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Dirigenten gehen, Sänger bleiben

Chorjubiläum Dirigenten gehen, Sänger bleiben

Es war ein großer Festtag für die Kirchen-Sänger aus Schönstadt. Diesen begingen sie, wie könnte es anders sein, mit Musik. Chöre, Kinder und Solisten frönten dem, was seit 110 Jahren so sehr verbindet in dem Cölber Ortsteil.

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Die „Seniorenburschen“ (Hintergrund) sangen und musizierten gemeinsam mit den „Kernigen Kids“.

Quelle: Elvira Rübeling

Schönstadt. Der Kirchenchor „Klangfarben“ stand in den vergangenen 110 Jahren immer mal wieder ohne Dirigent da - nicht jedoch ohne Sänger.

Angefangen hatte dieses Dilemma schon kurz nach der Gründung des Kirchenchores in Schönstadt durch den damaligen Pfarrer Korff im Jahr 1906. Dieser übertrug schon kurz danach die Leitung des Chores seiner Frau. Mit seiner Versetzung in eine andere Gemeinde musste der Chor zum ersten Mal für eine Weile pausieren, aber es gelang immer wieder, neue Dirigenten zu finden. Soweit aus der Dorfchronik. Die Chorleiter gaben sich dabei zwar sprichwörtlich fast die Tür oder besser gesagt den Taktstock in die Hand. Aber trotzdem hatte der Chor Bestand: bis heute, 110 Jahre später.

Kinderchor war auch mit dabei

Seit März 2008 dirigiert Reinhold Hartmann den Chor. Und es ist immer was los, wie er sagt: „Bass gegen Alt, Sopran gegen Tenor.“

Beim Fest „110 Jahre Klangfarben“ im Bürgerhaus Schönstadt waren die Mädchen und Jungen des Kinderchors Schönstadt, die „Kernigen Kids“, unter der Leitung von Jessica Lang mit dabei. Außerdem ein Männerchor, dessen Sänger sich zum Volksliedersingen im Jahr 2012 zusammengefunden haben.

„Erklinge mein Lied“ und „Ehre und Preis“ - diese Stücke waren Kostproben ihres Könnens, die die Schönstädter Jubiläumssänger gaben. Solistin Helga Schütt überraschte am Klavier zusammen mit Reinhold Hartmann das Publikum mit dem Hauptausschnitt des Konzert D. Dur (BWV 1044) von Johann Sebastian Bach.

Verjüngung spiegele sich in neuem Namen wider

Vorsitzende Christiane Blumkaitis berichtete, der Kirchenchor habe sich in den vergangenen Jahren auch aus Altersgründen umstrukturiert. Die „Verjüngung“ spiegele sich im Namen „Klangfarben“ wider, neben geistlichen Liedern gehörten auch englischsprachige Balladen und moderne Stücke zum Repertoire. Den Zuhörern gefiel das. Mit viel Applaus danken sie für „What a wonderful world“ und „Halleluja“ von Leonhard Cohen. Nur den „Kernigen Kids“ gelang es, mit Stücken wie „Kaugummi“, „Freundschaft“ oder „Ich mag dich“, die Phonzahl des vorhergehenden Beifalls noch zu toppen. Bei „Alle Vögel sind schon da“ zusammen mit dem Männerchor, zeigte sich, wie gut Nachwuchs mit Erfahrung zusammenpasst. Der Männerchor, bekannt auch unter „Seniorenburschen“ im Durchschnittsalter von 75 Jahren, überzeugte auch mit „Ich ging einmal spazieren“ und „Es war einmal ein Gärtner.“

Zum krönenden Abschluss bot der Jubiläumschor „Und wieder blüht die Linde“ und „Irish blessing“. Im Anschluss blieben Jubilare und Gäste zum Feiern noch gemütlich im Bürgerhaus beisammen.

von Elvira Rübeling

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