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Die schöne Wanderzeit beginnt

Aktiv im Frühjahr Die schöne Wanderzeit beginnt

Auf den Touren „Rotes Wasser“ und „Franzosenwiesen“ starten am Sonntag Wanderer aus der Region in die neue Saison. Der Marburger Wanderfachmann Gerd Daubert hat vorab eine der Routen für die OP getestet.

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Eine der Touren zum Auftakt der Wandersaison hat am Sonntag an der Brachter Kirche ihren Startpunkt. Sie führt tief in den Burgwald und durch moorige Talgründe.

Quelle: Nadine Weigel

Wetter. An den Bahnhöfen in Wetter, Münchhausen und Frankenberg sowie von den Kirchen in Gemünden und Bracht beginnen geführte Wanderungen nach Rosenthal in die Mitte des Burgwaldes. Die Touren sind zwischen 10 und 17 Kilometer lang. Start in Bracht zu einer zwölf Kilometer langen Etappe ist am Sonntag um 10 Uhr an der Kirche.

Auf dem Premiumwanderweg „Rotes Wasser“ führt die Strecke entlang des gleichnamigen Bachs gemächlich bergan, vorbei am Forsthaus Bracht-Nord. Viele Spuren und Pfade sind zu sehen, die aus dem bewaldeten Hang hinunter zum Wasser führen. Rehe, Hirsche und Wildschweine gibt es hier. An der Biegung des Roten Wassers befindet sich die Wüstung „Altenbracht“, einer bereits im 8. Jahrhundert von den Franken angelegten Siedlung, die wohl mehrere Jahrhunderte existiert hat.

Frische Quellen laden zu einer Trinkprobe ein

In direkter Nähe ist der Drusenborn gelegen, eine Tümpelquelle, die die ehemalige Siedlung mit Trinkwasser versorgt hat. Die Quelle ist durch den aufgewirbelten Sand deutlich erkennbar, die in der Nähe angebrachten Becher laden zu einer Trinkprobe ein – dem Wasser wird eine infektionshemmende Wirkung zugeschrieben.

Der Weg führt nun am Hang oberhalb des Talgrunds entlang. Der Bach mäandriert recht stark in dem feuchten Talgrund. Er führt zurzeit eine Menge Wasser, an vielen Stellen hört man sein Gluckern. Es geht weiter über eine Brücke und dann bergan zur Kreisstraße und dem anliegenden Parkplatz, vielen bekannt als Renn- oder Rinnplätzchen. Im frühen Mittelalter gab es hier einen Kreuzungspunkt zweier alter Handelsstraßen, dem „Sälzerweg“ und dem „Rennweg“.

Moorige Täler bilden Lebensraum für viele Tiere

Die Tour „Rotes Wasser“ führt weiter bachaufwärts und kommt, nach Überquerung einer Brücke, in einen sonnenbeschienenen Abschnitt. Waldameisenhaufen fallen ins Auge. Auf dem ganzen Streckenabschnitt flattern gelbe Zitronenfalter rastlos hin und her, vor und zurück. Meine Bemühungen, ein Foto von diesen tanzenden Faltern zu machen, scheitern. Der Talgrund gleicht stellenweise einer Seenlandschaft.

Die moorigen Täler des Burgwalds, mit ihren Besonderheiten der Flora und Fauna begründen hauptsächlich die hohe Schutzwürdigkeit. Die Vielfalt an Torfmoosen, das Wollgras und der fleischfressende Sonnentau sind prägnante Moorpflanzen. Der Reichtum an Libellen, Kröten und die auch im Roten Wasser lebende Groppe sind, neben Spechten und Kauzen, Besonderheiten der Burgwald-Tierwelt.

Gut fünf Kilometer bin ich nun gewandert. Kurz hinter zwei Teichen biege ich auf die „Franzosenwiesentour“ in Richtung ­Rosenthal ab. Bergan führt der Weg auf einem federnden schmalen Waldweg, danach auf einem Pfad bis zum „Neuen Stern“, einer Waldwegekreuzung.

Herrliche Aussichten auf Hohes Lohr und Wüstegarten

Im Burgwald lässt der Frühling noch auf sich warten, aber das Gras hat schon eine hellgrüne Farbe angenommen, der Boden ist weich, wie Balsam für Füße und Waden. Nach einer Strecke auf einem Forstweg geht die „Franzosenwiesentour“ an einer Lichtung in einen unbefestigten Waldweg über. Einige Nassstellen befinden sich hier, wie auch auf den anderen pfadigen Abschnitten, sodass gutes Schuhwerk auf jeden Fall ratsam ist.

Am Waldrand entlang geht es nun mal auf einem Grasweg, mal auf einem Pfad weiter. Es bieten sich herrliche Aussichten auf den Kellerwald mit Hohem Lohr und Wüstegarten. Auf  nahezu identischen Pfaden verläuft der Rosenthaler „Grenzsteinwanderweg Süd“. An diesem Weg, entlang der heutigen Kreisgrenze, stehen historische Grenzsteine.

Die Wandersaison wird am Sonntag eröffnet

Auf Informationstafeln werden sie näher beschrieben. Talabwärts geht es nun, zunächst noch im Wald, danach im Feld weiter bis zur Seegerteichhütte vor Rosenthal. Die „Franzosenwiesentour“ hat, vom Abzweig der „Rotes Wasser Tour“ bis zur Seegerteichhütte hinsichtlich des Wegeformats, des abwechslungsreichen Waldes, auch der Aussichten und der historischen Grenzsteine, eine hohe Premiumqualität.

Die Seegerteichhütte gehört dem sehr rührigen „Verein für naturnahe Erholung“ in Rosenthal. Dort werden die Wanderer am Sonntag bewirtet. Gegen 13.30 Uhr erfolgt die offizielle Eröffnung der Wandersaison. Alle Wanderer, denen der Rückweg zu weit ist, können ab 14.30 Uhr per Bus nach Bracht zurückkehren.

Alle Infos zum Start der Wandersaison und die Sternwanderung gibt es im Internet unter http://www.region-burgwald-ederbergland.de/downloads/flyer-anwandern-2016-fuer-internet.pdf

von Gerd Daubert

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