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Discounter könnte in zwei Jahren eröffnen

Bürgeln Discounter könnte in zwei Jahren eröffnen

Der Ortsbeirat Bürgeln spricht sich für die Ansiedlung eines Norma-Marktes neben der Mehrzweckhalle aus.

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Gerhard Wenz (SPD, von links), Heinrich Rodenhausen (CDU), Christian Hölting (CDU), Ortsvorsteher Erich Sohn (SPD), Bürgermeister Volker Carle (parteilos), Reinhold Guhlke (SPD), Werner Klein (Bürgerliste) bei der Abstimmung zum Bebauungsplan „Auf der langen Mauer“.

Quelle: Manfred Schubert

Bürgeln. Die letzte Ortsbeiratssitzung der Legislaturperiode hatte den Charakter einer Bürgerversammlung. Die Zuhörer diskutierten engagiert mit und applaudierten zu den Beschlüssen, die der Ortsbeirat fasste.

„Das war die wohl bestbesuchte Sitzung in fünf Jahren“, meinte Thomas Kappel, stellvertretender Ortsvorsteher. 70 Bürger waren in den Besprechungsraum der Mehrzweckhalle (MZH) gekommen, die meisten hielten volle drei Stunden bis zum Schluss durch.

Auf der Tagesordnung standen mehrere Themen, die bereits ab 2012 große Auswirkungen auf das Leben der etwa 1.650 Einwohner haben könnten: so zum Beispiel die Nahversorgung und das Neubaugebiet. Obwohl es keineswegs von vorneherein danach ausgesehen hatte, kam der Ortsbeirat in allen Punkten zu sogar einstimmigen Beschlüssen.

So entschied das Gremium nach mehr als einstündiger Diskussion, den Gemeindevorstand zu bitten, den Vorschlag der Firma Norma aktiv voranzutreiben, was die Zuhörer mit Beifall quittierten.
Damit kam es innerhalb kurzer Zeit zu einer überraschenden Wende in der Frage der künftigen Nahversorgung. Noch im Dezember hatte es eine Bürgerversammlung gegeben, bei der die DORV (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) GmbH ihr Konzept mit zentralem Dorfladen vorgestellt hatte. Damals hieß es noch, dass ein Discountmarkt am Ortsrand vom Regierungspräsidium (RP) sehr wahrscheinlich nicht genehmigt werden würde.

Dass es nun entgegen früherer Verlautbarungen vom RP aus kein Hindernis gegen ein solches Projekt gebe, überraschte auch Bürgermeister Volker Carle, der erklärte, eine schriftliche Stellungnahme angefordert zu haben. Er mache kein Hehl daraus, dass er weiterhin für die kleinteilige Versorgung aller Ortsteile sei, damit die alternde Bevölkerung auch in zehn Jahren noch Märkte vor Ort erreichen könne. Zudem verwies er darauf, dass die Gemeindevertreter beschlossen hatten, die Kaufkraft auf die Orte zu verteilen. Die Gemeindevertretung müsse den Beschluss rückgängig machen, da ein solcher Markt nicht von der Kundschaft aus Bürgeln allein leben könne.

Sven Weißbrodt, Expansionsleiter der Norma Lebensmittelhandelsgesellschaft, hatte zuvor dargelegt, dass die Analyse ergeben habe, die Lage für einen Markt sei nicht uninteressant. Er brauche allerdings auch Kunden aus anderen Orten, daher sei eine gut sichtbare Fläche wichtig. Der vorgestellte Entwurf sieht die Ansiedlung auf einer 11 .000 Quadratmeter großen Fläche hinter der Mehrzweckhalle zur Landesstraße 3089 hin vor. Ein kleiner Discounter sei nicht überlebensfähig, vorgesehen sei ein Lebensmittelmarkt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche mit einer angegliederten Bäckerei mit Café. Möglich seien auch eine Metzgerei, Postfiliale oder Reinigung sowie ein großer Fachmarkt, beispielsweise ein Getränke- oder Drogeriemarkt. Wann der Markt eröffnen könne, hänge auch von der Gemeinde ab, Ende 2012 könnte realistisch sein, meinte Weißbrodt.

von Manfred Schubert

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