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Donnerstag beginnt das Grenzgangfest

Der Countdown läuft Donnerstag beginnt das Grenzgangfest

Am Donnerstag sind ­sieben Jahre vorbei. Und Goßfelden feiert dies mit ­einem neuen Grenzgangfest bis einschließlich Montag. Höhepunkt wird der mehr als zwei Kilometer lange Festzug am Sonntag sein.

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Die Vorbereitungen zum Festzug laufen auf Hochtouren. Die Festzuggruppe „Die Ernte“ hat die Trachten anprobiert und sich auf „Gewelersch Hof“ (Moog) mit Sensen, Rechen, Körben und was sonst so früher für einen Erntetag nötig war, ausgerüstet.

Quelle: Karl Heinz Görmar

Goßfelden. Nach sieben langen Jahren hat das Warten endlich ein Ende. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und die Vorfreude steigt. Am morgigen Donnerstag, 23. Juni, um Punkt 18 Uhr beginnt der traditionelle Grenzgang in Goßfelden.
Zurückzuführen ist dieser Brauch auf eine rund 600 Jahre alte Tradition. Früher war es notwendig, die Grenzen der Gemarkung von Goßfelden in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, da diese oft unklar und verworren waren. Aus diesem Grund mussten schon die Kinder bei den Grenzbegängen mitlaufen.

Um sicher zu stellen, dass sie sich den Grenzverlauf auch gut einprägten, gab man den Kindern an besonders wichtigen Grenzpunkten eine heftige Ohrfeige. Mit dieser wurde der Standort des Grenzsteins im wahrsten Sinne des Wortes „hinter die Ohren geschrieben“. Als Entschädigung gab es nachher auf den Frühstücksplätzen eine süße Nascherei.

Ein alter Braucht lebte 1889 wieder auf

Es ging damals bei den Grenzbegängen jedoch keineswegs nur streng zu, denn alte Gerichtsprotokolle beweisen, dass im Anschluss auch ordentlich gefeiert wurde. Mit den Jahren wurden die Grenzstreitigkeiten aber immer weniger, sodass der Grenzbegang als solches langsam einschlief.

1889 wurde der alte Brauch dann wieder zum Leben erweckt, ruhte jedoch durch die Wirren des Ersten und Zweiten Weltkrieges abermals. Im Jahre 1953 wurde anlässlich der 1200-Jahr-Feier von Goßfelden erstmals wieder ein ordentlicher Grenzbegang durchgeführt. Seitdem findet er alle sieben Jahre statt.

Es werden mehrere 10.000 Besucher erwartet

Nach der Gebietsreform 1976 wurde die Gemeinde Goßfelden der Großgemeinde Lahntal zugeordnet und konnte das Grenzgangfest nicht mehr ausrichten. Deshalb wurde der „Grenzgangverein Goßfelden e.V.“ gegründet. Seine mittlerweile über 400 Mitglieder organisieren seitdem das Grenzgangfest in Goßfelden, zu welchem auch dieses Jahr wieder mehrere 10.000 Besucher erwartet werden.

Das Grenzgangfest wird während des Grenzbegangs, auf den Frühstücksplätzen und bei den Abendveranstaltungen im Festzelt, von den unterschiedlichsten Top-Musikkapellen und hochkarätigen Live-Partybands begleitet. Auf dem neuen Festplatz im Gewerbegebiet Sandhute, am Ortsrand von Goßfelden, wird wieder ein großer Vergnügungspark aufgebaut sein. Somit wird auch dieses Mal wieder ein sehr abwechslungsreiches Fest- und Musikprogramm in Goßfelden geboten.

Der Verein und der Vereinsvorstand, unter dem Vorsitz von Rolf Bickhard, sind sich sicher, dass das Grenzgangfest, bei hoffentlich gutem Wetter, wieder ein voller Erfolg wird und man nach den Festtagen zufrieden auf das Grenzgangfest 2016 zurückschauen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Tradition des Goßfeldener Grenzgangs weiterhin bestehen bleibt und sich auch in Zukunft Freiwillige finden, die diese Tradition fortführen.

  • Wer diese Tradition unterstützen möchte und Mitglied im Grenzgangverein Goßfelden werden will, kann sich unter www.grenzgangverein-gossfelden.de jederzeit eine Beitrittserklärung herunterladen.
 
Das Festprogramm

Donnerstag, 23. Juni: 18 Uhr, Einläuten des Festes und Böllerschüsse; 18.15 Uhr, Versammlung der Vereine und der Bevölkerung an der Gerichtslinde. Anschließend Gedenkfeier am Ehrenmal unter Mitwirkung des Kirchenchors und des Posaunenchors. Abmarsch zum Festplatz mit den „Grenzgangmusikanten“; 19.30 Uhr, Begrüßung der Gäste und Eröffnung des Festes. Anschließend Heimatabend unter Mitwirkung der örtlichen Vereine und der Otto-Ubbelohde-Schule. Zum Abschluss Fackelzug und Illumination des Dorfes.

Freitag, 24. Juni: 7 Uhr, Weckruf mit den Grenzgangmusikanten; 8 Uhr, Versammlung der Bevölkerung an der Gerichtslinde. Abmarsch zum Grenzbegang in Richtung Eisenberg und Buchholz; 9.30 Uhr, Frühstück „Auf der Trift“ mit den Grenzgangmusikanten; 14.30 Uhr, Fortsetzung des Grenzbegangs hinterm Scheidt, Kaffeestraße zur Gerichtslinde; ab 20 Uhr Musik und Tanz auf dem Festplatz mit der Partyband „Tollhaus“.

Samstag, 25. Juni: 7 Uhr, Weckruf mit den Grenzgangmusikanten; 8 Uhr, Versammlung der Bevölkerung an der Gerichtslinde. Abmarsch zum Grenzbegang im Gemarkungsteil „Wetteramt“; 9.30 Uhr, Frühstück „An der Fuchshecke“ mit den Grenzgangmusikanten und der Musikkapelle Niederklein; 14.30 Uhr, Fortsetzung des Grenzbegangs in Richtung Sterzhausen; ab 20 Uhr, Musik und Tanz auf dem Festplatz mit der „Himmeltaler“ Partyband.

Sonntag, 26. Juni: 10 Uhr, Festgottesdienst im Festzelt auf dem Festplatz; 13 Uhr, Aufstellen des Festzuges; 14 Uhr, Großer historischer Festzug durch die Straßen des Dorfes. Danach Vorstellung der Gastkapellen im Festzelt; im Anschluss: Musik und Tanz auf dem Festplatz. Es spielen „Antje und die Melody Boys“.

Montag, 27. Juni: 11 Uhr, Frühschoppen auf dem Festplatz mit „The Boptown Cats“ und den „Grenzgangmusikanten“; ab 19 Uhr Fortsetzung und Ausklang des Festes auf dem Festplatz mit der Partyband „Aischzeit“.

von Annika Friedrich

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