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Ein Garten für Genießer

Zaungucker-Aktion Ein Garten für Genießer

Ein Dutzend Privatgärten in der Region öffnen an den beiden kommenden „Zaungucker“-Wochenenden ihre Pforten für Besucher. Zum ersten Mal mit dabei sind Monica und Rainer Schüler.

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Zwischen Pflanzenpracht und den blauen Holzpantoffeln am Zaun: Die 63 Jahre alte Monica Schüler aus dem Cölber Ortsteil Schwarzenborn ist erstmals bei der „Zaungucker“-Aktion dabei mit ihrem riesgengroßen, lauschigen Garten, der zu einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus gehört.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Schwarzenborn. Als „ein Garten für Genießer“ wird er in der Ankündigung der „Gärten für Zaungucker“ bezeichnet. Besucher sollten sich auf ihre spontanen Stoßseufzer gefasst machen - und auf den dringenden Wunsch, sich an einem der lauschigen Plätzchen auf dem Gelände niederzulassen und für die nächsten Wochen nicht mehr vom Fleck zu bewegen. Eine Holzschaukel oder eine Gartenliege, die Kuschelecke oder gepolsterte Gartensessel unter einem Pavillon - auf den 7000 Quadratmetern gibt es gleich mehrere Flecken, die sich als Lieblingsecken eignen.

Monica Schüler ist gelernte Fotografin und hat ein Auge für Details. „Es soll so aussehen, als ob gerade eben jemand aufgestanden und weggegangen wäre“, sagt die 63-Jährige. Hier liegt ein aufgeschlagenes Buch, dort stehen Kräutertöpfe, ein Vogelhäuschen oder eine Engelsfigur. Dabei ist nichts speziell für die „Zaungucker“-Tage arrangiert. Nur aus der Renovierung des alten Gartenhäuschens wäre wohl ohne die Motivation des anstehenden Besucher-Wochenendes nichts geworden, gesteht Monica Schüler. Gemeinsam mit ihrem Mann Rainer genießt sie den Garten täglich aufs Neue.

An einem der alten Bäume hat Sebastian kurz vor dem „Zaungucker“-Wochenende noch eine Schaukel angebracht. Der Sohn der Freunde, die gleich nebenan wohnen, packt immer wieder mit an im Garten. Arbeit und neue Pläne gibt es andauernd. Gerade erst haben Monica und Rainer Schüler eine 40 Meter lange Rhododendron-Hecke gepflanzt. 20 Pflanzen, zum Teil Jahrzehnte alt, sollten bei einem Nachbarn entsorgt werden - da boten die beiden sich für eine Übernahme an. Also wurden zwei Lkw-Ladungen Sand angeliefert und Schülers waren drei Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Nebenbei verwirklichte sich Rainer Schüler noch den Traum von einem Tumulus - einem Hügelgrab.

Schülers werkeln seit 20 Jahren an Haus und Garten

Seit 20 Jahren bauen und werkeln Schülers an ihrem 300 Jahre alten Haus und dem dazugehörigen Gelände in Schwarzenborn. Die ersten zehn Jahre wohnten sie parallel in Marburg. Monica Schüler hatte damals ihren Arbeitsplatz als Medizinfotografin der Hals-, Nasen- und Ohren-Klinik noch am alten Klinikstandort und so nur einen kurzen Weg zur alten Wohnung in der Ketzerbach. Als sie mit der Gartenarbeit begann, hatte sie davon überhaupt keine Ahnung, erzählt sie. „Ich habe Pflanzen gekauft wie andere Leute Blumensträuße.“ Inzwischen gedeihen unter anderem 74 Rosenstöcke bestens. Und neben dem Haus wächst mitten aus dem Pflaster eine Malve, die ganz ohne Erde mehr als mannshoch wird. Monica Schülers Liebling ist die Ramblerrose „Lykkefund“, die ursprünglich aus Dänemark stammt und deren weiße Blüten herrlich duften - auch wenn die Hobbygärtnerin mit dem Auge einkauft und nicht der Nase nach: „Duft kann man nicht fotografieren und ich bin eben Fotografin.“

Wer ebenfalls als Fotograf in den Garten der Schülers kommt, sollte seine Speicherkarte vorher unbedingt leerräumen. Vom dekorierten alten Holzregal über Teich und Brunnen bis hin zum Bach, der durch das Grundstück fließt, gibt es Motive zuhauf. Und die Besucher können ganz viele liebevolle Details entdecken. Im Funkien-Beet sitzen bunte Keramik-Schnecken. Überall im Garten verteilt liegen große Kieselsteine, auf die Monica Schüler Garten-Aphorismen geschrieben hat. „Man geht nie zweimal in denselben Garten“ - den mag sie besonders. Deshalb findet sie auch selbst immer wieder neue Fotomotive.

Der Garten von Monica und Rainer Schüler in Schwarzenborn in der Dorfstraße 8 ist am zweiten Wochenende der „Gärten für Zaungucker“, am 27. und 28. Juni zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Offene Gärten / alle Teilnehmer:

Am 20. und 21. Juni,

10 bis 18 Uhr

Dodo Taubner, Schweinsberger Straße 18 / Am Obertor, 35260 Stadtallendorf-Niederklein: Verwunschener Schattengarten

Inge Stein, Hintergasse 27, 35274 Kirchhain-Langenstein: Denkmalgeschützte Hofanlage mit dezent gestaltetem Garten.

Monika und Klaus Rheinganz-Schreiner, Untergasse 11, 35768 Siegbach-Wallenfels: Paradiesgärtchen am Ende der Welt.

Rosemarie Lecher, Dresdener Straße 1, 35274 Kirchhain: Feine kleine Stadtoase.

Gerlinde und Michael Knöbel, Am Wall 10, 35260 Stadtallendorf-Schweinsberg: Mediterraner Garten

Sabine Rückert und Peter Kaiser, Schelde-Lahn-Straße 255, 35719 Angelburg-Gönnern: Neu angelegter, liebevoll gestalteter Garten.

Geöffnet am 21. Juni, 10 bis 18 Uhr

Sonja und Herbert Feussner, Seelbachstraße 1, 35232 Dautphetal-Buchenau: Garten mit unterschiedlichen Ebenen stimmiger Bepflanzung.

Geöffnet am 27. und

28. Juni, 10 bis 18 Uhr

Dodo Taubner, Schweinsberger Straße 18 / Am Obertor, 35260 Stadtallendorf-Niederklein: Verwunschener Schattengarten.

Monica Schüler, Dorfstraße 8, 35091 Cölbe-Schwarzenborn: Garten für Genießer.

Ulrike Bauer und Siegert Kaude, Riedweg 1, 35282 Rauschenberg-Bracht: Traumhafter Garten mit natürlichen Bachläufen und imposanter Pflanzenvielfalt.

Antje und Klaus Diry, Petersburg 55 a, 35075 Gladenbach-Weidenhausen (Einfahrt von der B 255): Garten mitten im Wald.

Geöffnet am 28. Juni,

10 bis 18 Uhr

Marlies Lauer, Hessenstraße 7, 35085 Ebsdorfergrund-Wittelsberg: Wunderbarer Hausgarten.

Else und Walter Henkel, Burgfeld 15 (an der B 62), 57334 Bad Laasphe-Saßmannshausen: Landschaftsgarten mit historischen Rosen, Stauden und Funkien.

von Nadja Schwarzwäller

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