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Dorf feiert Geschichte, kein „Humtata“

750 Jahre Burg Mellnau Dorf feiert Geschichte, kein „Humtata“

Mehr als 70 Stände umfasst der zweitägige stehende Festzug. Gleich mehrere Ritterlager ziehen in den Ort, überall wird es mittelalterliche Kunst, Kultur und Handwerk neben zahlreichen Konzerten und Aufführungen geben.

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Die Mitglieder des Mellnauer Festkomitees freuen sich auf das bevorstehende große Jubiläumswochenende.

Quelle: Ina Tannert

Mellnau. Der stehende Festzug ist bereit. Seit Wochen bringen die Mellnauer ihr Dorf auf Vordermann, putzen, streichen, jäten Unkraut und räumen auf. Die Planungen für das Jubiläumsjahr laufen bereits seit Jahren. Rund 140 Helfer sind im Einsatz. Es wird alles für die große Jubiläumsfeier am kommenden Wochenende getan, die vom 30. August bis 1. September stattfindet. Dann wird sich das gemütliche Dörfchen am Rande des Burgwaldes in einen einzigen, großen Festplatz verwandeln.

Am Freitag, 30. August, geht es los. Ab 18 Uhr beginnt der offizielle Festkommers auf der Burg, dem Wahrzeichen des Dorfes, die im Jahr 1263 als Burg Elenhouch erstmals urkundlich erwähnt wurde. Um 21 Uhr folgt der Auftritt der Mittelalter-Rockband „Galensang“. Bereits ab Mittag an diesem Tag öffnen die Mittelalter-Gruppen ihre Lagertore. Die Darsteller „Freye Ritterschaft Mellnau“, „Ritterschaft vom Uhlenhorst Beziesdorf“ und „Lupa Alba“ werden für einige Tage ihre Zelte in Mellnau aufstellen. „Wir wollen kein Humtata, sondern Geschichte feiern“, betont Andreas Ditze vom 12-köpfigen Festkomitee. Neben den historisch gewandeten Rittergruppen, werden sich an diesem Wochenende zahlreiche kulinarische und kulturelle Stände mit geschichtlichem Hintergrund sowie altes Handwerk präsentieren. Brauchtumsgruppen und historische Ausstellungen wechseln sich mit moderner Unterhaltung und zahlreichen Angeboten für Groß und Klein ab.

Am Samstag öffnen die Stände um 11 Uhr. Sie werden im ganzen Dorf verteilt sein und laden zu einem ausgedehnten Spaziergang durch den Ort ein. Neben Hüpfburg und Ritterturnier für Kinder warten regionale Produkte, Schmuck- und Holzdekorationen, Glaskunstbläser, Bürstenmacher, Seildreher, Töpfer und Schmiede auf zahlreiche Besucher. „Es wird quasi eine kulturelle Gemüsesuppe, von allem etwas, ein abwechslungsreicher Dorfeintopf“, so Mitorganisator Peter Engel.

Drei Bands rockenam Samstag die Burg

Auch die Grundschule ist mit von der Partie und führt am Samstag um 15 Uhr ein Kindermusical auf dem Schulhof auf. Das Mellnauer Gemeindearchiv veranstaltet eine „Kulttour“, quer durch den Ort werden Fotoausstellungen über die Burg, den Burgwald und die Region verteilt. „Überall ist was los“, verspricht das Festkomitee, das mehrere Tausend Besucher erwartet.

Es wird zwei Aktionsbühnen geben, eine im unteren Ort und eine in der Burg. Dort treten am Samstag ab 19 Uhr die drei Bands „Jester‘s Playground“, „Warehouse“ und „GanderByrd & The Dark Stars“ vor der malerischen Kulisse der Burgruine auf, mit „open end“-Charakter. In diese passen übrigens nur etwa 450 Personen, darauf müssen sich die Konzertgäste einstellen. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche. Eine Stunde später geht es an den Festständen, in den Ritterlagern und auf den Bühnen weiter. Gegen Mittag werden die Alphornbläser von der Burg aus ihre Hörner ins Tal erschallen lassen. Gegen 17.30 Uhr wird dort feierlich eine Zeitkapsel vergraben. Diese verbleibt 50 Jahre in der Erde um bei der 800-Jahr-Feier des Ortes wieder hervor geholt zu werden.

Um 18.30 Uhr am Sonntag klingt das Jubiläumsfest mit der ursprünglich aus Mellnau stammenden Band „Nothing goes right“ auf der Dorf-Bühne aus.

Das Ende des Festes sehen die Veranstalter, die Mellnauer Vereinsgemeinschaft, allerdings nur als „kurze Verschnaufpause“, denn in diesem Jahr sind noch einige weitere Jubiläumsaktionen geplant. Unter anderem wird bereits fieberhaft an der „Rocky Horror Mellnau Show“ Mitte September gearbeitet. „Wir machen kulturell ein Fass auf“, versprechen die Mellnauer.

Porgramm am Sonntag: Aktionsbühne Burg: 12 Uhr Alphornbläser: 13 Uhr Brauchtumsgruppe Obereisenhausen; 14 Uhr Weidenhäuser Tanzgarde; 16 Uhr Dance Creation; 17 Uhr Rocky Horror Sounds; 17.30 Uhr: Vergraben der Zeitkapsel.

Aktionsbühne im Dorf: 13.30 Uhr Dance Creation; 14.30 Uhr Rocky Horror Sounds; 15.30 Uhr Kungfu-Schule Andre Achnitz; 16.30 Uhr Die Burgwaldskälwer Oberrosphe; 18.30 Uhr Nothing goes right.

von Ina Tannert

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