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Dorfmuseum: Neue Sanierungsdebatte

Heimatverein nimmt Anlauf Dorfmuseum: Neue Sanierungsdebatte

Nach vielen gescheiterten Versuchen, das Dorfmuseum Caldern zu retten, ist es ein neuer Anlauf. Die Vorzeichen scheinen ungünstig zu stehen. Trotzdem will der Heimatverein um Unterstützung kämpfen.

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Bei einem Fest des Heimatvereins tummeln sich die Besucher vorm Dorfmuseum mit seiner sanierungsbedürftigen Fachwerkfassade.

Quelle: Archivfoto: Elvira Rübeling

Caldern. Die Diskussion über die Sanierung des maroden Dorfmuseums begleitet die Calderner seit vielen Jahren und wurde vor allem Anfang der 2000er-Jahre laut in dem Lahntaler Ortsteil. Die Dorferneuerung brachte damals nicht die erhofften Perspektiven für das denkmalgeschützte Gebäude - zugesagte Fördermittel in Höhe von 115000 Euro standen prognostizierten Sanierungskosten von 327000 Euro gegenüber. Und so blieb das Gebäude, dessen Dachgeschoss aufgrund von Instabilität schon seit Jahren nicht mehr betreten werden darf, in seinem schlechten Zustand.

Zwischendurch wurde es still um die Forderungen zur Erneuerung des auf Kurz oder Lang vom Zusammenbruch bedrohte Fachwerkebäudes - jetzt wird der Ruf nach der Rettung des alten Hauses wieder laut. Im Parlament der Gemeinde Lahntal am Dienstagabend in Caldern kam das Thema durch eine Anfrage des Gemeindevertreters Hans-Jakob Ruppersberg (Bürgerliste) auf die Tagesordnung. Wie der Gemeindevorstand zur Anfrage des Heimatvereins stehe, der um eine Prüfung zur Sanierung des Dorfmuseums gebeten habe, wollte Ruppersberg wissen.

Seit März haben Heimatverein und Gemeinde in verschiedenen Briefen miteinander über das Dorfmuseum diskutiert. Bürgermeister Manfred Apell legte dem Parlament die Antwortbriefe des Gemeindevorstands vor. Darin heißt es unter anderem: „Zu dem bedauerlichen Zustand des Gebäudes haben grundlegende Fehler beim Wiederaufbau des Museums geführt und sicher sind der Gemeinde Lahntal auch Versäumnisse in ihrer Trägerschaft vorzuwerfen. Das alles ist heute nicht mehr zu ändern.“ Apell bezog sich auch auf neue Sanierungsangebote, die der Verein vorgelegt habe, und nannte Summen von 71000 und 90000 Euro. „Ob eine Sanierung nun so oder so viel kostet und ob wir Zuschüsse in der von Ihnen geschätzten Höhe erhalten oder nicht: „Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass die Gemeinde Lahntal nicht über ausreichende Finanzmittel für eine Sanierung verfügt“, heißt es im Antwortschreiben Apells, das im April an den Heimatverein ging.

Anfang Mai wandte sich der Verein erneut an die Gemeinde, drängte auf die Sanierung und legte, so der Bericht des Gemeindevorstands, drei Angebote von Firmen vor, durch die das Museum „zu retten“ sei. Er beklagte gegenüber dem Gemeindevorstand, dass dieser keine „den tatsächlichen Umständen entsprechende Erklärung“ gegegen habe. Daraufhin entschied der Gemeindevorstand, dass eine Bürgerversammlung zum Dorfmuseum abgehalten werden solle. Diese werde im Juli stattfinden, hieß es im Parlament. „Ob sich dadurch etwas ändert? Daran zweifel ich“, sagte Apell.

Mit dem Thema beschäftigen wird sich auch der Ortsbeirat Caldern, und zwar schon kommende Woche. Am Donnerstag, 21. Mai, beginnt die öffentliche Sitzung um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Caldern im kleinen Saal.

Zur Geschichte des Dorfmuseums Caldern: Im 17. Jahrhundert wird das Fachwerkgebäude, das heute das Heimatmuseum Caldern beherbergt, erbaut. 1982 bekommt es in Caldern einen neuen Standort im damaligen Neubaugebiet. Mit einer spektakulären Versetzung versucht der Besitzer Heinrich Heine, das Haus für die Nachwelt zu retten. 1985 überschreibt Heinrich Heine das Museumshaus einschließlich des Grundstücks der Gemeinde Lahntal mit der Auflage, das Gebäude des Museums in würdigem Zustand zu erhalten. Im Zuge der Dorferneuerung in Caldern in der ersten Dekade der 2000er-Jahre wird festgestellt, dass eine Sanierung des Hauses weit mehr Kosten verursachen würde als jemals angenommen – und so bleibt das Haus in seinem schlechten Zustand. „Für das um 1700 erbaute Kuotshaus kam die Dorferneuerung rund 25 Jahre zu spät“, heißt es im Abschlussbericht. 2004 stellt das Landesamt für Denkmalpflege fest, dass nicht nur aufgrund technischer Fehler beim Wiederaufbau erhebliche Schäden entstanden sind. Das Landesamt spricht auch von „mangelnder Unterhaltung“ über einen Zeitraum von 20 Jahren.

von Carina Becker

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