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Drei Häuserfronten beschmiert

In Wetter Drei Häuserfronten beschmiert

Unbekannte haben in der Nacht zu gestern in Wetter drei Gebäude mit Parolen beschmiert.

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In der Fuhrstraße, in der Straße Mönchtor und hier am Römerplatz schlugen die unbekannten Sprayer zu.

Quelle: Götz Schaub

Wetter. „So etwas ist uns noch nie hier passiert. Ich hätte es auch nie gedacht, aber es ist nicht zu ändern“, sagt Naeem Iqbal, Sprecher der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde in Wetter. Dass ihre Einrichtung mit dem Slogan „Islamists not welcome“ beschmiert wurde, macht ihn traurig. „Wir sind hier immer um ein friedliches und freundschaftliches Miteinander bemüht.“

An zwei Privathäusern steht jeweils in zwei Farben geschrieben „No Rapefugees“. Ein Slogan, der seit den sexuellen Übergriffen von Köln, Hamburg und anderen Städten in der Silvesternacht die Runde macht. Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka ist auch traurig. „Wir haben durchweg gute Beziehungen zu den hier lebenden Flüchtlingen.“ Einen konkreten Anlass, der direkt auf Wetter abzielt, kann er sich erst einmal nicht vorstellen. Abgesehen von den Botschaften ist das Besprühen von Häusern eine Sachbeschädigung, die auch zur Anzeige gebracht wurde.

Drei Tatorte mit hohem Entdeckungsrisiko

Der oder die Täter gingen jedenfalls ein hohes Entdeckungsrisiko ein, auch wenn sie zur Nachtzeit unterwegs waren. Alle drei Tatorte liegen in dicht bewohnten Gebieten in der Kernstadt, sprich Römerplatz, Fuhrstraße und Mönchtor. Wer verdächtige Beobachtungen in der Nacht von Dienstag auf den gestrigen Mittwoch gemacht hat, meldet sich bitte bei der Polizei unter Telefon 06421/4060.

Gerd Nienhaus nimmt wie folgt dazu Stellung: Die SPD Wetter hat auf ihrer aktuellen List zur Wahl des Stadtparlament am 6. März 2016 Herrn Naeem Iqbal aufgestellt. Damit wollten wir bewusst ein Zeichen setzen, gemäß der Präambel unseres Wahlprogramms

Gutes Leben für alle in Wetter ermöglichen

"Unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Gesundheit und Vermögensverhältnissen muss für alle in Wetter ein gutes Leben möglich sein. Wir wollen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen der Partner zur Gestaltung des Miteinanders sein. Wir Sozialdemokraten wollen, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger in Wetter wohlfühlen und gerne hier leben, egal woher sie kommen, wie alt und wie mobil sie sind."

Wir haben keinerlei Verständnis für solche Parolen, die auch eine Sachbeschädigung darstellen. Zwar ist die derzeitige Flüchtlingssituation für Deutschland eine Herausforderung, daran ist aber sicherlich nicht die Ahmadiyya-Gemeinde schuld!

von Götz Schaub

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