichen Zustand anzunähern. Auch wenn längst nicht alles fertig ist, ist der frei zugängliche Garten nahe dem Ubbelohde-Haus in der Lahnaue einen Besuch wert.

Auf den mit mühevollem Grabeinsatz wieder auf 1,60 Meter verbreiterten Blumenbeeten treffen Stockrosen und Königskerzen, auf Storchschnabel, Iris oder Sonnenhut, der grobe Salbei ergänzt sich mit filigraneren Pflanzen wie Schafgarbe oder leuchtenden Ringelblumen. Und die Vielfalt der einander im Jahreslauf ablösenden Blüten wird größer. Im vergangenen Oktober wurden 50 Kilogramm Narzissenzwiebeln vergraben, in diesem Herbst sollen viele englische „Bluebells“ auf der Wiese im Bienengarten folgen - um im nächsten Frühjahr hoffentlich ein neues Blumenmeer zu bilden.

Der von einer hohen Hecke umwachsene Garten, in dem die Künstlerfamilie früher auch Gemüse und Obst anbaute, bietet eine kleine Auszeit und leicht lässt sich ermessen, wie vor fast hundert Jahren der Maler und Illustrator manche Inspiration aus dem abwechslungsreich angelegten Garten gezogen haben mag - neben den Blumen und einer Rosenpergola gibt es auch heute noch einige Obstbäume, die einen Teil des Gartens ganz anders prägen als den anderen.

Das fasziniert auch heute viele Vorbeikommende. „Wenn man in diesem Garten arbeitet, kommt man oft ins Gespräch mit Spaziergängern oder Radfahrern, die am Gartentor vorbeikommen“, freut sich Barbara Seitz, eine von vier derzeit aktiven „Ubbelohde-Gärtnerinnen“. Zusammen mit Traudel Müller, Bärbel Lies und Marianne Nain versucht sie, dem Original nahezukommen.

Ganz wird dies aber nie gelingen, da es keine Pflanzpläne aus der damaligen Zeit gibt. Die Rekonstruktion orientiert sich an den Erinnerungen der langjährigen Bewohner, aber auch an zeitgenössischen Gärten. Ausgangspunkt für die heutige Arbeit ist eine Bestandsaufnahme, die im Jahr 1997 gemacht wurde und an die sich das Gartenteam hält, so Barbara Seitz.

von Michael Agricola

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