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„Dir gehört mindestens die Hälfte des Ordens“

Verdienstkreuz für Heinrich Pitz „Dir gehört mindestens die Hälfte des Ordens“

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ist Heinrich Pitz aus Wetter mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Ordensstufe „Verdienstmedaille“ ausgezeichnet worden.

Marburg. Landrat Robert Fischbach ehrte den 79-Jährigen am Freitag in der Kreisverwaltung. Den ersten „ehrenamtlichen Job“, wie Fischbach es ausdrückte, übernahm Pitz 1962 in seiner damals noch selbstständigen Heimatgemeinde Niederwald, in der er bis 1968 die Aufgabe des Gemeindekassenverwalters innehatte. Von 1970 bis 1999 war Pitz Mitglied des Prüfungsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel, wobei er 15 Jahre als Prüfungsausschussvorsitzender für angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel verantwortlich war.

Fischbach lobte, dass der heute 79-Jährige darüber hinaus in zahlreichen Vereinen und Verbänden aktiv war. So sei er von 1970 bis 1988 Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirche in Wetter, von 1973 bis 2001 Vorstandsmitglied des Grenzegangsausschusses gewesen. Darüber hinaus ist Pitz Kassenverwalter der Landseniorenvereinigung Marburg-Kirchhain sowie seit 2007 Beiratsmitglied für den Fonds der Vereine der Stadt Wetter. Zudem engagierte er sich zwei Jahre lang als Vorsitzender im Elternbeirat der Burgwaldschule.

Die Leidenschaft von Heinrich Pitz war immer der Fußball. Von 1962 bis 1968 war er erster Vorsitzender des VfR 1920 Niederwald. Ab 1970 war er Mitglied des Spielausschusses des VfB 09 Wetter. Im Vorstand dieses Vereins war er von 1971 an zehn Jahre lang aktiv und lenkte die Geschicke als Vorsitzender von 1971 bis 1975 und von 1979 bis 1981. Außerdem war er mehr als 40 Jahre im Kreis- und Bezirksrechtsausschuss des Hessischen Fußballverbandes tätig und von 1990 bis 2008 stellvertretender Kreisrechtswart.

Viele Menschen würden das Ehrenamt als gegeben betrachten, so Fischbach. „Da ist ja jemand, der macht das.“ Tatsache sei aber, dass dies nicht selbstverständlich sei, hob der Landrat hervor. „Denn wenn der Karren nicht gezogen wird, dann bleibt er einfach stehen.“ Dann würden die Menschen die Politik fordern - und die könne die vielfältigen Aufgaben auf keinen Fall leisten.

Bescheidener Empfänger

Wetters Erster Stadtrat Peter Naumann, der Glückwünsche der Stadt überbrachte, erinnerte daran, dass Ehrenamt nicht immer nur Freude bereitet. „Die, die nichts machen, wissen immer alles besser.“

Der Geehrte selbst gab sich bescheiden. Ohne viele Mitstreiter wäre alles nicht möglich gewesen. Und seine Familie, in erster Linie Ehefrau Katharina, hätten immer hinter ihm gestanden. „Dir gehört mindestens die Hälfte des Ordens“, bedankte er sich bei seiner Frau. Er habe schon viele Auszeichnungen erhalten, aber das Bundesverdienstkreuz sei noch einmal etwas ganz Besonderes.

von Heiko Krause

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