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Ei, Ei, Ei ein letztes Mal in Cölbe

Ostermarkt Ei, Ei, Ei ein letztes Mal in Cölbe

An der Besucherzahl liegt es nicht, dass der Ostermarkt Cölbe mit seiner großen Anzahl an Eierkünstlern am Samstag und Sonntag zum letzten Mal stattfand. Rund 900 Besucher kamen in die Gemeindehalle.

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Natürlichen Schönheiten: mit Zwiebelschalen gefärbte und Kräutern verzierte Ostereier gehörten ebenso zum Angebot des Marktes wie kunstvoll bemalte oberhessische Wachsbatikeier.

Quelle: Carina Becker

Cölbe. „Es wird immer schwieriger, Helfer zu finden“, sagt Alexander Michel, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises „Internationales Folklore Festival Marburg-Biedenkopf“ (AKIFF) und Organisator des Ostermarkts in Cölbe. Die Vereine seien ausgelastet damit, Personal für die Ausrichtung der eigenen Veranstaltungen zu finden. Aussteller zu gewinnen, sei bei der Vielzahl von Veranstaltungen dieser Art auch „gar nicht so leicht“. Und so fühlt der AKIFF sich gezwungen, den Markt in seinem 33. Jahr einzustellen. „Vorerst“, sagt Michel und drückt damit die Hoffnung aus, dass die Situation sich einmal verändert.

Im Vorfeld hatte der Vorstand die Nachricht von der Einstellung des Marktes noch nicht mitteilen wollen, um die Veranstaltung nicht zu trüben. Vielleicht wären allerdings noch ein paar Besucher mehr gekommen, wenn sie gewusst hätten, dass es die letzte Möglichkeit war, bei der traditionsreichen Veranstaltung in Cölbe, einem der ersten regionalen Ostermärkte im Jahr, Kunsthandwerk und Brauchtum zu erleben.

Stärkerer Besuch am Sonntag

Am Samstag war der Markt, verschiedenen Ausstellern zufolge dann auch eher schwach besucht. Rund 300 Gäste zählten die Helfer an der Kasse - und die Erleichterung der Händler war groß, als der Besucherstrom am Sonntag gegen Mittag merklich anzog.

In der „Hasenstube“, dem Bis­tro des Marktes im kleinen Saal, war volles Haus. Die rund 15 Helfer der Tanz- und Trachtengruppe „Die Burgwaldskälwer“ verköstigten die Besucher mit Grüner Soße, wovon die Mitglieder 30 Liter vorbereitet hatten, mit Erbseneintopf und Heringssalat. Die Frauen des Oberrospher Vereins hatten zudem 60 Torten und Kuchen für den Markt gebacken - von der Schwimmbadtorte über den Frankfurter Kranz bis zur Mokka-Creme. Zur Mittagszeit war die Grüne Soße der Renner in der „Hasenstube“, „ein bisschen was haben wir noch da“, sagte Burgwaldskälwer-Vorsitzende Najeth Salomon und brachte schon die nächsten Teller mit Pellkartoffeln und der hessischen Spezialität aus der Küche.

Jede Menge Eierkunst

Vom Bistro aus hatten die Besucher den besten Blick auf das Markttreiben im großen Saal der Gemeindehalle. Ostereierkünstler aus Hessen und Böhmen bildeten den Schwerpunkt der Ausstellung. Von oberhessischen Wachsbatikeiern, wie etwa Hildegard Kempf aus Mardorf sie kunstvoll herstellt, über böhmische Kratzeier bis hin zu fein bemalten Tuscheeiern, und von Christa Löwer aus Schönstadt war viel Eierkunst zu sehen. Und Kunst-Eierschalen: Löwer zeigte Ohrringe aus Straußeneier-Schale, alles fein bemalte Unikate.

Die beiden Mädchen Mia und Finja aus Cappel, die sich mit ihrer Mutter Nadine Gleisinger die Eierkunst anschauten, waren beeindruckt. „Wir haben gesehen, wie die Eier mit Wachs und Farbe behandelt werden, wie Motive eingeritzt werden und wie man stickt, das haben wir auch gesehen“, schwärmte Mia und freute sich über ein Nougatei, das vor Ort mit ihrem Namen verziert wurde. „Erstmal esse ich es nicht auf, mal schauen, wie lange ich das schaffe.“

Abwechslung fanden die Besucher zwischen Blumenkränzen, Holz- und Bastelarbeiten, graviertem Glas, Edelsteinschmuck und Filzwaren. Elfriede Hahn vom Dorfmuseum Oberrosphe präsentierte Hessenstickerei und selbst eingekleidete Trachtenpuppen.

Gestrickte Teddybären, Bienen und Schlümpfe von Erika Stey aus Cölbe entzückten Kinder und Erwachsene schon im Foyer. Und Frauenherzen schlugen höher am Stand von Jutta Lehmann-Galal aus Wölfersheim, die wertvolle Replikate von Jugendstilschmuck anbot.

von Carina Becker

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