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Dyckmans bescheinigt: „Tolle Arbeit“

Schönstadt Dyckmans bescheinigt: „Tolle Arbeit“

Mechthild Dyckmans, seit November 2009 Drogenbeauftragte der Bundesregierung, überraschte auf Hof Fleckenbühl in Schönstadt mit einer persönlichen Geschichte.

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Heiter endete der Besuch auf Hof Fleckenbühl im Hofladen: (von links) Dagmar Feist, Hausleitung, Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, deren Referent André Lippert, Ronald Meyer, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Die Fleckenbühler“ und Ehefrau Helga Meyer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit.

Quelle: Manfred Schubert

Schönstadt. „Sie machen eine tolle Arbeit hier, das ist eine ganz wichtige Sache. Ich weiß zwar, dass nicht alle das Abstinenzziel erreichen, aber wenn es gelingt, ist es das Beste“, meinte die 60-jährige Kasseler FDP-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Richterin.

Dyckmans sprach über die verschiedenen Möglichkeiten, sich von Drogensucht zu befreien. Nicht jeder brauche den gleichen Ansatz.

„Ich finde es sehr gut, dass es sie gibt“, sagte Dyckmans und sicherte den Fleckenbühlern zu, bei Problemen für sie da zu sein. Falls es ihr Terminkalender erlaube, wolle sie im September am Jahresfest von Fleckenbühl teilnehmen, außerdem wolle sie auch gerne das Jugendhaus in Leimbach anschauen.

Dyckmans besuchte auf Einladung des FDP-Kreisverbands Marburg-Biedenkopf zwei Stunden lang das Hofgut. Dabei begleiteten sie Jochen Paulus, Kulturpolitischer Sprecher und Sprecher für Justizvollzug der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, der FDP-Kreisvorsitzende Jörg Behlen, Dr. Michael von Hedenström, stellvertretender Vorsitzender der FDP Cölbe sowie FDP-Spitzenkandidat für die Gemeindevertretung und den Ortsbeirat Schönstadt, und Bürgermeister Volker Carle (parteilos).

Ronald Meyer, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Die Fleckenbühler“, Ehefrau Helga Meyer, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, Geschäftsführer Hermann Schleicher und Hausleiterin Dagmar Feist informierten die Besucher über das Konzept der 1984 gegründeten Selbsthilfegemeinschaft und führten sie durch Wohnräume, Stallungen und Einrichtungen wie Käserei und Hofladen.

Ronald Meyer erläuterte das Konzept, dass jeder aufgenommen wird, aber sich den Regeln der Gemeinschaft, in der es keine Therapeuten oder Ärzte gibt, unterwerfen müsse: Verzicht auf Alkohol und Drogen sowie auf das Rauchen und keine Gewalt oder deren Androhung. Nach zwei Wochen Probezeit könne man entscheiden, ob man bleiben wolle.

Von den etwa 600 Menschen, die pro Jahr kommen, gehen 200 wieder innerhalb dieser Zeit. Durchgehend wohnen auf Hof Fleckenbühl etwa 120 Erwachsene und 15 bis 20 Kinder, in Frankfurt 50 bis 60 Personen und im Jugendhilfeprojekt in Willingshausen-Leimbach 20 bis 30 Jugendliche. Größere Schwierigkeiten beim sogenannten kalten Entzug gebe es mit Menschen, die zuvor subs­tituiert wurden, also Ersatzstoffe erhielten.

Mit einer klaren Aussage überraschte Meyer die Besucher: „Das Beste, was ein Drogensüchtiger tun kann, ist, die Droge wegzulassen. Alle Gründe, die für die Vergabe von Methadon sprechen, sind keine ehrenhaften Gründe. Mein Bruder ist unter anderem an Methadon verstorben.“

Ein Großteil der Substituierten nehme Beidrogen. Aus einem menschlichen Problem werde ein technisches gemacht, den Abhängigen werde nur vordergründig geholfen.

Hof Fleckenbühl und das Jugendprojekt Leimbach im Internet: www.diefleckenbuehler.de

von Manfred Schubert

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